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Weltreligionen

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Abendmahl
Das Abendmahl ist ein Teil des Gottesdienstes. Die Gläubigen bekommen ein Stück Brot (oder eine für diese Zeremonie gebackene Oblate, die Hostie). Damit wird an den letzten Abend vor der Hinrichtung Jesu erinnert, als er mit seinen Freunden zu Abend gegessen hat.
 
Abraham
Abraham war laut Bibel der erste, der nicht an viele Götter, sondern nur an einen glaubte. Muslime, Christen und Juden verehren Abraham als Stammvater. Der arabische Name von Abraham ist Ibrahim.
 
Achtfacher Pfad
Der achtfache Pfad beschreibt in acht Schritten, wie der Mensch sein Leben gestalten kann:
Rechte Ansicht - sich darüber klar werden, was wir mit dem Leben tun
Rechtes Denken - sich nicht von schlechten Gedanken leiten lassen
Rechtes Reden - nicht lügen und nicht böse sprechen
Rechtes Tun - selbstlos sein und gut mit anderen umgehen
Rechtes Leben - nur Arbeiten annehmen, die anderen nicht schaden
Rechtes Streben - immer das Beste versuchen
Rechte Wachsamkeit - bewusst leben und empfinden
Rechtes Sich versenken - sich auf eine Sache konzentrieren
Das Symbol für den achtfachen Pfad ist das Dharmacakra.
 
Advent
Advent heißt "Ankunft". Die vier Wochen vor Weihnachten werden so genannt, weil sich die Christen auf das Fest der Geburt, also der Ankunft von Jesus Christus freuen.
 
Allah
Allah heißt auf arabisch: "Gott". Er ist der einzige Gott, den Muslime verehren. Einer der häufigsten Beinamen Allahs ist "der Barmherzige".
 
Antisemitismus
Als antisemitisch bezeichnet man alle Handlungen und Aussagen, die gegen jüdische MitbürgerInnen gerichtet sind. Die schlimmste Form des Antisemitismus war der Versuch der Nationalsozialisten in Deutschland, alle Juden in Europa zu vernichten. (siehe "Holocaust" und "Shoa")
 
Apostel
Apostel werden die Freunde und Vertrauten von Jesus genannt, die er beauftragte, seine Botschaft in der Welt zu verbreiten.
 
Ashram
Ein Ashram ist eine Klosteranlage, in der hinduistische Mönche leben.
 
Auferstehung
Jesus Christus ist am Kreuz gestorben. Aber am dritten Tag nach seiner Hinrichtung ist er nach dem Glauben der Christen wieder auferstanden. Das bedeutet für sie: er ist Gott.
 
B
 
Bar Mizwa
Bar Mizwa heißt "Sohn der Pflicht". Mit dreizehn Jahren übernimmt ein Junge alle religiösen Pflichten und Rechte eines erwachsenen Mannes. Am ersten Sabbat nach seinem Geburtstag liest er in der Synagoge zum ersten Mal auf hebräisch aus der Thora vor. Dieses Ereignis wird mit einem großen Fest gefeiert.
 
Bat Mizwa
Bat Mizwa heißt "Tochter der Pflicht". Ein jüdisches Mädchen übernimmt mit zwölf Jahren alle religiösen Rechte und Pflichten einer Frau. Nur in manchen Gemeinden wird die Bat Mizwa genauso gefeiert wie Bar Mizwa beim Jungen.
 
Benares
Benares am Fluss Ganges heißt auch Varanasi und ist für Hindus eine heilige Stadt. Über eine Strecke von fast fünf Kilometern ist das Flussufer von Treppen gesäumt. Von hier aus steigen täglich Tausende von Pilgern in den Fluss, um ein Bad zu nehmen. Das Eintauchen in das Wasser reinigt von Schuld.
 
Beschneidung
Viele Eltern lassen ihre Jungen beschneiden. Die Vorhaut ihres Penis wird entfernt. Im Judentum und im Islam ist dies das äußere Zeichen für den Bund mit Gott.
Es gibt immer wieder Diskussionen darüber, ob die Beschneidung kleiner Jungen verboten werden soll, denn dem Jungen wird eine Verletzung zugefügt. Der Bundestag hat 2012 entschieden, dass die Beschneidung in Deutschland erlaubt bleibt, weil sie eine wichtige Tradition für viele Juden und Muslime ist. Sie muss aber von Ärzten oder medizinisch ausgebildeten Beschneidern vorgenommen werden.
Manche Eltern entscheiden sich zu warten, bis ihre Jungen selbst entscheiden können, ob sie beschnitten werden wollen.
 
Bhagavadgita
Bhagavadgita heißt "Gesang des Erhabenen" und ist heute die bekannteste heilige Schrift der Hindus. Sie ist besonders beliebt bei Kindern, denn sie erzählt die Geschichten des Fürsten und Helden Arjuna und seine Begegnungen mit dem Gott Krishna. Arjuna muss in eine große Schlacht ziehen und berät sich mit seinem Wagenlenker, der in der Gestalt Krishnas erscheint. Diese Unterhaltung enthält wichtige Lehren für Hindus über die Vergänglichkeit des Lebens, die Ewigkeit der Seele und ihre Erlösung, Moksha.
 
Bibel
Bibel: Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Buch". Die Bibel ist die heilige Schrift der Christen. Sie beginnt mit der Entstehung der Welt, erzählt von Abraham, von den Propheten und von Jesus. Die ältesten Teile der Bibel sind die Heiligen Schriften der Juden, die hebräische Bibel. Ein Teil der Hebräischen Bibel ist die Thora, die wichtigste Heilige Schrift der Juden. Auch der Islam bezieht sich auf die Bibel und erkennt ihre Propheten an.
 
