Ballett und Tanz
Die Anfänge am französischen Hof
Ballett traditionell
Die Italienerin Katharina von Medici hatte ihre Gäste zu keiner gewöhnlichen Hochzeit eingeladen. Sie wollte im Jahr 1533 immerhin den französischen Thronfolger Heinrich II. heiraten. Also sollte etwas Besonderes her: Sie ließ italienische Tänzer nach Frankreich kommen, die auf ihrer Hochzeit tanzten. So etwas hatte es dort noch nie gegeben!
Einige ExpertInnen bezeichnen diese Tänze deshalb als erste Ballettaufführung der Geschichte. Andere sagen, dass es Balletttänze an herrschaftlichen Höfen schon früher gab – in Italien, bei der Kaufmannsfamilie Medici, wo Katharina aufwuchs.
Volkstümliche Tänze bei John Neumeier
Kaum Königin, lud Katharina regelmäßig zu Tanzabenden ein, die bis zum Morgen dauerten. Es tanzten nur Männer, die damals Schritte und Bewegungen des Volkstanzes aufführten, aber auch anmutige höfische Posen. Je nachdem, was getanzt wurde, trugen sie dabei Lederhosen und Stoffhemden oder knielange Röcke und eine Feder im Haar. Außerdem trat kein Tänzer allein auf -
Ballett gab es nur in der Gruppe. Auch beim sogenannten Rossballett. Dabei wurde auf den Rücken von Pferden getanzt.
Katharinas Tanzabende waren das Gesprächsthema Nr. 1. Alle wollten dabei sein und Ballettvorstellungen waren plötzlich etabliert im höfischen Leben.
Sonnenkönig: Ludwig XIV.
Auch König Ludwig XIV., der Ur-Enkel von Katharina, war schon früh begeistert vom Ballett - er spielte als 13-Jähriger selbst mit. Meistens verkörperte er die Sonne. Deshalb wurde er später als „Sonnenkönig“ berühmt. Er war es auch, der 1661 in Paris die weltweit erste Tanzschule gründete und sogar Frauen im Ballett zuließ.
Frankreich blieb über drei Jahrhunderte das Zentrum der Ballettbewegung. Deshalb ist Französisch auch heute noch die internationale Sprache des Balletts.
Autoren: Christin Bamberg und Matthias Ebert
Letzte Änderung am 02. September 2008
Eine Übersicht über alle erklärten Begriffe findest du im
ABC.