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Tauschhandel

 
Zeichnung einer Steinzeit-Familie, die in einer Höhle lebt. (Bild: SWR)
Ganz früher brauchten die Menschen noch kein Geld.
Geld hat nicht ein einziger Mensch zu einer ganz bestimmten Zeit erfunden so wie das Telefon oder den Dieselmotor.
Geld hat sich im Laufe der Zeit mit der Geschichte der Menschheit entwickelt. Die Menschen kamen ziemlich lange ohne Geld aus.
Sie lebten in Höhlen und jagten Tiere, um sich und ihre Familien zu ernähren. Die Felle der Beute dienten als Kleidung.
Als die Menschen anfingen, in größeren Gemeinschaften zu leben und Dörfer zu errichten, stellten sie fest, dass es wesentlich effektiver ist, die Arbeit untereinander aufzuteilen.
Zeichnung von zwei Männern, die Waren austauschen. (Bild: SWR)
Großansicht: Gemeinsam ist es einfacher: Der Tauschhandel beginnt.Gemeinsam ist es einfacher: Der Tauschhandel beginnt.
So konnte zum Beispiel der eine wesentlich besser Jagdwaffen herstellen, während der andere ein ausgesprochen erfolgreicher Jäger war.
Der Waffenschmied konnte seine Speerspitzen nicht essen. Und der Jäger kam ohne gute Waffen mit viel zu wenig Nahrung von seiner Jagd zurück.
Die beiden tauschten also. Der Schmied erhielt seine Nahrung vom Jäger. Der wiederum konnte viel mehr Beute erzielen mit den Speerspitzen des Schmieds. Dieser sogenannte einstufige Tausch, also Ware gegen Ware, wird "Naturalwirtschaft" genannt.
Zwei Kinder tauschen Sammelkarten (Bild: SWR)
Großansicht: Tauschhandel finden auch im Alltag statt.Tauschhandel finden auch im Alltag statt.
Du kennst diesen Tauschhandel vielleicht selber: Wenn du zwei gleiche Dinge von einer begehrten Sammlung hast, suchst du jemanden, der genau eines davon haben möchte.
Dafür erhältst du dann ein anderes, das du noch nicht hast. Solange beide mit dem Gegenwert zufrieden sind, hat ein erfolgreicher Tauschhandel stattgefunden.
Dieser Tauschhandel hört sich zwar sehr einfach an, das war er aber früher nicht. Wenn du als Zahlungsmittel zum Beispiel eine Kuh hattest, musstest du jemanden finden, der dir das, was du wolltest, gegen deine Kuh eintauscht.
Zeichnung von zwei Männern, die einen riesigen Stein schleppen. (Bild: SWR)
Die Bewohner der Yap-Inseln bezahlten mit Steingeld. Die größten Geldsteine waren bis zu 4 Meter hoch.
Außerdem konntest du viele Zahlungsmittel, wie zum Beispiel Getreide, nicht jahrelang aufbewahren. Die Tauschmittel waren verderblich und so kam es, dass die Menschen das sogenannte "Primitivgeld" erfanden.
Es gab auf der ganzen Welt viele verschiedene Formen und Arten von "Primitivgeld". Diese hatten alle eines gemeinsam: Sie waren ein anerkanntes Zahlungsmittel.
Meistens waren es Nahrungsmittel, Metalle oder Gegenstände, die in der entsprechenden Gegend selten und dadurch begehrt waren. Wer viel davon besaß, galt als reich.
Damit war der zweistufige Tauschhandel erfunden: Einer hatte eine Jagdbeute übrig und tauschte sie zum Beispiel gegen eine Schneckenkette. Mit ihr konnte er sich später wiederum einen neuen Speer kaufen.
Verschiedene Formen von "Primitivgeld"
Foto einer Muschelkette (Bild: SWR (Mit freundlicher Genehmigung des Geldmuseums der Deutschen Bundesbank))
Schon früh haben Menschen Schmuck hergestellt. Und auch heute wird Schmuck als Geldanlage verwendet.
Foto eines Steines der früher als Zahlungsmittel benutzt wurde. (Bild: Geldmuseum der Deutschen Bundesbank)
Steine waren in vielen Gegenden ein beliebtes Zahlungsmittel. Am bekanntesten ist das Steingeld der Yap-Inseln (Mikronesien)
rechteckiger Teeziegel mit Prägung (Bild: SWR (Mit freundlicher Genehmigung des Geldmuseum der Deutschen Bundesbank))
Noch heute kann in der Mongolei, in Tibet, China und Sibirien mit Teeziegeln, Platten aus gepresstem Tee, bezahlt werden.
Äthiopischer Salzstab, der als Zahlungsmittel benutzt wurde. (Bild: SWR (Mit freundlicher Genehmigung des Geldmuseums der Deutschen Bundesbank))
Salzstäbe wurden bis ca. 1920 als Geld verwendet. Damit sie nicht zerbrachen, wurden sie in Schilf gewickelt.

 
Autorin: Friederike Wilhelmi
 
 
 
Mehrere Geldscheine liegen nebeneinander (Bild: picture alliance / dpa)

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