Bodhibaum
Der Bodhibaum ist der "Baum der Erleuchtung", ein Feigenbaum, unter dem Buddha meditierte und Erleuchtung erlangte.
 
Bodhisattva
Bodhisattva - "Bodhi" heißt "erleuchtet", "Sattva" heißt "Sein". Ein Bodhisattva ist ein Vorbild oder Führer, der anderen hilft den Weg zur Erlösung zu finden und sie von ihrem Leiden zu befreien. Ein Bodhisattva ist voller Mitleid und Liebe für seine Umwelt. Jesus Christus ist in diesem Sinne ein Bodhisattva.
 
Brahman
Brahman bedeutet für viele Hindus die "ewige Kraft", die allem zugrunde liegt, was existiert. Von Brahman geht alles aus, zu Brahman kehrt alles zurück. Wenn die Seele des Menschen eins wird mit dem Brahman, der "Weltseele", ist sie erlöst und muss nicht wiedergeboren werden.
 
Brahmanen
Brahmanen heißen die Angehörigen der obersten Kaste im Hinduismus. Nur sie können Priester werden und nur sie dürfen die heiligen Zeremonien für die Götter ausführen. Dadurch haben sie große Macht, denn von ihnen hängt es ab, ob die Gläubigen von den Göttern erhört werden. Brahmanen leben nach strengen Regeln: Sie müssen morgens mit dem rechten Fuß zuerst aufstehen, genau vorgeschriebene Bäder nehmen und sie dürfen kein Fleisch essen.
 
Buddha
Buddha heißt "der Erwachte" oder der "Erleuchtete". Buddha ist der Gründer des Buddhismus.
 
C
 
Chanukka
Chanukka ist der Name des jüdischen Lichterfestes. Es erinnert an ein Wunder, das sich 165 vor Christus ereignet haben soll: Als die Juden Jerusalem von Besatzern zurückerobert hatten, gab es nicht genug koscheres Öl, um die Öl-Lampen im Tempel anzuzünden. Ein wenig Öl fanden sie allerdings, und dieses bisschen Öl brannte wunderbarerweise acht Tage lang, bis die Gläubigen wieder koscheres Öl hergestellt hatten. Während der acht Tage des Chanukka-Festes wird jeden Tag eine Kerze mehr am achtarmigen Chanukka-Leuchter angezündet.
 
Chassidismus
Chassidismus ist eine Glaubensrichtung, die in Osteuropa entstanden ist. Chassidim, Juden, die sich zum Chassidismus bekennen, leben ihren Glauben besonders im Gebet und im Studium der Heiligen Schriften.
 
Christus
Christus ist das griechisch Wort für "der Gesalbte", es bedeutet dasselbe wie das hebräische "Messias". "Jesus Christus" bedeutet also: "Jesus der Gesalbte", "Jesus der König".
 
D
 
Dalai Lama
Dalai Lama ist der Titel des religiösen und weltlichen Oberhauptes in Tibet. Tibetische Buddhisten glauben, der Dalai Lama Tenzin Gyatso sei die 14. Wiedergeburt des Bodhisattva des Erbarmens. 1959 wurde er aus Tibet vertrieben, weil die Chinesen das Land besetzten. Seitdem kämpft er gewaltfrei für die Freiheit seines Volkes. Weil er sich für Frieden und Menschlichkeit einsetzt, genießt er weltweit große Anerkennung. 1989 erhielt Tenzin Gyatso den Friedensnobelpreis.
 
Davidstern
Der Davidstern ist ein Symbol für das Judentum seit dem 19. Jahrhundert. Er wird gebildet aus zwei ineinander geschobenen Dreiecken.
 
Dharma
Dharma ist die buddhistische Lehre. Das Dharma wird als ein Floß oder Schiff angesehen, das die Menschen über das Meer von Leiden in das Nirwana bringt. Die buddhistischen Glaubensrichtungen werden deshalb auch als "Fähren" oder "Fahrzeuge" bezeichnet: Hinayana, das kleine Fahrzeug und Mahayana, das große Fahrzeug.
 
Dharma
Dharma bezeichnet die "ewige Ordnung" der Welt. Alle Menschen, Tiere, Pflanzen sind den Gesetzen des Dharma unterworfen. Menschen werden nach der Ordnung des Dharma in Kasten eingeteilt. Wer die Regeln seiner Kaste befolgt, folgt dem Dharma und kann aus dem Kreislauf der Wiedergeburt erlöst werden. Hindus nennen ihre Religion auch "Sanatana Dharma", das "ewige Gesetz".
 
Dharmacakra
Dharmacakra heißt "Rad der Lehre". Es wurde von Buddha in Bewegung gesetzt. Seine acht Speichen symbolisieren den achtfachen Pfad.
 
Divali
Divali, das bedeutet "Lichterkette", wird das hinduistische Neujahrsfest genannt. Es findet in einer Neumondnacht im November statt. Zu Ehren der Göttin Lakshmi sind in allen Straßen, Häusern und in der Natur Tausende Lichter aufgestellt. So soll das Glück in jedes Haus finden und das Gute über das Böse siegen.
 
Dreifaltigkeit
Der eine Gott des Christentums vereinigt in sich drei Wesensformen: er ist gleichzeitig Gottvater, Gottes Sohn Jesus und der Heilige Geist.
 
Dschihad
Dschihad heißt "Bemühen, Anstrengung für die Sache Gottes". Damit meinen die meisten Muslime den Kampf gegen die eigenen Schwächen und Überzeugungsarbeit für den Islam. Nur einige Extremisten verstehen darunter einen "Heiligen Krieg", der gewaltsam geführt wird.
 
