Kaspar Hauser
Eine Kindheit im dunklen Versteck
Kaspar in Nürnberg.
Am Pfingstmontag 1828 taucht ein sonderbarer Junge in Nürnberg auf. Der Junge macht einen verwirrten Eindruck und kann nicht sagen, woher er kommt und wer er ist.
Ratlose Bürger bringen das Kind zur Polizeiwache. Dort schreibt der Junge einen Namen auf Papier: Kaspar Hauser.
So einen wie Kaspar Hauser haben die Nürnberger noch nicht gesehen. Außer Wasser und Brot trinkt und isst er nichts. Er spricht nicht und scheint niemanden zu verstehen.
Weil keiner weiß, wohin Kaspar Hauser gehört, wird er zunächst in den Gefängnisturm der Stadt gesperrt.
Porträt von Kaspar.
Der Nürnberger Lehrer Georg Friedrich Daumer will herausfinden, wieso ein etwa 15-Jähriger nicht sprechen kann.
Daumer nimmt Kaspar Hauser zu sich. Er bringt ihm Lesen, Schreiben und vor allem Sprechen bei. Jetzt kann Kaspar berichten. Er erzählt von einem dunklen Raum, der sein Zuhause gewesen sei. Niemand habe ihn besucht und trotzdem habe er jeden Morgen Brot und Wasser gehabt. Er sei im Schlaf gewaschen und angezogen worden.
Aber warum wird ein Kind jahrelang versteckt? Eine Theorie besagt, Kaspar sei der rechtmäßige Thronfolger des Großherzogs von Baden.
Die alte Unterhose
Der Herzog und seine zweite Frau hätten aber ein anderes Kind bevorzugt und Kaspar deshalb versteckt.
Beweise dafür gibt es keine - nicht einmal Kaspar Hausers uralte Unterhose brachte Klärung.
Wissenschaftler untersuchten sie vor ein paar Jahren mit modernen Methoden auf Spuren, die seine Abstammung verraten könnten - vergebens.
Denkmal in Ansbach
So mysteriös wie sein Leben ist am Ende auch sein Tod: Am 17. Dezember 1833 wird Kaspar Hauser im Hofgarten von Ansbach umgebracht - niemand weiß, von wem.
An dem Ort erinnern zwei lebensgroße Bronzefiguren an das sonderbare Findelkind namens Kaspar Hauser. Bis heute steht der Name für einen rätselhaften Kriminalfall.
Autorin: Tanja Westermann
Letzte Änderung am 24. Mai 2012