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Fasching

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A
 
Alaaf
So lautet der Bonner und Kölner Karnevals-Ruf, den man unter keinen Umständen in Düsseldorf oder Mainz rufen sollte. Dort heißt es nämlich "Helau". Alaaf wird entweder drei Mal hintereinander oder in der Kombination "Kölle Alaaf!" gerufen. Dieser Ausdruck wurde das erste Mal im 16. Jahrhundert verwendet und bedeutet "Köln über alles!" Der Ausdruck all-aaf heißt "alles ab" und meint "alles weg - Köln voran".
 
Aschermittwoch
Ein trauriger Tag für die Narren: An Aschermittwoch ist der Karneval vorbei, die Fastenzeit beginnt. Mit vielen verschiedenen Bräuchen, die sich von Region zu Region unterscheiden, verabschieden sich die Narren vom Karneval. In manchen Gegenden gibt es richtige Trauerzüge, die das Ende des Karnevals betrauern. Katholiken haben an diesem Tag ein Aschekreuz auf der Stirn. Diese Tradition gab dem Aschermittwoch seinen Namen.
 
B
 
Bütt
In der Bütt, meist ein einfaches Fass, halten die Karnevalisten ihre Büttenrede. Bütt kommt von dem Kölner Wort "Waschbütt" - eine Waschtonne, in der schmutzige Wäsche gewaschen wird. Im Karneval wird die schmutzige Wäsche in Form der Büttenrede gewaschen: Der Redner kritisiert in humorvollen Reimen Gesellschaft oder Politik. Bereits im Mittelalter hat der Narr Abweichungen von der Norm kritisiert. Während das Rheinland von den Franzosen besetzt war, begannen die Narren mit Büttenreden die Politik zu kritisieren.
 
D
 
Dreigestirn
Das Dreigestirn ist im Kölner Karneval von großer Bedeutung. Es besteht aus Prinz, Bauer und Jungfrau und wird auch "Trifolium" genannt. Das Dreigestirn herrscht während der Karneval-Saison über die Stadt und die Narren. Der Bauer steht als Symbol für die Unsterblichkeit der Stadt. Der Prinz ist der strahlende "Held Karneval" und die Jungfrau symbolisiert die freie, unabhängige, unbesiegbare Stadt und wird immer von einem Mann dargestellt. Köln ist die einzige Stadt mit einem Dreigestirn. Andere Städte haben statt dessen das Prinzenpaar.
 
E
 
Elf
Die Elf ist die wichtigste Zahl im Fasching: Die Faschingszeit beginnt am 11.11. um 11.11 Uhr. Im rheinischen Karneval gibt es außerdem den Elferrat. Warum aber ausgerechnet die Elf? Eine Tradition geht bis ins Mittelalter zurück: Elf ist die Zahl nach Zehn - und die Zehn stand für die Zehn Gebote. Für die Christen war deshalb die Elf die Zahl der Überschreitung, der Maßlosigkeit und der Sünde. Seit Jahrhunderten galt sie als Zahl der Narren. Heute symbolisiert die Elf die Gleichheit der Narren im Karneval - so wie die eine Eins der anderen gleicht.
 
Elferrat
Der Elferrat besteht aus dem Präsidenten und zehn weiteren Mitgliedern. Er sitzt während den Sitzungen auf der Bühne und ist daran zu erkennen, dass seine Mitglieder Mützen mit Federn tragen.
 
F
 
Fastnacht
Das Wort Fastnacht kommt von dem mittelhochdeutschen Wort "vastnaht", bedeutet soviel wie "Vorabend der Fastenzeit" und bezieht sich auf die christliche Fastenzeit. Außerdem ist das Wort "faseln" enthalten: 'dummes Zeug reden' oder 'närrisch sein'.
 
Funkenmariechen
Funkenmariechen oder einfach nur Mariechen, werden die Tänzerinnen der Funken genannt.
 
Fastenzeit
Die Fastenzeit ist die Bußzeit, in der sich die Christen auf das Osterfest vorbereiten. Sie dauert 40 Tage: vom Aschermittwoch bis Palmsonntag, dem Sonntag vor Ostern.
 
Fastnachtsfarben
Die Fastnachtsfarben rot, weiß, blau und gelb gab es schon in den ersten Mainzer Fastnachtsjahren. Über die Herkunft und Bedeutung weiß man aber nichts genaues. Ein Deutungsversuch: Die Farben der Französischen Flagge blau-weiß-rot wurden als Vorbild genommen. Die Farbe Gelb wurde dann noch dazu genommen.
 
