Kindernetz

Nächstenliebe

 
Teilnehmer am Kirchentag 1997 mit Transparent "Gott will Frieden" (Bild: dpa)
Großansicht: Teilnehmer am Kirchentag 1997Teilnehmer am Kirchentag 1997
Heute setzen sich die Glaubensgemeinschaften der Christen, die Kirchen, für Menschenrechte und Frieden auf der Welt ein. Sie suchen das Gespräch mit anderen Religionen und arbeiten für ein tolerantes Miteinander.
In der Vergangenheit hatte besonders die katholische Kirche großen Einfluss auf die Politik von Staaten.
Dabei hat sie ihre Macht oft missbraucht und gegen das Gebot der Nächstenliebe verstoßen. Papst Johannes Paul II hat für diese Fehler in der 2000jährigen Geschichte der Kirche am 12. März 2000 um Vergebung gebeten.
Andersgläubige
Die frühen Christen kurz nach Jesu Tod wollten allen Menschen von ihrer frohen Botschaft erzählen und sie vom neuen Glauben überzeugen. Später, als aus dem neuen Glauben eine mächtige Organisation, die katholische Kirche, entstanden war, wurden Nicht-Christen oft gezwungen, den christlichen Glauben anzunehmen.
Zeichnung Hexenverbrennung (Bild: dpa)
Großansicht: Hexenverbrennung 1555Hexenverbrennung 1555
Im Jahre 1095 nach Christus rief Papst Urban zum ersten von sieben Kreuzzügen gegen die Muslime auf, die damals in Jerusalem herrschten. In diesen sogenannten "Heiligen Kriegen", fanden Millionen Muslime, Juden und Christen denTod.
Aber auch ChristInnen wurden grausam verfolgt, wenn sie die katholische Kirche kritisierten oder in Verdacht gerieten, den Teufel anzubeten. Die Kirche richtete eigene Gerichte ein, die über Hexen oder Ketzer urteilten. Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurden in Europa Hexen verbrannt.
Glaubensrichtungen
Heute gibt es Hunderte von christlichen Glaubensgemeinschaften, die drei größten sind:
Die katholische Kirche
Sie ist die älteste und größte christliche Kirche. Als Organisation ist sie aufgebaut wie ein Staat: Oberhaupt ist der Papst, der für die Katholiken der Stellvertreter von Jesus auf Erden ist. Dann kommen die Kardinäle und so weiter bis zu den Priestern, die sich um die Gläubigen in den Gemeinden kümmern. Katholische Priester dürfen nicht heiraten.
Messe in einer serbisch-orthodoxen Kirche  (Bild: dpa)
Großansicht: Messe in einer serbisch-orthodoxen KircheMesse in einer serbisch-orthodoxen Kirche
Orthodoxe Kirchen
1054 nach Christus spaltete sich die "Ostkirche" von der katholischen Kirche ab. Sie hatte zum Beispiel eine andere Ansicht über die Dreifaltigkeit.
Später entstanden daraus unter anderem die russisch-orthodoxe und die griechisch-orthodoxe Kirche.
Ihre Oberhäupter heißen Patriarchen.
Evangelische oder protestantische Kirche
Gemälde, das Martin Lutherdarstellt (Bild: dpa)
Großansicht: Martin LutherMartin Luther
Diese Kirche wie auch andere reformierte Kirchen gehen zurück auf eine Kirchenspaltung, die der Mönch Martin Luther in den Jahren nach 1517 nach Christus verursachte.
Ihn empörte besonders, dass die katholische Kirche damals Geld von den Gläubigen verlangte für die Befreiung von ihren Sünden. Die Gnade Gottes war für alle da, Jesus wollte sie nicht verkaufen.
Außerdem kritisierte er, dass der Gottesdienst auf lateinisch abgehalten wurde, obwohl die wenigsten Gläubigen diese Sprache verstanden. Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche: jede und jeder sollte sich seine eigene Meinung bilden über die Botschaft von Jesus.
 
