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Augsburger Puppenkiste

Kleine Puppen ganz groß

 
Am 21. Januar 1953 - hatte das berühmte Marionettentheater seinen ersten Auftritt im Fernsehen. Und zwar im Norddeutschen Rundfunk.
 

Marionetten-Stars aus Augsburg

Ein Beitrag von Aurelia Amann
Am 21. Januar 1953 kam ein Stück der Augsburger Puppenkiste zum ersten Mal im Fernsehen. Damals noch in Schwarz-Weiß. 22.1.2013
 
Ein Puppentraum wird wahr
Walter Oehmichen lässt die Puppen tanzen. Als Soldat in Kriegsgefangenschaft entdeckt er in einer französischen Schule ein kleines Puppentheater. Um sich und seine Freunde abzulenken, spielt er für sie Theater. Das war 1940.
Kasperle Puppe sitzt auf einer Kiste mit der Aufschrift: Augsburger Puppenkiste  (Bild: dpa Picture-Alliance)
Großansicht: Kasper auf der KisteKasper auf der Kiste
Wieder zu Hause, baut Walter Oehmichen mit seiner Frau Rose eine so kleine Bühne, dass sie zwischen zwei Türrahmen passt, den "Puppenschrein". Aber der "Puppenschrein" verbrennt, nur die Puppen bleiben erhalten. Walter Oehmichen gibt nicht auf: 1948 gründet er ein richtiges Marionettentheater, die "Augsburger Puppenkiste". Oehmichen hat keine Ahnung, dass er mit seinen Puppen berühmt werden sollte.
Am 26. Februar 1948 ist Premiere, "Der gestiefelte Kater" stolziert erstmals über die Bühne. Eine Bühne, die einfacher nicht sein könnte: Sie ist in einem schmucklosen Saal des ehemaligen "Heilig-Geist-Spital" in Augsburg aufgebaut - von Theateratmosphäre keine Spur. Die Zuschauer sitzen sogar auf Bierbänken.
Marionette "Der gestiefelte Kater"  (Bild: dpa Picture-Alliance)
Großansicht: Erster Auftritt: Kater MikeschErster Auftritt: Kater Mikesch
Ein besonderer Charme
Und trotzdem kommen sie in Scharen, denn was sie in der Augsburger Puppenkiste sehen, ist originell und außergewöhnlich.
Walter Oehmichen, seine Familie und sein Freund Manfred Jenning spielen klassische Märchen, setzen Kinderbücher in Szene, geben ganze Opern und Stücke für Erwachsene.
Zuerst fertigt Oehmichen die Marionetten aus Lindenholz selbst. Aber hinter seinem Rücken schnitzt heimlich schon seine Tochter Hannelore.
Das macht sie so gut, dass sie das Handwerk schließlich übernimmt. Und ihre kleinen Puppen werden ganz groß - das "Urmel" zum Beispiel und der Löwe aus "Der Löwe ist los".
Klaus Marschall, Hannelore Oehmichen-Marschall und Jürgen Marschall mit den Puppen Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer  (Bild: dpa Picture-Alliance)
Großansicht: Familie Marschall-OehmichenFamilie Marschall-Oehmichen
Hannelore Oehmichen soll rund 6000 Puppen geschnitzt haben. Als sie 2003 stirbt, übernimmt ihr Sohn Klaus das Theater. Ihr anderer Sohn, Jürgen, schafft die Figuren.
Warum eigentlich Kiste?
Eigentlich wollte Walter Oehmichen mit einem Theater über Land reisen. Puppen, Kostüme, Requisiten - alles sollte in eine Kiste passen. Daher der Name "Puppenkiste" und daher auch das Markenzeichen: Eine Kiste, deren Deckel sich vor jeder Vorstellung symbolisch öffnet - im Theater und im Fernsehen
Die Marionetten Jim  Knopf, Urmel und Lukas der Lokomotivführer (Bild: dpa Picture-Alliance)
Großansicht: Fernsehstars; Jim, Urmel und Lukas der LokomotivführerFernsehstars; Jim, Urmel und Lukas der Lokomotivführer
Denn ab 1953 werden die Marionetten auch noch zu Fernsehstars. "Peter und der Wolf" ist die erste Geschichte der Puppenkiste, die im Fernsehen läuft. Danach huschen die "Mumins" über den Bildschirm, "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" dampfen mit Emma durch Lummerland. Es gibt einen Kinofilm, Lieder, Tourneen und immer wieder neue Stücke.
Nur eines spielen die Puppenkünstler seit 1966 völlig unverändert: "Der Räuber Hotzenplotz" - das Lieblingsstück des ganzen Theaters.
 
Autorinnen: Aurelia Amann / Constance Schirra
 
Letzte Änderung am 30. März 2016
 
 
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