Funken
Die Kölner Stadtsoldaten wurden, bevor das Rheinland von den Franzosen besetzt wurde, Funken genannt. Der Grund dafür: die rote Farbe ihrer Uniform. Als der Kölner Karneval nach der Besatzung wieder aufgenommen wurde, erinnerte man sich auch an die Funken. Seit diesem Zeitpunkt gehören die Funken zu jedem Karnevalsumzug.
 
Fasching
Das Wort kommt von dem mittelhochdeutschen Wort "vaschanc" oder "vastschang" was soviel bedeutet wie "Ausschenken des Fastentrunks". Dieser bestand aus von Mönchen gebrautem Starkbier. Das auch heute noch so genannte "flüssige Brot" durfte trotz strenger Regeln auch während der Fastenzeit getrunken werden. Übrigens haben die Katholiken damals noch andere Tricks gehabt, um die Fastenzeit erträglich zu machen: Sie haben zum Beispiel Fleisch in Brotteig eingebacken - es sozusagen darin versteckt - um den Schein der Enthaltsamkeit zu wahren. Auch Maultaschen, ein schwäbisches Gericht, entstanden so.
 
G
 
Guggenmusik
Die Guggenmusik ist in der Schweiz und im Süden Deutschlands verbreitet. Dabei handelt es sich um Blechmusik, die zum Teil auf selbst gebastelten Instrumenten gespielt wird. Die Musik hört sich ziemlich schräg und falsch an, aber das ist Absicht. Für die Entstehung des Wortes "Guggenmusik" gibt es unterschiedliche Erklärungen. Zum einen heißt es, dass das Wort "Gugge" von dem Wort "Papiertüte" stammt, in die man hineinbläst. Eine andere Erklärung ist die, dass Gugge "kleine Kindertrompete" bedeutet. Woher der Begriff wirklich stammt, ist aber unklar.
 
H
 
Helau
Helau rufen die Narren in Düsseldorf und Mainz. Woher dieser Ruf stammt, ist nicht eindeutig geklärt. VolkskundlerInnen vermuten, dass es von dem kirchlichen Jubelruf "Halleluja" stammen könnte. Ein Beweis dafür wäre, dass in bestimmten Regionen des Rheinlandes die Narren noch heute "ajujua" rufen.
 
K
 
Kamelle
Beim Karnevals-Umzug werden Süßigkeiten von den Wagen in die Menschenmenge geworfen. Sie werden Kamellen genannt. Früher waren es Karamell-Bonbons. Inzwischen fliegt alles - vom Blumenstrauß bis zur Werbepackung. Hobby-Bastler benutzen sogar umgedrehte Schirme als "Auffangmaschine", um mit möglichst vollen Taschen nach Hause gehen zu können.
 
Karnevalskorps
Karnevalskorps sind Mitglieder der Karnevalsgesellschaft. Sie tragen historische Uniformen.
 
Konfetti
Konfetti kommt von dem italienischen "confetti". Mit diesem Wort werden in Italien Konfekt und andere Süßigkeiten bezeichnet. Im römischen Karneval bewarfen sich die Narren mit Zuckerkörnern und kleinen Bonbons. Heute fliegen beim Karneval außer den Kamellen kleine, bunte Papierschnipsel - das Konfetti.
 
Karneval
Der Ursprung des Wortes "Karneval" kann auf verschiedene Weisen erklärt werden. Zum einen kann es von dem lateinischen "carrus navalis" kommen, was Schiffskarren oder Räderschiff bedeutet: Wenn nach dem Winter wieder Schiffe auf dem Rhein fahren konnten, gab es festliche Umzüge, zu denen Schiffskarren mitgenommen wurden. Eine andere Ableitung kommt von dem lateinischen Ausdruck "carne vale". Das bedeutet soviel wie "Fleisch, lebe wohl!" und deutet somit auf die christliche Fastenzeit hin.
 
M
 
Morgenstraich
Der Morgenstraich ist ein Faschingsbrauch in Basel (Schweiz), wo der Fasching erst beginnt, wenn in Deutschland schon alles vorbei ist. Hunderte von Trommlern und Pfeiffern eröffnen am Montag nach dem Aschermittwoch, nachts um vier Uhr, den Fasching.
 
Mardis Gras
Mardis Gras wird in New Orleans, in den USA, am "fetten Dienstag", unserem Faschingsdienstag gefeiert. Diese Tradition brachten im 17. Jahrhundert französische Auswanderer mit. Fasching wird hier nur an einem einzigen Tag gefeiert.
 
N
 
Narrensprung
Narrensprung werden im Süden von Deutschland die Faschingsumzüge genannt.
 
