Pommes Frites
Ersatz für frittierte Fische
Pommes gibt es heute oft aus der Gefriertruhe
Not macht erfinderisch - sagt jedenfalls ein bekanntes Sprichwort.
Und vielleicht wären auch die Pommes nie erfunden worden, wenn nicht ein Belgier vor einigen hundert Jahren vor einem scheinbar unlösbaren Problem gestanden hätte.
Es soll um das Jahr 1680 herum gewesen sein. Ein eiskalter Winter fegte damals in Belgien übers Land und ließ alles zu Eis erstarren.
Die Seen und sogar die Flüsse waren zugefroren und so war das Angeln kaum mehr möglich. Das war hart für die Belgier, denn nun mussten sie auf ihre Lieblingsspeise verzichten, auf die kleinen, fingerlangen Fischchen, die sie am liebsten knabberten, wenn sie in Öl frittiert und herrlich knusprig waren.
Noch keine Pommes: rohe Kartoffeln
Zum Glück hatte ein schlauer Gastwirt die rettende Idee: Er holte ein paar Eimer Kartoffeln aus dem Keller, schälte sie und schnitt sie in dicke Streifen, so dass sie eine ähnliche Form wie die kleinen Fischchen hatten.
Anschließend frittierte er die Kartoffelstäbchen in heißem Öl und servierte sie seinen Gästen anstelle der Fische.
Das war ein voller Erfolg! Den Leuten schmeckten die frittierten Kartoffeln sogar noch besser als der Fisch.
Heiß, fettig, fertig!
Und weil die Kartoffeln in Belgien "pommes de terre" (auf deutsch: Erdäpfel) heißen, nannten die Belgier die frittierten Kartoffeln "pommes frites".
Noch heute gibt es in Belgien an jeder Ecke und zu jedem Gericht Pommes. Sogar zu Krabbensalat. Und sie schmecken wirklich besonders gut, die belgischen Pommes! Bis die Pommes die gesamte Erdkugel erobert hatten, dauerte es aber trotzdem 200 Jahre.
Autorin: Friederike Wilhelmi
Letzte Änderung am 25. September 2007