Musikbox - Jukebox
Musik ohne Tanzkapelle
Erste Musikbox
Es ist der 23. November 1889 und Louis Glass, Firmendirektor aus San Francisco, hat einen wichtigen Termin im Restaurant Palais Royal: Er möchte seine nagelneue Erfindung vorstellen.
Es handelt sich um einen Automaten mit vier Hörrohren und Münz-Schlitzen an der Seite. Wer dort eine Münze einwirft, der kann Musik hören. Das seltsame Gerät war die erste Musikbox.
Musik im Tanzlokal und nirgendwo ist eine Tanzkapelle? Sensationell!
Das Publikum ist begeistert. Und das Gerät wird weiter entwickelt.
Die Musikbox ersetzt das Tanzorchester.
1906 haben die Gäste immerhin schon die Wahl zwischen 24 Musiktiteln. Die Lieder kommen jetzt aus einem Trichter, aber nur ganz leise. Als die Geräte mit elektrischen Verstärkern ausgerüstet werden, sind sie endgültig ein Muss in Eisdielen, Bars und Tanzlokalen.
So eine Musikbox hat viele Vorteile: Die Clubbesitzer müssen keine teuren Musiker bezahlen und die Gäste können trotzdem tanzen. Die Musikbox ist ein günstiges Vergnügen für alle. Sie wird auch "Jukebox" genannt.
Das Wort Juke stammt wahrscheinlich von einem afrikanischen Wort für "Tanzen".
Eine Wurlitzer Jukebox
Mindestens genauso wichtig wie die Musik ist das Aussehen der Automaten, nach dem Motto: Je bunter , desto besser.
Musikboxen glitzern, blinken und funkeln um die Wette und irgendwas ist immer in Bewegung. Manche haben Lautsprecher in Form von Autorädern oder Gehäuse, die an ein Raumschiff erinnern.
Als in den 70er Jahren immer mehr Diskotheken aufmachen werden die Musikboxen ausrangiert. Heute sind sie Kult und stehen in Wohnzimmern von Sammlern und - sie glitzern und klingen dort so schön wie damals.
Autorin: Constance Schirra
Letzte Änderung am 08. Februar 2013