E
 
Evangelisch
Evangelisch nannte Luther seine Reformvorschläge. Er fand, die katholische Kirche hätte sich zu weit von den Evangelien entfernt, sie sollte wieder "evangelisch" werden, also den Evangelien folgen.
 
Evangelium
Evangelium heißt auf Deutsch " gute Nachricht, frohe Botschaft". So werden die vier Lebensbeschreibungen Jesu im Neuen Testament genannt. Die Evangelisten, also die Autoren der Evangelien, waren Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Entstanden sind die Evangelien wahrscheinlich zwischen 70 und 120 nach Christus.
 
F
 
Fünf Grundregeln
Die fünf Grundregeln sind im achtfachen Pfad enthalten und lauten: Nicht töten, nicht stehlen, nicht die Sexualität missbrauchen, nicht lügen und keine Rauschmittel nehmen. Für Mönche und Nonnen kommen noch die fünf Klosterregeln dazu: nach dem Mittag nichts mehr essen, keine Vergnügungen aufsuchen, keine Kosmetik benutzen, keinen Schmuck tragen, nicht auf erhöhten Stühlen sitzen. An einigen Feiertagen gelten auch die fünf Klosterregeln für alle BuddhistInnen.
 
Fünf Säulen
Fünf Säulen des Islam werden die wichtigsten Gebote des Islam genannt:
1. Glaubensbekenntnis: "Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet"
2. Fünf Mal täglich soll ein frommer Muslim beten
3. Jeder, der kann, soll von seinem Einkommen etwas an die Armen abgeben
4. Fasten im Monat Ramadan
5. Pilgerfahrt nach Mekka zur Kaaba einmal im Leben
 
G
 
Gandhi
Mohandas Karamchand Gandhi, organisierte den gewaltlosen Widerstand gegen die britische Politik in Indien. Er war ein angesehener Hindu und wurde "Mahatma" genannt, das heißt: "große Seele". Gandhi war gegen das indische Kastensystem und kämpfte für die Rechte der Parias, der "Unberührbaren". 1948 wurde er von einem fanatischen Hindu erschossen.
 
Ghetto
Ghetto wurden in vielen Gegenden die Wohnviertel genannt, in denen Juden sich niederlassen mussten. Heute werden Elendsviertel in Großstädten oft als Ghettos bezeichnet.
 
Guru
Guru nennen Hindus einen religiösen Lehrer, der ihnen durch seine Weisheit auf dem Weg zu Erlösung weiterhilft. Manche Gurus lehren in einem Ashram. Andere wandern durch das Land, um den vielen Hindus, die nicht lesen oder schreiben können, die heiligen Schriften zu erklären. Sie werden dafür von den Menschen sehr verehrt.
 
H
 
Haddsch
Haddsch ist die Pilgerfahrt nach Mekka. die ein frommer Muslim einmal im Leben machen soll. Wer in Mekka war, darf den Beinamen Haddschi führen.
 
Halbmond
Halbmond ist ein Symbol für das Werden und Vergehen, weil der Mond ständig zu- und abnimmt. Der Halbmond gilt zusammen mit dem Stern auch als Symbol des Islam. Der Rote Halbmond ist in islamischen Ländern eine Organisation, die sich um Kranke und Unfallopfer kümmert wie das Rote Kreuz.
 
Hedschra
Hedschra bezeichnet die Flucht Mohammeds aus Mekka nach Medina, weil seine Mitbürger ihn verspotteten und bedrohten. Das Datum der Hedschra ist der Beginn der islamischen Zeitrechnung: 622 nach Christus.
 
Heiliger Geist
Heiliger Geist ist der Geist Gottes, der in allen Lebewesen und Dingen ist. Er ist ein Teil des dreifaltigen Wesens Gottes, neben dem Gottvater und Gottes Sohn Jesus.
 
Hexen
Hexen waren nach der Vorstellung der katholischen Kirche vom 14. Jahrhundert bis ins 18. Jahrhundert Frauen, die den Teufel anbeteten. Die Angst vor den "übersinnlichen Kräften" der Hexen führte so weit, dass Hexen ab dem Mittelalter über viele Jahre verfolgt und ermordet wurden. Mit der Frauenbewegung in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Hexe zu einem Symbol für starke und unabhängige Frauen. Viele Frauen bezeichneten sich selbst als Hexe in der Tradition der weisen Frauen. Sie beschäftigten sich mit den Naturreligionen und praktizierten deren Rituale und Zeremonien.
 
Hinayana
Hinayana heißt "kleines Fahrzeug" und bezeichnet die ältere Richtung des Buddhismus. Mönche und Nonnen genießen darin besonderes Ansehen. Auf dem "kleinen Fahrzeug" mit seinen strengen Regeln haben nur wenige Platz. Im Gegensatz zum Mahayana, dem großen Fahrzeug, mit dem alle den Weg zur Erlösung finden können. Der Hinayana-Buddhismus ist vor allem in Thailand, Sri Lanka, Burma, Laos und Kambodscha verbreitet.

Hinayana heißt "kleines Fahrzeug" und ist eine Glaubensrichtung.
 
Hinduismus
Der Hinduismus ist eine der ältesten Religionen. Heute ist er vor allem in Indien verbreitet. Hindus glauben an das Karma und die Wiedergeburt.
 
Holocaust
Holocaust heißt "vollständige Verbrennung" und bezeichnet einen Völkermord. In vielen Zusammenhängen wird Holocaust für die die Vernichtung von sechs Millionen Juden während der Herrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland in den Jahren 1933 bis 1945 verwendet. Juden verwenden meistens den Begriff Shoa dafür.
 
I
 
Imam
Imam heißt der Vorbeter in der Moschee. Beim Gebet am Freitag hält der Imam eine Predigt. Er ist das Oberhaupt einer islamischen Gemeinde.
 
