Irrgarten
Wege ohne Ausweg?
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Verirren erwünscht
Verschlungene Wege, jede Menge Sackgassen und rätselhafte Irrwege.
Wer sich in einen Irrgarten hineintraut, kann rasch den Überblick verlieren. Zwischen den hohen Hecken oder Mauern ist der Aus- und Eingang schnell außer Sicht.
Kein Wunder, dass der erste Irrgarten auf der griechischen Insel Kreta ein Gefängnis war.
Der Sage nach wurde dort vor fast 5 000 Jahren Minotaurus, ein menschenfressendes Ungeheuer gefangen gehalten. König Minos schickte alle Menschen, die er bestrafen wollte, ins Labyrinth. Weil sie nicht mehr herausfanden, wurden sie vom Minotaurus aufgefressen.
Irrgärten in Schlössern
Spätere Irrgärten waren weniger gefährlich:
Vor etwa 400 Jahren, als die Barockschlösser gebaut wurden, entdeckten die Könige Irrgärten als lustigen Zeitvertreib.
Sie ließen Gärten in Form eines Labyrinths anlegen und die Hofgesellschaft hatte Spaß daran, sich zwischen den hohen Hecken zu verstecken.
Piratenschiff im Mais
Eine ganz besondere Art Irrgärten ist im Sommer an manchen Feldwegen und Straßen zu finden: Sie nennen sich „Maislabyrinthe“, sind aber eigentlich Irrgärten. Dazu schneiden Bauern verschlungene Pfade mit vielen Irrwegen in ihre Maisfelder. Wer will, kann sich hier nach Lust und Laune verirren und manchmal sind Aufgaben zu lösen, wie bei einer Schnitzeljagd.
Mit einem kleinen Trick geht niemand verloren: Wer sich immer für die rechte (oder auch die linke) Seite entscheidet und nicht die Seite wechselt, hat irgendwann alle Abzweigungen abgelaufen. Das kann zwar eine Weile dauern, aber am Ende finden alle wieder raus.
Autorin: Carmen Wagner
Letzte Änderung am 03. September 2007