Ballett und Tanz
Die Anfänge: Mehr Freiheit!
Barfuß und im weiten Kleid
Gegen die Regeln verstoßen und alles anders machen, als es üblich ist – dazu braucht es Mut und den festen Glauben an die eigenen Ideen. Genau das hatten einige TänzerInnen vor etwa hundert Jahren.
In Spitzenschuhen und Korsett zu tanzen kam ihnen unnatürlich vor. Und die seit Jahrhunderten streng festgelegten Bewegungen des Balletts waren ihnen plötzlich zu eng geworden. Ihre Forderung: Freiheit! Sie wollten auf der Bühne tanzen, wie es ihnen gefiel.
Freie Bewegungen
Los ging die Erneuerung des Tanzes in Europa: Solo-Tänzerinnen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien traten plötzlich barfuß auf und tanzten ganz neue Schrittfolgen. Außerdem bestimmten sie selbst, was sie auf der Bühne zeigen wollten.
Eine von ihnen war die aus Amerika zugereiste Tänzerin Isadora Duncan. Sie gilt heute als „Mutter“ des modernen Bühnentanzes.
Einmal angestoßen kam der Stein ins Rollen: Bisher nie gezeigte Bewegungen eroberten die Tanzwelt. Schlagen, stampfen, stoßen – plötzlich war alles möglich.
Neuer Tanzstil: Der "Modern Dance"
Der Wunsch nach tänzerischer Freiheit blieb nicht auf Europa beschränkt: Auch in Amerika begannen TänzerInnen und
ChoreografInnen, mit neuen Formen zu experimentieren.
Im Laufe der Zeit entwickelten sich verschiedene moderne Tanzstile: In Deutschland zum Beispiel bildete sich der Ausdruckstanz heraus, auch „German Dance“ genannt. Entwickelt wurde dieser freie und ausdrucksstarke Stil von Rudolf von Laban, später auch von seiner Schülerin Mary Wigman.
In Amerika entstand um 1930 der sogenannte „Modern Dance“. Begründet hat diesen Stil die Tänzerin und Choreografin Martha Graham.
Tanztheater
Das Tanztheater ist eine weitere Form des modernen Bühnentanzes. Sein Markenzeichen: Tanz und Theater werden auf einer Bühne vereint.
Nicht allen Zuschauern gefielen die damals noch ungewöhnlichen Ideen der TänzerInnen und ChoreografInnen: Anfangs verließen einige entsetzt die Aufführungen. Heute ist das, was damals zum ersten Mal zu sehen war, selbstverständlich geworden und begeistert das Publikum.
Autorin: Claudia Butter
Letzte Änderung am 27. September 2008
Eine Übersicht über alle erklärten Begriffe findest du im
ABC.