Nubbelverbrennung
Der "Nubbel" ist eine Strohpuppe, die über Kneipentüren und an Häusern hängt. Am Faschingsdienstag um 24 Uhr wird er abgenommen und "beerdigt". Dazu gehört oft eine große Zeremonie: ein Trauerzug zieht durch die Stadt, ein "Pfarrer" hält eine Rede und gibt der Gemeinde den Segen mit einer Klobürste. Der "Nubbel" wird anschließend mit Kerzen in Brand gesteckt. Angeblich sind mit dem verbrannten "Nubbel" die Sünden der Karnevalszeit vergeben. Diesen Brauch gibt es vor allem im Rheinland. Aber auch im Süden ist es Tradition, den Fasching am Aschermittwoch zu "beerdigen".
 
Narr
Das Wort stammt von dem althochdeutschen Wort "narro" und bedeutet: durch Unvernunft auffallender Mensch, Spaßmacher oder Geisteskranker. Zu den Narren zählten auch Menschen, die in Aussehen oder Kleidung nicht der Norm entsprachen. Im Rheinland werden sie als "Jecken" bezeichnet.
 
Narrenkappe
1827 befahl ein preußischer General den feiernden "Jecken" in Köln, Narrenkappen zu tragen. So konnte man sie sofort vom "normalen" Volk unterscheiden. Später übernahmen auch die Mainzer den Brauch. Eine Narrenkappe sieht so ähnlich wie die Mütze eines "Jokers" aus einem Kartenspiel aus.
 
O
 
Orden
Orden werden als Zeichen der Anerkennung für besondere Taten verliehen. Im Karneval waren sie ursprünglich dazu gedacht, staatliche und militärische Orden ins Lächerliche zu ziehen. Heute sind sie dagegen große Auszeichnungen für Narren, die beim Karneval mithelfen.
 
P
 
Prinzenpaar
Das Prinzenpaar herrscht während der Karnevalszeit über die Narren.
 
Prunksitzung
In den Sitzungen treten Büttenredner, Musikgruppen und Tanzgruppen auf. Der Elferrat und das Dreigestirn sind immer mit dabei.
 
R
 
Rio de Janeiro
Der Karneval in Rio de Janeiro beginnt offiziell am Freitag vor Aschermittwoch und ist eine der Hauptattraktionen. Die Parade der Sambaschulen gehört zu den größten Festen der Welt. Dieser Karneval ist ein richtiger Wettbewerb, bei dem die beste Sambaschule gekrönt wird. Die Punkteauszählung findet am Aschermittwoch satt und wird im ganzen Land live im Fernsehen übertragen. Wie bei einer Fußballweltmeisterschaft wird die siegreiche Escola de Samba dann anschließend gefeiert.
 
Rosenmontag
Der Rosenmontag wird der Montag vor dem Aschermittwoch genannt. Seit 1823 ist der Rosenmontags-Umzug der Höhepunkt des rheinischen Karnevals. Punkt 11.11 Uhr starten kilometerlange Züge mit Narren, Kapellen, Wagen und Traktoren. Der Rosenmontag hat nichts mit Blumen zu tun, auch wenn sich der Name so anhört. Das Wort "Rosen" kommt von "rasen" und bedeutet soviel wie "wild herumlaufen", "toben" oder "tollen".
 
S
 
Session
Die Session beginnt am 11.11. und endet immer 40 Tage vor Ostern - am Aschermittwoch. Dieser Zeitraum wird auch die fünfte Jahreszeit genannt.
 
Schull- und Veedelsumzug
Schull- und Veedelsumzug (Schul- und Viertelsumzug) ist der ursprüngliche Straßenkarneval. Schulgruppen und Veedelsvereine ziehen in jedem Jahr am Faschings-Sonntag durch die rheinischen Innenstädte.
 
Schunkeln
Sich mit anderen an den Armen einhaken und im Rhythmus der Musik hin und her wiegen, das ist Schunkeln. Dabei wird auch gerne, möglichst laut mitgesungen.
 
Stunksitzung
Die Stunksitzung ist die alternative Karnevalssitzung in Köln. Es gibt sie seit 1984. Dort geht es ein bisschen bissiger zu als beim traditionellen Karneval. Vielleicht ist das der Grund, warum die Stunksitzungen so beliebt sind: Mittlerweile gibt es über 40 Vorstellungen pro Session.
 
V
 
Venedig
Beim Karneval von Venedig verkleiden sich die Menschen mit eleganten Masken, um dadurch eine fremde Identität anzunehmen. Der Unterschied zwischen arm und reich soll dadurch aufgehoben werden - wenn auch nur für die Karnevalszeit.
 
W
 
Weiberfastnacht
Die Weiberfastnacht (Kölsch: Wieverfastelovend) ist am Donnerstag vor dem Aschermittwoch und der Beginn der Faschings-Hochphase. An diesem Tag übernehmen die Frauen die Macht. In vielen Regionen ist es auch Brauch, dass die Frauen an diesem Tag den Männern die Krawatte abschneiden.