Israel
Israel ist der Name des 1948 gegründeten Staates, in dem heute fast fünf Millionen Juden leben. Hauptstadt ist Jerusalem. In der Bibel bezeichnete sich das jüdische Volk als "Israeliten".
 
J
 
Jahwe
Jahwe nennen vor allem Christen den Gott des Alten Testaments. Fromme Juden sprechen den Namen aus Ehrfurcht vor Gott nicht aus.
 
Jerusalem
Jerusalem ist heute die Hauptstadt des Staates Israel. Schon um 1000 vor Christus war es die Hauptstadt des Landes der Juden. Die Stadt wurde immer wieder von Feinden erobert und zerstört. Hier stand der Tempel des Königs Salomon (siehe Klagemauer). Jerusalem ist für Juden, Christen und Muslime eine Heilige Stadt.
 
Jesus von Nazareth
Jesus von Nazareth ist für ChristInnen der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist. Er predigte von der Liebe Gottes zu den Menschen. Er wurde als Aufrührer hingerichtet, stand aber nach dem Glauben der Christen von den Toten auf. Er ist teil der Dreifaltigkeit: Vater, Sohn und Heiliger Geist.
 
Jom Kippur
Jom Kippur ist der höchste jüdische Feiertag, das Versöhnungsfest, an dem Gott alle Sünden vergibt.
 
K
 
Kaaba
Die Kaaba in Mekka ist das wichtigste Heiligtum des Islam. Die Kaaba ist ein etwa 11 Meter hohes würfelförmiges Gebäude, das mit Tüchern verhüllt wird. Die Kaaba soll von Abraham und seinem ersten Sohn Ismael erbaut worden sein, dann wurden jedoch lange verschiedene Götter in ihr verehrt. Mohammed weihte die Kaaba Allah.
 
Karma
Karma heißt übersetzt "Tat" oder Wirken". Für Buddhisten und Hindus bedeutet Karma die Ansammlung guter oder schlechter Taten während eines Lebens. Ein schlechtes Karma zieht eine Wiedergeburt in einem schlechten Leben nach sich. Bei gutem Karma gehen die Gläubigen ins Nirwana ein und ihre Seele wird erlöst.
 
Kaste
In der indischen Gesellschaft sind die Menschen entsprechend ihrer Herkunft in Gruppen unterteilt, die Kasten genannt werden. In welche Kaste jemand hineingeboren wird, bestimmt das Karma. Es gibt vier Hauptkasten mit jeweils einigen hundert Unterkasten. Die Brahmanen, die Priester, bilden die höchste Kaste. Die Menschen, die keiner Kaste angehören, heißen , "Unberührbare".
Im modernen Indien sind vor dem Gesetz alle Menschen gleich. Die Bedeutung der Kasten ist jedoch spürbar.
 
Ketzer
Ketzer wurden Menschen genannt, die die offiziellen Lehren der Kirche kritisierten. Ketzer wurden von besonderen Gerichten grausam verfolgt.
 
Kirche
Kirche heißt zum einen das Haus, in dem christliche Gottesdienste stattfinden. Zum anderen bezeichnet "Kirche" die Glaubensgemeinschaft, in der ChristInnen Mitglieder sind, zum Beispiel "evangelische Kirche". Auch die Gemeinschaft aller ChristInnen auf der Welt, egal welcher Glaubensrichtung, kann der Begriff "Kirche" bezeichnen.
 
Klagemauer
Die Klagemauer ist eine erhalten gebliebene Stützmauer des zerstörten Tempels in Jerusalem. Seit dem Mittelalter kommen Juden dorthin zum Gebet. Der Name kommt daher, dass dort viel über die Zerstörung des herrlichen Tempels geklagt wird.
 
Kommunion
Kommunion heißt in der katholischen Kirche das Abendmahl. Die Erstkommunion ist ein Fest, bei dem katholische Kinder zum ersten Mal am Abendmahl teilnehmen.
 
Konfession
Konfession heißt "Bekenntnis". Die unterschiedlichen Glaubensrichtungen des Christentums werden Konfessionen genannt.
 
Konfirmation
Die Konfirmation feiern evangelische ChristInnen mit ungefähr 14 Jahren. Dabei bestätigen sie feierlich, dass sie Mitglieder ihrer Kirche sein wollen.
 
Koran
Koran heißt die wichtigste heilige Schrift des Islam. Der Koran enthält Regeln für das Gebet, den Gottesdienst und das Fasten, Gesetze und auch Geschichten, in denen viele Personen aus der Bibel vorkommen. Mohammeds Anhänger schrieben den Koran nach den Predigten des Propheten auf.
 
Koscher
Koscher bedeutet "rein, tauglich" für den Gebrauch. Das können Nahrungsmittel, Stoffe oder andere Produkte sein. Es bezieht sich aber im Alltag vor allem auf koscheres Essen. Das heißt die Nahrungsmittel müssen nach bestimmten Vorschriften bearbeitet sein und manches - wie zum Beispiel Schweinefleisch - ist ganz verboten.
 
Kreuzzüge
Kreuzzüge waren die Kriege, die von Europa aus gegen die muslimische Herrschaft über Palästina geführt wurden. 1095 nach Christus rief Papst Urban zum ersten Kreuzzug auf. Innerhalb von knapp 200 Jahren starben in sieben Kreuzzügen Millionen von Menschen.
 
Krishna
Krishna heißt einer der beliebtesten Götter der Hindus. Oft wird er als junger, übermütiger Gott dargestellt. In der Bhagavadgita erscheint er als liebevoller Gott, der sich den Menschen zuwendet, als Ratgeber von hoher Weisheit. Seine Anhänger finden die Erlösung ihrer Seele ganz in der Liebe zu Krishna.
 
