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Tonfilm

Als der Film sprechen lernte

 
New York, 6. Oktober 1927: Hunderte Menschen drängeln sich vor einem Kino, um einen ganz besonderen Film zu sehen:
 
Szene aus "Der Jazzsänger" (Bild: ARD/Degeto)
Großansicht: Szene aus dem Film "Der Jazzsänger" von 1927Szene aus dem Film "Der Jazzsänger" von 1927
"Der Jazzsänger". Es gab zwar schon spannendere Filme, aber "Der Jazzsänger" ist der erste abendlange Tonfilm - eine Sensation!
Nicht, dass Kino bislang wirklich leise gewesen wäre. Auch zu Stummfilmen gab es Ton. Allerdings kam der während der Vorstellung live von einem Klavierspieler oder gleich einem ganzen Orchester.
Aber jetzt! Jetzt spricht tatsächlich ein Schauspieler von der Leinwand zum Publikum. Al Jonson sagt: „Warte einen Augenblick! Du hast bis jetzt doch noch nichts gehört!“ Die ZuschauerInnen toben vor Begeisterung.
Filmrolle mit Lichtton (Bild: dpa)
Großansicht: Filmrolle mit LichttonFilmrolle mit Lichtton
Und wie funktioniert das?
Mit dem so genannten Nadeltonverfahren. Dabei läuft der Film vom Projektor und der Ton von einer Schallplatte. An der entsprechenden Filmstelle startet der Vorführer die Platte - im "Jazzsänger" ganze sechs Mal.
Allerdings hat das Nadeltonverfahren einen Haken: Es ist sehr ungenau. So passiert es oft, dass der Schauspieler auf der Leinwand schon den Mund bewegt, wenn noch gar kein Ton zu hören ist.
Die deutschen Erfinder Hans Vogt, Joseph Massolle und Jo Engl entwickelten eine passende Methode: Das Lichttonverfahren. Ton und Film sind dabei nicht mehr voneinander getrennt, sondern laufen zusammen auf einer Filmrolle.
Bild von Charlie Chaplin (Bild: dpa)
Großansicht: Der Komiker Charlie ChaplinDer Komiker Charlie Chaplin
Für manche das Ende ihrer Laufbahn
Während das Publikum den Tonfilm feiert, bedeutet er für viele Schauspieler das Ende ihrer Karriere. Stummfilm-Darsteller werden für die neuen Sprechrollen nicht engagiert.
Nur einer bleibt dem Stummfilm treu und setzt sich durch: Charlie Chaplin. Bis 1936 dreht er Stummfilme, die weltberühmt werden.
Heute laufen Sprache, Musik und Geräusche zusammen. Doch 1927, als der Film sprechen lernte, war schon ein einziger gesprochener Satz im Film ein großes Ereignis. Deshalb erhielt „Der Jazzsänger“ 1929 auch einen Ehrenoscar.
Hier hörst du, wie der Film 1927 von einem Radiosprecher angekündigt wurde:
 
Autorin: Anke Rauch
 
Letzte Änderung am 31. März 2016
 
 
Historische Farbfernsehgeräte (Bild: dpa picture-alliance)

Erste Übertragung in bunt

1928 wurden zum ersten Mal Fernsehbilder von London nach New York übermittelt.
Inger Nilsson als Pippi Langstrumpf (Bild: dpa)

Pippi Langstrumpf

Stark, unabhängig, rotzfrech: dafür wird sie von ihren zahlreichen Fans geliebt.