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Olympia - Frauenverbot

 
Einige Staaten gehen ohne Frauen an den Start...

Bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit - im Jahr 1896 - durften Frauen nicht teilnehmen. Dieses Verbot wurde vier Jahre später aber wieder aufgehoben.
Trotzdem traten bei den Olympischen Spielen bis 2008 noch Staaten an, die aus reinen Männermannschaften bestanden. Im Jahr 2008 waren das Brunei, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.
In diesen Ländern wird Frauensport entweder grundsätzlich verboten, oder sie müssen sich an Kleidungsvorschriften halten, die den Sport fast unmöglich machen. Der Grund für dieses Verbot ist oft die islamische Religion, die den Frauen eine bestimmte Kleiderordnung und die Trennung von Mann und Frau vorschreibt.
Zeichnung der Olympischen Charta (Regelbuch) (Bild: SWR)
Die Regeln der Olympischen Spiele stehen in der Olympischen Charta
In der Olympischen Charta sind die Regeln für die Olympischen Spiele festgelegt. Dort steht auch, dass jede Art von Diskriminierung verboten ist.
Länder die sich nicht an die Olympische Charta halten, kann das Internationale Olympische Komitee von den Spielen ausschließen. So durfte Südafrika wegen Rassen-Diskriminierung 24 Jahre nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen.
"Alle Formen der Diskriminierung mit Bezug auf ein Land oder eine Person, sei es aus Gründen von Rasse, Religion, Politik, Geschlecht oder aus sonstigen Motiven, sind mit der Olympischen Bewegung unvereinbar" (Regel 3, Kapitel 1 der Olympischen Charta)
Forderungen an das Internationale Olympische Komitee
Die Europäische Union unterstützt die gleichberechtigte Teilnahme-Möglichkeit für Frauen an den Olympischen Spielen. Sie hat das Nationale Olympische Komitee dazu aufgefordert, Ländern, die Frauen nicht zu den Olympischen Spielen zulassen, die Teilnahme an den Wettkämpfen zu verbieten.
Der Grund, warum diese Länder auch in diesem Jahr wieder dabei sind: Fremde Kulturen und ihre Religionen müssen geachtet werden. Und da die Diskriminierung der Frauen in diesen Ländern mit der islamischen Religion begründet wird, sieht das Internationale Olympische Komitee darin keinen Bruch der Olympischen Charta.
Die Proteste laufen weltweit. Vor den Olympischen Spielen in Atlanta (1996) wurde in Frankreich die Initiative "Atlanta Plus" gegründet. Vier Jahre später wurde sie in "Atlanta-Sydney Plus" umbenannt und 2004 dann in "Atlanta, Sydney, Athen plus". Bei Olympischen Spielen in Peking (2008) nennt sich die Initiative "Atlanta, Sydney, Athen, Peking plus" und kämpft immer noch für die Gleichberechtigung der Frauen.
Und sie scheint etwas bewegt zu haben: Das islamische Königreich Saudi Arabien entsandte 2012 zum ersten Mal Frauen zu den Olympischen Spielen. Allerdings mit Einschränkungen: Denn es konnte sich nur eine Frau qualifizieren. Und sie musste sich für die Teilnahme von Kopf bis Fuß bekleiden - einschließlich einer Kopfbedeckung. In Saudi Arabien gilt nämlich eine strenge Kleidungsordnung, was die Teilnahme an Sportveranstaltungen erschwert.
 
Autorin: Ursi Zeilinger
 
Letzte Änderung am 27. April 2015
 
 
 
 
 
 
 
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