L
 
Lakshmi
Lakshmi ist die Göttin des Glücks und der Schönheit. Oft wird sie auch als die gütige Kraft von Vishnu verehrt. Ihr zu Ehren feiern die Hindus das Fest Divali. Statuen und Bilder von Lakshmi zeigen sie sitzend in einer Lotusblüte. Sie hält auch Lotusblüten in der Hand als Zeichen der Reinheit und der Schönheit der Welt.
 
M
 
Madir
Madir, "Ort der Anbetung", wird ein hinduistischer Tempel genannt. Im Mittelpunkt des Tempels stehen die reichlich geschmückten Götterbilder. Jeden Tag bringen die Gläubigen Blumen, Obst oder Süßigkeiten als Opfergaben. Manchmal geht es recht laut zu: Die Kinder spielen, die Erwachsenen singen oder machen Musik, denn jeder verehrt die Gottheit auf seine Weise.
 
Mahayana
Mahayana, "großes Fahrzeug", wird die jüngere und größte Strömung im Buddhismus genannt. Hier können nicht nur Mönche und Nonnen, wie im Hinayana, sondern alle Menschen das Nirwana erreichen. Dabei helfen ihnen die Bodhisattvas. Der Mahayana-Buddhismus ist vor allem in Tibet, Japan, China, Korea, Vietnam verbreitet.
 
Mandala
Mandala ist ein "magischer Kreis" mit Ornamenten. Es dient im Buddhismus als Meditationsbild, das hilft die Gedanken zu sammeln.
 
Mantra
Mantra ist ein heiliges Wort, das bei der Meditation wiederholt wird, um Ruhe und Konzentration herbeizuführen, zum Beispiel "Om".
 
Medina
Medina Stadt im heutigen Saudi-Arabien. Bei der Hedschra floh Mohammed nach Medina, das damals noch Jatrib hieß. Mohammed ist in Medina begraben.
 
Meditation
Es gibt verschiedene Formen der Meditation. Wichtig dabei ist, nur eine Sache zu tun, ohne sich ablenken zu lassen. Manche ziehen sich an einen ruhigen Ort zurück, um ihre Gedanken frei zu machen von allem, was sie im Alltag beschäftigt. Um sich besser zu konzentrieren, betrachten sie bei der Meditation ein Mandala, ein heiliges Bild oder sprechen ein Mantra, ein heiliges Wort.
Die bekannteste Meditationshaltung ist, mit überkreuzten Beinen zu sitzen. Diese Haltung nennt man Lotussitz.
 
Mekka
Stadt im heutigen Saudi-Arabien. Wichtigster Wallfahrtsort des Islam, weil sich dort die Kaaba befindet. Der Prophet Mohammed ist in Mekka geboren.
 
Messias
Messias heißt "Gesalbter", das bedeutet, er ist ein König, denn Könige wurden mit kostbaren Ölen gesalbt. Die Juden erwarten den Messias als Herrscher eines Reiches von Frieden und Gerechtigkeit auf Erden, wenn die Geschichte der Welt zu Ende geht. Die Christen glauben, dass Jesus der Messias ist.
 
Minarett
Minarett heißt der Turm einer Moschee, von dem aus der Muezzin (islamischer Gemeindebeamter) fünfmal am Tag zum Gebet ruft. Die Große Moschee in Mekka hat sieben Minarette
 
Mohammed
Mohammed ist nach dem Glauben der Muslime der letzte Prophet Gottes. Er wurde um 570 nach Christus in Mekka geboren. Im Alter von 40 Jahren begegnete er dem Engel Gabriel, der ihm auftrug, den Glauben an den Einen Gott zu predigen. In Mekka, wo die Menschen zu dieser Zeit an viele Götter glaubten, wurde er dafür verspottet und verfolgt. Deshalb floh er im Jahre 622 nach Medina (Hedschra), wo er viele Anhänger fand, die halfen, seine Botschaft zu verkünden und zu verbreiten. Auch Mekka wurde muslimisch. Mohammed starb 632 nach Christus in Medina.
 
Mohammedaner
Mohammedaner werden die Muslime auch manchmal genannt. Das ist aber nicht richtig, weil die Muslime ja Allah als Gott verehren und nicht Mohammed.
 
Moksha
Moksha, "Freilassung", nennen die Hindus die Erlösung ihrer Seele aus dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburten. Voraussetzung für die Erlösung ist es, die Gebote der Kaste zu erfüllen, der man angehört. Darüber hinaus können, je nach Glaubensrichtung, die Liebe zu einem Gott, strenges Fasten und Meditation, aber auch heilige Zeremonien zur Erlösung führen.
 
Monotheismus
Monotheismus ist der Glaube an einen einzigen Gott. Das Wort kommt aus dem Griechischen, "monos" bedeutet "eins" und "theos" heißt "Gott".
Judentum, Christentum und Islam sind monotheistische Religionen.
 
Moschee
Moschee heißt das Gotteshaus, an dem sich Muslime zum Gebet versammeln. Männer und Frauen beten getrennt.
 
Moses
Moses ist der Prophet, der das jüdische Volk aus Ägypten herausführte. Er empfing von Gott die Zehn Gebote.
 
Muezzin
Der Muezzin ist ein islamischer Gemeindebeamter und erinnert die Muslime vom Minarett der Moschee aus fünfmal täglich an die Zeit fürs Gebet. In einer großen Stadt macht er das natürlich mit einem Lautsprecher, damit ihn jeder hören kann. In nichtislamischen Ländern ist das Ausrufen der Gebetszeiten oft nicht erlaubt.
 
