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Ausdruckstanz: Es lebe der Ausdruck!

 
Bei AusdruckstänzerInnen ist der ganze Körper im Einsatz, um eigene Erlebnisse und Gefühle zu zeigen: Neugierde zum Beispiel, Anspannung oder Vorfreude.
 
Junge Tänzerinnen der Palucca Hochschule in Dresden. (Bild: dpa Picture-Alliance)
Großansicht: Der Körper dient als SprachrohrDer Körper dient als Sprachrohr
Der Oberkörper der Tänzerin ist leicht gebeugt. Ihre Arme sind angewinkelt, die Hände tasten mit gespreizten Fingern nach vorn – so kann Ausdruckstanz aussehen.
Auch Alltagsgesten und Pantomime sind erlaubt. Mal nehmen die TänzerInnen entwaffnend die Hände hoch, mal greifen sie sich erstaunt an den Kopf.
Der Ausdruckstanz, auch „German Dance“ oder „freier Tanz“ genannt, entwickelte sich um 1910 in Deutschland.

Abwechslungsreich und individuell
 Tanzschüler tanzen mit Papiertüten über dem Kopf (Bild: dpa Picture-Alliance)
Großansicht: Immer andersImmer anders
Er ist stark an die Persönlichkeit der TänzerInnen und ChoreografInnen gebunden. Je nach dem, wer tanzt oder das Stück geschaffen hat, kann Ausdruckstanz ganz unterschiedlich aussehen: Der eine bewegt sich schnell und rhythmisch, der andere schwingt seinen Körper in ruhigen, fließenden Bewegungen. Sogar Hilfsmittel sind erlaubt.
Trotzdem hatten die TänzerInnen dieser Stilrichtung anfangs eines gemeinsam: Den Spitzentanz und die Bewegungsvorschriften des Balletts empfanden sie als künstlich und lehnten sie ab. Stattdessen wollten sie natürliche Bewegungsformen zeigen.
Eine Tänzerin der Martha Graham Dance Company streckt die Arme seitlich vom Körper weg. Im Vordergrund hebt eine Tänzerin das gestreckte Bein hoch. (Bild: dpa Picture-Alliance)
Großansicht: "Modern Dance" in Amerika"Modern Dance" in Amerika
Das Natürliche als Vorbild
Eine wichtige Rolle spielte hier Rudolf von Laban: Der Tänzer und Choreograf untersuchte, wie sich Menschen auf natürliche Weise bewegen. Seine Ergebnisse haben den Ausdruckstanz entscheidend geprägt.
In Amerika entwickelte sich parallel zum deutschen Ausdruckstanz der sogenannte „Modern Dance“. Auch die amerikanischen TänzerInnen wollten beim Tanzen Gefühle ausdrücken. Ihnen war es allerdings auch wichtig, stilistisch einheitlich zu tanzen.

Zwei Tänzer springen hoch in die Luft (Bild: dpa Picture-Alliance)
Großansicht: Ausdrucksstarke und gefühlsbetonte BewegungenAusdrucksstarke und gefühlsbetonte Bewegungen
Nicht nur leicht und schwebend
Markenzeichen des „Modern Dance“ ist, dass die Bewegungen nicht nur leicht und schwebend sind, wie beim klassischen Ballett, sondern auch mal kraftvoll und schwer. Deutlich wird das zum Beispiel in den Stücken von Martha Graham. Die Tänzerin und Choreografin gilt als Begründerin des „Modern Dance“.
Den deutschen Ausdruckstanz und amerikanischen „Modern Dance“ verbindet einiges: Die ErfinderInnen beider Stilrichtungen strebten nach tänzerischer Freiheit und experimentierten mit neuen, ausdrucksstarken Bewegungen.
 
Autorin: Claudia Butter
 
Letzte Änderung am 24. März 2016
 
Eine Übersicht über alle erklärten Begriffe findest du im ABC.
 
 
 
 
 
 
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Eine Tänzerin des Tanztheater Wuppertal hält sich die Hände vor die Augen (Bild: dpa Picture-Alliance)

Tanztheater

Tanztheater sieht manchmal ganz schön verrückt aus: im Mittelpunkt stehen Emotionen.
Pina Bausch sitzt vor einem Plakat, auf dem die Beine von Tänzerinnen zu sehen sind. Sie redet und gestikuliert dabei mit den Händen. (Bild: dpa Picture-Alliance)

Pina Bausch

Gegen Wände rennen und in knöcheltiefem Wasser tanzen - bei ihr ist alles möglich.