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Nachtschattengewächs

 
Pflanze mit Blättern und schwarzen Beeren (Bild: dpa)
Großansicht: Der "Schwarze Nachtschatten"Der "Schwarze Nachtschatten"
Kartoffeln gehören zu den Nachtschattengewächsen. Das heißt aber nicht, dass sie nur im Schatten der Nacht wachsen.
Die Bezeichnung Nachtschattengewächs soll von dem alten Wort für "Albtraum" stammen: "Nachtschaden".
Im Mittelalter wurden Menschen, die an Albträumen oder Kopfschmerzen litten, mit einem speziellen Gebräu von einer Pflanze behandelt, die Nachtschatten heißt.
Dieser Nachtschatten und mehr als 2000 andere Pflanzen haben alle einen besonderen Inhaltsstoff - die Alkaloide. Pflanzenkundige gaben ihnen dann einfach den Namen "Nachtschattengewächse".
Grüne, gelbe, rote Paprika (Bild: dpa Picture-Alliance)
Großansicht: Die Paprika ist ein Nachtschattengewächs.Die Paprika ist ein Nachtschattengewächs.
Zu dieser Pflanzenfamilie gehören Nutzpflanzen wie die Kartoffel, Auberginen, Tomate oder Paprika. Aber auch Giftpflanzen wie Tabak, Stechapfel und die Engelstrompete, die in so manchem Garten steht, sind Nachtschattengewächse.
Schon vor vielen Jahren wussten Menschen über die besondere Wirkung der Alkaloide und verwendeten sie für verschiedene Mixturen. Nur führten manche dieser Behandlungsversuche auch dazu, dass die Menschen krank wurden.
Deswegen waren diese Pflanzen nicht immer gut angesehen - auch die Kartoffel: Sie galt früher als "Teufelsfrucht" oder "Satansknöllchen". Und das nicht nur wegen der Inhaltsstoffe, sondern auch wegen der seltsam aussehenden Triebe, die aus der Kartoffel wuchsen.
Gefäß in Form einer Kartoffel (Bild: Kartoffelmuseum München)
Großansicht: Axomama - die KartoffelgöttinAxomama - die Kartoffelgöttin
In anderen Kulturen hatte die Kartoffel einen Ehrenplatz. Die Inkas hatten sogar eine Kartoffelgöttin, sie heißt Axomama. Und weil die Kartoffel für die Inkas ein Symbol der weiblichen Fruchtbarkeit war, durften auch nur die Frauen die Kartoffelpflanzen in die Erde setzen.
Inzwischen genießt die Kartoffel auch bei uns ein sehr gutes Ansehen und ist die wichtigste Nutzpflanze der Nachtschattengewächse. Denn die Menschen wissen: Wenn die Kartoffel abgekocht wird, haben die Alkaloide in der Schale keine Wirkung mehr. Roh soll die Kartoffel aber auf keinen Fall gegessen werden.
 
Autorin: Cornelia Stenull
 
Letzte Änderung am 29. Februar 2008