N
 
Neues Testament
Das Neue Testament ist der Teil der Bibel, den Christen ihr hinzugefügt haben. Es enthält die vier Evangelien, Briefe der Apostel und die Offenbarung des Johannes.
 
Nirwana
Nirwana heißt "Verwehen" oder "Verlöschen". Das Nirwana ist das höchste Ziel der BuddhistInnen. Es ist das Verlöschen der Wünsche und der Gier. Dieser Zustand kann zu Lebzeiten erreicht werden. Der Tod ist dann der Eintritt in das vollkommende Nirwana. Wer ins Nirwana eingeht, muss nicht mehr wiedergeboren werden und nicht mehr leiden.
 
O
 
OM
OM wird "aum" ausgesprochen und ist eine heilige Silbe für Buddhisten und Hindus. Sie gilt als Grundlaut der Welt und symbolisiert die große Weltordnung Dharma. OM gilt als das heiligste aller Mantren. In häufiger Wiederholung gesprochen hilft der Laut bei der Meditation die Gedanken zu sammeln. Das kleine Icon neben dem Themenkapitel "Hinduismus" steht für die Silbe OM.
 
Orthodox
Orthodox heißt "rechtgläubig". Glaubensrichtungen in verschiedenen Religionen nennen sich so. Sie legen besonderen Wert auf die Tradition.
 
P
 
Palästina
Palästina heißt das Gebiet am östlichen Mittelmeer zwischen dem Libanon im Norden und der Sinai-Halbinsel im Süden schon lange. Dort lag das alte Königreich der Juden, Judäa. In der Bibel wird Palästina auch Kanaan genannt.
 
Papst
Papst bedeutet "Vater". Der Papst ist das Oberhaupt der katholischen Kirche. Jeder Papst lebt in Rom in seinem eigenen kleinen Staat, dem Vatikan. Viele sprechen vom Papst auch als "Heiliger Vater".
 
Paria
Ein Paria gehört keiner Kaste an und steht nach der Vorstellung der Hindus gesellschaftlich unter allen Kastenangehörigen. Parias verrichten oft die schmutzigsten Arbeiten oder sie sind Bettler. Sie werden auch die "Unberührbaren" genannt, weil ein Kastenangehöriger sich nach der Vorstellung der Hindus beschmutzt, wenn er einen Paria berührt. Mahatma Gandhi setzte sich besonders für die Rechte der Parias ein.
 
Pogrom
Pogrom ist ein gewalttätiger Übergriff auf Minderheiten. Juden wurden häufig Opfer von Pogromen. (siehe auch Antisemitismus)
 
Priester
Priester sind Vermittler zwischen Gott und Menschen. In den christlichen Kirchen halten sie den Gottesdienst ab und leiten die Gemeinde.
 
ProphetIn
ProphetIn heißt "VerkünderIn" oder auch "WahrsagerIn". ProphetInnen gibt es in verschiedenen Religionen und Kulturen. Sie haben Botschaften einer Gottheit durch eine Vision oder im Traum empfangen und den Auftrag diese zu verbreiten.
 
Protestanten
Protestanten haben natürlich etwas mit Protest zu tun. Martin Luther und seine Anhänger zum Beispiel protestierten gegen Missstände in der katholischen Kirche. Statt "evangelische Kirche" kann man auch "protestantische Kirche " sagen. Es gibt sehr viele protestantische Glaubensgemeinschaften auf der Welt.
 
Purim
Purim ist ein fröhliches Fest, an dem sich die Kinder verkleiden. Wenn in der Synagoge bei der Lesung aus der Thora der Name Hamans erwähnt wird, dürfen sie sogar mit Rasseln Krach schlagen. Dieses Fest erinnert daran, wie die Jüdin Esther die persischen Juden vor den Vernichtungsplänen ihres mächtigen Feindes Haman rettete. Esther berichtete dem König von Hamans Plänen und erhielt seine Hilfe.
 
R
 
RabbinerIn
Der Rabbiner oder die Rabbinerin ist der LehrerIn und PredigerIn einer jüdischen Gemeinde und wird auch in Streitfällen zu Rate gezogen.
 
Rad der Lehre
Das Rad der Lehre: Nach buddhistischer Vorstellung hat Buddha dieses "Rad" in Bewegung gesetzt. Es wird mit acht Speichen dargestellt und symbolisiert den Achtfachen Pfad.
 
Ramadan
Ramadan heißt der Fastenmonat. Im Ramadan essen und trinken Muslime nicht, solange es hell ist. Schwangere Frauen, Kinder und Kranke müssen aber nicht fasten, denn Allah verlangt nicht, dass jemand seiner Gesundheit schadet. Die Einhaltung des Ramadan gehört zu den Fünf Säulen des Islam. Fastenzeiten gibt es in vielen Religionen. Während der Fastenzeiten sollen die Gläubigen sich besonders aufs Gebet konzentrieren.
 
Reformation
Reformation bedeutet "Umgestaltung zur Verbesserung". Martin Luther und andere Reformer wollten die katholische Kirche verändern, reformieren. Als das nicht gelang, kam es zur Spaltung in katholische und evangelische Kirche.
 
Rosch ha-Schanah
Im Herbst feiern die Juden Rosch ha-Schanah, das Neujahrfest. An Neujahr richtet Gott über die Menschen - ob sie Gutes oder Schlechtes getan haben. Zehn Tage haben die Gläubigen dann Zeit Buße zu tun. Das Neujahrsfest endet mit dem höchsten jüdischen Feiertag: Jom Kippur.
 
S
 
Sabbat
Sabbat - auch Schabbat oder Schabbes - bedeutet Ruhepause. Der Sabbat, der Samstag ist der jüdische Wochenfeiertag, für die Juden der siebte Tag der Woche. Er dauert vom Sonnenuntergang am Freitag bis zum Sonnenuntergang am Samstag. Am Sabbat sollen fromme Juden keine Arbeit verrichten, weil Gott am siebten Tag der Erschaffung der Welt ruhte.
 
