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Weltraumschrott

 

Schrott bedroht die ISS

Ein Beitrag von Boris Bauer
 
Computersimulation, die Schrottteile zeigt, die die Erde umkreisen (Bild: dpa Picture-Alliance)
Großansicht: Es wird eng im Weltraum!Es wird eng im Weltraum!
Es sieht aus, wie eine Szene aus einem Science Fiction Film: Ein riesiger Schwarm Insekten umkreist unsere Erde.
In Wirklichkeit ist es Müll, Weltraumschrott, der sich im Weltraum angesammelt hat.
Weit über 12.000 Teilchen, alle größer als 10 Zentimeter, rasen mit hoher Geschwindigkeit durch den Weltraum - die kleineren Teile lassen sich gar nicht zählen!
Es sind: Werkzeuge, die Astronauten bei Reparaturen verloren haben oder Satelliten- und Raketenteile. So war "Sputnik I" nicht nur der erste Satellit im Weltraum - er war auch der erste Müll, der achtlos zurückgelassen wurde.
Zeichnung eines Satelliten, der durch eine Explosion in zahlreiche Teilchen verfällt (Bild: ESA)
Großansicht: Explodiert ein Satellit, entstehen Tausende TeilExplodiert ein Satellit, entstehen Tausende Teil
Einmal im All, landet der Schrott in der Umlaufbahn der Erde - und dort bleibt er auch. Nur langsam sinkt er, solange bis er irgendwann in die Erdatmosphäre eintritt und verglüht. Das kann - je nach Höhe - Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte dauern.
So ist es kein Wunder, dass sich immer mehr Abfall im All ansammelt. Zusammenstöße sind programmiert. Prallt ein Teil auf ein anderes, entstehen durch die Wucht unzählige neue Teile.
Satellit auf seiner Umlaufbahn (Bild: dpa Picture-Alliance)
Großansicht: Satelliten schicken wichtige Daten auf die ErdeSatelliten schicken wichtige Daten auf die Erde
Für die Satelliten und die Weltraumstation ISS ist das eine große Gefahr. Schon winzige Teile können sie ernsthaft beschädigen. Ausfälle sind die Folge:
Handys oder Navigationssysteme funktionieren nicht mehr richtig oder das Fernsehbild verschwindet. Auch die Wettervorhersage ist auf die Daten aus dem All angewiesen.
Um Störungen und teure Reparaturen zu vermeiden, bekommen neue Satelliten eine Art Schutzschild. Gegen größere Schrottteile helfen diese aber nicht. Dann müssen Satelliten dem Schrott ausweichen. Auch die ISS ist schon mehrere Ausweichmanöver geflogen, um nicht beschädigt zu werden.
Zeichnung der Erde, der Erdatmosphäre und der Umlaufbahn (Bild: SWR)
Großansicht: Alte Satelliten müssen aus der Umlaufbahn!Alte Satelliten müssen aus der Umlaufbahn!
Bis die "Weltraum-Müllabfuhr" kommt, wird noch Zeit vergehen. So lange liegen die Schrott-Teile im "Weltraum-Friedhof":
Der befindet sich in einer Höhe von über 36.000 Kilometern. Diese Höhe wird von der Raumfahrt nicht genutzt. Alte Satelliten können also keinen Schaden anrichten.
Oder die Satelliten werden in die entgegengesetzte Richtung gesteuert: hin zur Erde, um in der Atmosphäre zu verglühen.
 
Autorin: Sandra Goller
 
Letzte Änderung am 14. Dezember 2012
 
Drei chinesische Taikonauten vor ihrem Abflug (Bild: dpa Picture-Alliance)

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