Autorin: Aurelia Amann
 
Letzte Änderung am 23. Januar 2007
 
Im Text hervorgehobene Wörter:
Kirche: Kirche heißt zum einen das Haus, in dem christliche Gottesdienste stattfinden. Zum anderen bezeichnet "Kirche" die Glaubensgemeinschaft, in der ChristInnen Mitglieder sind, zum Beispiel "evangelische Kirche". Auch die Gemeinschaft aller ChristInnen auf der Welt, egal welcher Glaubensrichtung, kann der Begriff "Kirche" bezeichnen.
Papst: Papst bedeutet "Vater". Der Papst ist das Oberhaupt der katholischen Kirche. Jeder Papst lebt in Rom in seinem eigenen kleinen Staat, dem Vatikan. Viele sprechen vom Papst auch als "Heiliger Vater".
Christus: Christus ist das griechisch Wort für "der Gesalbte", es bedeutet dasselbe wie das hebräische "Messias". "Jesus Christus" bedeutet also: "Jesus der Gesalbte", "Jesus der König".
Jerusalem: Jerusalem ist heute die Hauptstadt des Staates Israel. Schon um 1000 vor Christus war es die Hauptstadt des Landes der Juden. Die Stadt wurde immer wieder von Feinden erobert und zerstört. Hier stand der Tempel des Königs Salomon (siehe Klagemauer). Jerusalem ist für Juden, Christen und Muslime eine Heilige Stadt.
Hexen: Hexen waren nach der Vorstellung der katholischen Kirche vom 14. Jahrhundert bis ins 18. Jahrhundert Frauen, die den Teufel anbeteten. Die Angst vor den "übersinnlichen Kräften" der Hexen führte so weit, dass Hexen ab dem Mittelalter über viele Jahre verfolgt und ermordet wurden. Mit der Frauenbewegung in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Hexe zu einem Symbol für starke und unabhängige Frauen. Viele Frauen bezeichneten sich selbst als Hexe in der Tradition der weisen Frauen. Sie beschäftigten sich mit den Naturreligionen und praktizierten deren Rituale und Zeremonien.
Ketzer: Ketzer wurden Menschen genannt, die die offiziellen Lehren der Kirche kritisierten. Ketzer wurden von besonderen Gerichten grausam verfolgt.
Jesus: Jesus von Nazareth ist für ChristInnen der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist. Er predigte von der Liebe Gottes zu den Menschen. Er wurde als Aufrührer hingerichtet, stand aber nach dem Glauben der Christen von den Toten auf. Er ist teil der Dreifaltigkeit: Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Priester: Priester sind Vermittler zwischen Gott und Menschen. In den christlichen Kirchen halten sie den Gottesdienst ab und leiten die Gemeinde.
Dreifaltigkeit: Der eine Gott des Christentums vereinigt in sich drei Wesensformen: er ist gleichzeitig Gottvater, Gottes Sohn Jesus und der Heilige Geist.
protestantische: Protestanten haben natürlich etwas mit Protest zu tun. Martin Luther und seine Anhänger zum Beispiel protestierten gegen Missstände in der katholischen Kirche. Statt "evangelische Kirche" kann man auch "protestantische Kirche " sagen. Es gibt sehr viele protestantische Glaubensgemeinschaften auf der Welt.
Bibel: Bibel: Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Buch". Die Bibel ist die heilige Schrift der Christen. Sie beginnt mit der Entstehung der Welt, erzählt von Abraham, von den Propheten und von Jesus. Die ältesten Teile der Bibel sind die Heiligen Schriften der Juden, die hebräische Bibel. Ein Teil der Hebräischen Bibel ist die Thora, die wichtigste Heilige Schrift der Juden. Auch der Islam bezieht sich auf die Bibel und erkennt ihre Propheten an.
Restauratorin arbeitet auf der Leiter stehend an einer großen Glocke (Bild: dpa)

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