Sadhu
Sadhus sind heilige alte Männer, die auf alles verzichten, nichts besitzen und durch Fasten und Meditieren das Seelenheil suchen. Sie tragen das Zeichen ihrer Hauptgottheit auf der Stirn. Nach hinduistischem Glauben sollte jeder Mann zum Ende seines Lebens ein Sadhu werden, um seine Seele zu retten.
 
Samsara
Samsara nennen die Hindus den ewigen Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt. Ein Mensch wird nach seinem Tod so oft in ein anderes Leben hineingeboren, bis seine Seele Erlösung findet. Die Befreiung aus dem Samsara ist das höchste Ziel eines jeden Hindu.
 
Sangha
Sangha heißt die Mönch- und Nonnengemeinde, die Buddha gegründet hat.
 
Schalom
Schalom ist eine hebräische Begrüßung und bedeutet "Frieden".
 
Schiiten
Schiiten spalteten sich von der Mehrheit der Muslime schon kurz nach Mohammeds Tod ab, da sie als Nachfolger Mohammeds nur seinen Schwiegersohn Ali anerkannten. Heute leben die meisten Schiiten im Iran.
 
Shakti
Shakti, die weibliche Urkraft und -energie des Universums, wird als "Gott in Gestalt der Mutter" verehrt. Für ihre AnhängerInnen ist sie die Kraft, durch die Götter, Welten und Menschen entstehen. Neben Vishnu und Shiva ist Shakti die wichtigste Hauptgottheit der Hindus.
 
Shiva
Shiva ist nach Vishnu die am meisten gewählte Hauptgottheit der Hindus. Er wird "der Zerstörer" genannt, denn er zerstört das Alte, damit Neues auf der Welt entstehen kann. Als Zeichen seiner Kraft wird er oft mit vielen Armen dargestellt. Er tanzt in einem Feuerkreis und unter seinen Füßen zertritt er das Böse. Seine ganze Kraft bekommt er von Shakti, der Göttin der Urenergie. Shiva ist Teil der Trimurti, der Dreieinigkeit.
 
Shoa
Shoa heißt "Vernichtung, Verwüstung". Die Vernichtung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten wird Shoa genannt. Das Wort ist gleichbedeutend mit Holocaust.
 
Sikhs
Sikhs verbinden die Lehren des Islam und des Hinduismus. Damit wollten sie eine Erneuerung des Hinduismus erreichen. Sie lehnen das Kastensystem ab. Die Männer tragen immer einen Turban. Darunter sind die Haare verborgen, die sie sich niemals abschneiden. Seit 1966 leben sie in einem eigenen Staat, Punjab, in Nordindien.
 
Sunna
Sunna heißt "Gesamtheit der Gewohnheiten", das Vorbild, das Mohammed mit seinem Leben gab. Für die Sunniten ist die Sunna ein wichtiger Teil ihres Glaubens, sie wollen nach dem Vorbild Mohammeds leben.
 
Sunniten
Angehörige der größten islamischen Glaubensrichtung. Sie leben nach dem Vorbild Mohammeds, der Sunna. Im Streit um die Nachfolge Mohammeds nach dessen Tod trennten sich die Schiiten von den Sunniten.
 
Sure
Sure ist ein Kapitel des Koran. Der Koran besteht aus 114 Suren. Die meisten Suren beginnen mit "Im Namen Gottes des Barmherzigen, des Erbarmers".
 
Synagoge
Synagoge heißt der Versammlungsort der jüdischen Gemeinde. In der Synagoge finden religiöser Unterricht und Gottesdienst statt.
 
T
 
Talmud
Der Talmud ist eine Sammlung von Schriften, mit denen die Thora erklärt wird.
 
Taufe
Mit der Taufe wird ein Mensch in die christliche Gemeinschaft aufgenommen. Meist lassen Eltern ihr Kind schon als Baby taufen. Dabei wird in vielen christlichen Gemeinschaften vom Priester ein wenig Wasser über den Kopf des Kindes gegossen und es bekommt seinen Namen.
 
Thora
Die Thora ist die wichtigste Heilige Schrift der Juden. Sie erzählt von der Erschaffung der Welt, Noah und der Sintflut, Abraham und Moses. Es wird von den Wanderungen und Kriegen des "Auserwählten Volkes", der Nachkommen Abrahams erzählt. Die Thora ist Teil der Hebräischen Bibel, die die Christen "Altes Testament" nennen.
 
Trimurti
Trimurti ist eine hinduistische Dreieinigkeit der drei großen Götter Brahma (Schöpfer), Vishnu (Erhalter), Shiva (Zerstörer).
 
Tripitaka
Tripitaka, der "Dreikorb" wird das wichtigste heilige Buch der BuddhistInnen genannt, weil die auf Palmblättern geritzten Texte in Körben aufbewahrt wurden. Der erste Korb enthält die Regeln für Nonnen und Mönche, der zweite erzählt das Leben Buddhas und überliefert seine Predigten. Der dritte Korb beschäftigt sich mit der Lehre.
 
U
 
Upanishaden
Upanishaden ist eine Sammlung heiliger Schriften der Hindus und heißt etwa "setze dich zu Füßen deines Lehrers". Die weisen Lehrer geben darin den Menschen das Wissen über den Kreislauf von Leben und Tod weiter. Diese Texte entstanden etwa 1000 Jahre v. Chr. und haben bis heute große Bedeutung für den Hinduismus.
 
