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Energie & Umwelt

Atommüll: Strahlender Abfall

 
 

Endlager für Atommüll gesucht

Ein Beitrag von Aurelia Amann
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Radioaktiven Abfall aus Atomkraftwerken werden wir nicht so schnell los. Eine Million Jahre wird er noch strahlen. Ein Lager für den Müll muss deshalb besonders sicher sein. 12.4.2013
 
Lastwagen kippt Abfall auf eine Müllhalde (Bild: dpa)
Großansicht: Atommüll kann nicht auf einer Müllkippe entsorgt werden.Atommüll kann nicht auf einer Müllkippe entsorgt werden.
Papier, Plastik, Bio – Müll entsteht fast überall; auch in Atomkraftwerken. Brennelemente, technisches Material, Schutzkleidung, sogar Putzlappen und das Gebäude selbst müssen irgendwann entsorgt werden.
Aber Atommüll kann nicht einfach so auf eine Müllkippe geworfen oder in einer Recyclinganlage weiterverarbeitet werden.
Denn seine radioaktiven Strahlen sind für Mensch und Umwelt sehr gefährlich und halten sich über viele tausende Jahre.
Castor-Behälter beim Verladen (Bild: dpa)
Großansicht: Atommüll wird in Castoren gelagert und transportiertAtommüll wird in Castoren gelagert und transportiert
Damit auch unsere Nachfahren in tausend Jahren nicht durch die Strahlen gefährdet werden, muss der Müll sicher gelagert werden. Aber niemand weiß genau, wie und wo die strahlenden Überreste über einen so langen Zeitraum bleiben können.
Im Moment wird der Müll zunächst in speziellen Behältern, den Castoren, aufbewahrt. Diese Behälter sollen besonders sicher sein, so dass keine Strahlen nach außen dringen können. Aber auch diese Castoren müssen irgendwo aufbewahrt werden.
Starker Polizeischutz für den Transport von Atommüll (Bild: dpa)
Großansicht: Vorsicht beim Transport, denn auch Atommüll strahltVorsicht beim Transport, denn auch Atommüll strahlt
Ein Teil des Atommülls bleibt direkt in den Atomkraftwerken. Dafür wurden spezielle Lagerhallen gebaut, in denen die Castoren untergebracht werden.
Es gibt aber auch Zwischenlager, wie zum Beispiel Gorleben in Niedersachsen. Die Castoren werden dorthin transportiert. Bei solchen Atommüll-Transporten fahren Züge und LKW den strahlenden Müll durch ganz Deutschland, oft begleitet von Protesten. Denn viele Menschen haben Angst vor dem gefährlichen Abfall.
Luftbild der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield in England (Bild: dpa)
Großansicht: Wiederaufbereitungsanlage SellafieldWiederaufbereitungsanlage Sellafield
Manche Brennstäbe werden auch zu Wiederaufbereitungsanlagen nach Frankreich oder England transportiert. Dort sollen sie weiterverarbeitet werden. Aber durch die Wiederaufbereitung entsteht noch mehr Abfall.
Deutschland hat sich dafür entschieden, den Atommüll in den Zwischenlagern zu lagern - bis ein Endlager gefunden wird, das sicher genug ist. Aber auch Orte zu finden, die sich als Zwischenlager eignen, ist schwierig. Niemand will den strahlenden Abfall haben.
Es gibt also noch keine endgültige Lösung für das Atommüll-Problem.
 
Autorin: Dorothea Szymanski
 
Letzte Änderung am 24. April 2013
 
Eine Übersicht über alle erklärten Begriffe findest du im ABC.