Duden
Ein Wörterbuch wird immer dicker
Konrad Duden
Schade, dass er beim Diktat nicht erlaubt ist. Man könnte immer nachschauen und alles richtig schreiben - denn wenn es im Duden steht, muss es ja stimmen.
Das bekannteste Wörterbuch ist maßgeblich für die deutsche Rechtschreibung - seit 130 Jahren.
Obwohl: Vor 130 Jahren heißt es noch "Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache". Es erscheint am 7. Juli 1880 und stammt von dem Gymnasiallehrer Konrad Duden.
Der Urduden
Duden hat es nämlich satt, ein und dasselbe Wort in jedem Brief oder Buch anders geschrieben zu lesen. Die einen schreiben "Heerd", die anderen "Herd" - was soll Duden denn da seine SchülerInnnen lehren?
Er verfasst deshalb ein Nachschlagewerk, das dazu beitragen soll, die Sprache im ganzen deutschsprachigen Raum einheitlich zu gestalten, also auch in der Schweiz und in Österreich.
Der "Urduden" listet auf 187 Seiten genau 27.000 Wörter auf und kostet umgerechnet 50 Cent.
Der Duden ist ganz schön dick geworden.
Im Laufe der Jahre ist der Duden dick geworden: Das aktuelle Werk verzeichnet rund 130.000 Stichwörter und es werden immer mehr. Und natürlich gibt es den Duden auch als CD-Rom oder als Programm für Handys.
Außerdem gilt der Duden als Spiegel der Zeit, weil er Begriffe aus der Jugendsprache berücksichtigt, regionale Ausdrücke und Anglizismen. Mit "Anglizismus" sind Wörter gemeint, die aus der englischen in die deutsche Sprache übernommen wurden.
Beim Scrabble ist ein Duden in der Nähe praktisch.
Die RedakteurInnen in Mannheim beobachten die Sprachentwicklung und nehmen neue Wörter auf. Welche Rechtschreibung gilt, können sie nicht entscheiden. Das bestimmen die Kultusminister der Länder.
Um die letzte Rechtschreibreform gab es jahrelang großen Streit. Einige Länder und Verlage fanden eine Reform überflüssig. Aber seit August 2006 gelten in allen Bundesländern und Schulen endgültig neue Regeln.
Autorin: Constance Schirra
Letzte Änderung am 06. Juli 2011