V
 
Vajrayana
Vajrayana, "diamantenes Fahrzug", wird die Glaubensrichtung in Tibet genannt. Sie ist eine Weiterentwicklung des Mahayana. Sie enthält weitere Übungen (Tantras), heilige Formeln und Gesten, die aus dem Kreislauf der Wiedergeburt befreien sollen.
 
Veden
Die Veden ("Wissen") sind eine Sammlung der ältesten und wichtigsten heiligen Schriften der Hindus. Sie sind vor ungefähr 3.500 Jahren entstanden und enthalten uralte Erzählungen über Götter, magische Beschwörungen und Lieder, die früher von Priestern gesungen wurden. Diese Texte werden meist nur von den Priestern, den Brahmanen verstanden. Größere Bedeutung für das religiöse Leben der Hindus haben heute die Lieder der Bhagavadgita.
 
Vier edle Wahrheiten
Die Vier edlen Wahrheiten sind Buddhas Antworten auf die Fragen:
Was ist Leiden?
Das ganze Leben ist Leiden, Glück ist vergänglich.
Wie entsteht das Leiden?
Das Leiden entsteht, weil die Menschen immer mehr haben wollen, als sie besitzen und nicht zufrieden sind mit dem was sie haben.
Wie kann das Leiden beendet werden?
Das Leiden hört auf, wenn die Menschen diese Gier überwinden.
Wie ist der Weg aus dem Leiden?
Es gibt einen Weg zum Glück. Das ist der Achtfache Pfad.
 
Vishnu
Die meisten Hindus entscheiden sich für Vishnu als Hauptgottheit. Er ist "der Erhalter", der Gott der Güte und des Lichts. Ab und zu kommt er als Tier oder Mensch auf die Erde, um Unheil abzuwenden. Oft ist er mit einer sechsköpfigen Kobra, der Weltschlange, dargestellt. In der Hand hält er ein Scheibe, als Zeichen des Dharma, der Weltordnung.
 
W
 
Wesak
Wesak ist das größte buddhistische Fest. Es wird In der ersten Vollmondnacht im Mai gefeiert. Anlass ist die Geburt Buddhas, seine Erleuchtung unter einem Feigenbaum und dass er in das Nirwana eingegangen ist. Es gibt Geschenke und die Straßen sind herrlich geschmückt mit bunten Fahnen und Laternen.
 
Wiedergeburt
Buddhisten und Hindus glauben, dass ein Mensch nach seinem Tod wiedergeboren wird. Man kann als Tier oder Mensch wiedergeboren werden, das hängt ganz vom Karma ab. Buddhisten streben als höchstes Ziel die Befreiung aus diesem Kreislauf an, um ins Nirwana einzugehen. Bei den Hindus heißt der Kreislauf aus Geburt, Tod und Wiedergeburt Samsara und auch für Hindus ist die Befreiung daraus das höchste Ziel.
 
Y
 
Yoga
Yoga bedeutet "Vereinigung mit Gott". Bestimmte Körperhaltungen, strenges Fasten und Meditation können zur Erlösung führen. Im Westen wird Yoga oft, etwas vereinfacht, als Entspannungsübung angewandt.
 
Z
 
Zehn Gebote
Zehn Gebote heißen die Regeln, die Moses auf dem Berg Sinai von Gott erhielt. Sie schreiben unter anderem vor, nur einen Gott anzubeten, die Eltern zu ehren, nicht zu morden, nicht zu stehlen, nicht zu lügen. Die Zehn Gebote gelten für Juden, Christen und Muslime.
 
Zehn Lebensregeln
Die Zehn Lebensregeln helfen den Hindus im Alltag ein gutes Leben zu führen:
1. Sich rein halten
2. Zufrieden sein
3. Freundlich und geduldig sein
4. Sich bilden
5. Sich ganz nach den Göttern richten
6. Nicht zerstören und verletzen
7. Nicht lügen
8. Nicht stehlen
9. Andere nicht beneiden
10. Nicht unbeherrscht und gierig sein.
 
Zeitrechnung
Religionen orientierten ihre Zeitrechnung oft an ihren Gründern.
Im Buddhismus beginnt die Zeitrechnung mit dem Tod Buddhas. Mönche haben den Tod von Siddhartha Gautama auf 543 v. Chr. datiert. Der buddhistische Kalender ist dem christlichen also um 543 Jahre voraus.
Die islamische Zeitrechnung beginnt mit der Hedschra - der Flucht Mohammeds - 622 nach Christus. Das Jahr wird im islamischen Kalender mit 354 Tagen nach dem Mondjahr berechnet. Der neue Monat beginnt, wenn die Mondsichel nach Neumond wieder sichtbar ist. Weil das Mondjahr kürzer ist als das Sonnenjahr kann der Fastenmonat Ramadan in jede Jahreszeit fallen.
Der christliche Kalender geht auf den Julianischen Kalender zurück, also auf einen Kalender mit Jahren, Monaten, Tagen und Schaltjahren. Hinzu kommt die Zeitrechnung in Wochen und Wochentagen, die auf die Schöpfung der Welt in sieben Tagen Bezug nimmt, und dem Jüdischen Kalender entstammt.
Der jüdische Kalender ist eine Lunisolarkalender - eine Mischung aus Mond- und Sonnenkalender. Die Monate sind wie bei einfachen Mondkalendern an den Mondphasen ausgerichtet, es existiert jedoch gleichzeitig eine Schaltregel zum Angleich an das Sonnenjahr.
 
Zen
Zen ist japanisch und heißt "Meditation". So nennt sich der Buddhismus in Japan. Er hatte großen Einfluss auf die Malerei und Gartengestaltung, die Fechtkunst und Teezeremonie. Meditieren heißt hier auch, jede Tätigkeit im Alltag ganz konzentriert ausführen.