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Fahrrad

Vom „Knochenschüttler“ zum Rad für alle

 
 
Karl Drais ist der Erfinder des Fahrrads. Im Juni 1817, macht er sich mit seinem Holzrad zum ersten Mal auf den Weg.
 

Die Geschichte des Fahrrads

SWR
Vor 200 Jahren erfand Karl Drais das Fahrrad. Was viele für eine Spinnerei hielten, wurde zu einer wahren Erfolgsgeschichte.
 
Ewald Dubb auf einer nachgebauten Draisine (Bild: dpa picture-alliance)
Großansicht: So sah die "Laufmaschine" ausSo sah die "Laufmaschine" aus
Für die Mannheimer muss es ungewöhnlich aussehen, als Karl Drais im Sommer 1817 durch die Stadt saust: Er sitzt auf einem Holzgestell mit zwei Rädern und stößt sich mit den Füßen am Boden ab.
Bisher machen die Menschen Ausflüge nur mit Pferden und Kutschen. Bequem wie eine Kutsche ist seine „Laufmaschine“ zwar nicht, sagt Drais. Aber dafür schon fast dreimal schneller als zu Fuß!
Noch waren diese Zweiräder jedoch ziemlich teuer und nicht einfach zu fahren. Viele schafften es nicht, auf den holprigen Straßen das Gleichgewicht zu halten. Die Maschine wurde bald nur noch „Knochenschüttler" genannt und schon nach zwei Jahren zunächst einmal vergessen.
Ein Mann fährt Hochrad (Bild: dpa Picture-Alliance)
Großansicht: Hochradfahrer gibt es heute kaum nochHochradfahrer gibt es heute kaum noch
Erst 50 Jahre später erinnerte sich der Franzose Pierre Michaux wieder daran. Seine „Velozipede“ („schnelle Füße“) hatten nun Pedale am Vorderrad.
In England wurde das Gefährt weiter entwickelt und das schnellere Hochrad erfunden. Das war aber nur etwas für Mutige: Die FahrerInnen saßen ganz oben auf dem bis zu 1,50 Meter hohen Vorderrad, so dass es oft schlimme Stürzen gab.
Das sichere Niederrad mit zwei gleich großen Rädern und Kettenantrieb – wie wir es heute kennen – wurde 1885 ebenfalls in England gebaut und zum ersten Mal auch „Fahrrad“ genannt.
Es gab sogar Fahrschulen und immer mehr Radfahrclubs.
Sabine Spitz bei einem Mountainbike-Rennen (Bild: dpa picture-alliance)
Großansicht: Heute kein Problem mehr: DamenradrennenHeute kein Problem mehr: Damenradrennen
Für Frauen, die damals noch lange Röcke trugen, war das Fahren allerdings gefährlich. Weil Hosen oder Sportkleidung für sie als unanständig galten, wurden Damenrennen in Deutschland im Jahr 1900 sogar verboten! Begeisterte Radfahrerinnen ließen sich davon jedoch nicht abhalten. Richtig aufgehoben wurde das Verbot erst 1967.
Vor rund 110 Jahren wurden Fahrräder dann schon in großen Mengen hergestellt. Der Konkurrenzkampf der Hersteller ließ die Preise sinken.

Ein Junge auf einem hölzernen Laufrad (Bild: dpa Picture-Alliance)
Großansicht: Gut zum Üben: ein HolzlaufradGut zum Üben: ein Holzlaufrad
Jetzt konnten sich die meisten ein Fahrrad leisten: für die Fahrt zur Arbeit, zum Sport und für Ausflüge.
Das Fahrrad wurde bis zur Erfindung des Autos für die Menschen zum wichtigsten Fortbewegungsmittel. Im Radfahr-Land Holland gibt es sogar mehr Fahrräder als Einwohner!
Auch Karl Drais ist nicht vergessen: Mit Laufrädern lernen Kinder heute das Balancieren auf zwei Rädern – bis sie auf das „normale" Rad umsteigen.
Und seit das Benzin fürs Auto immer teurer wird, schwingen sich auch immer mehr Erwachsene wieder in den Sattel.
 
Autoren: Michael Grimm, Katharina Handy
 
 
 
 
 
 
 
 
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