Ballett und Tanz
Tanztheater = Tanzen + Theater
Fast alles ist möglich
Rennen und sich an den Haaren ziehen: Beim Tanztheater ist fast alles möglich. Seine Geburtsstunde war Ende der 1960er Jahre in Deutschland.
Damals wandten sich StudentInnen gegen alte Traditionen und kämpften für mehr Freiheit – das war die sogenannte "68er Bewegung“. Ihr gehörten auch junge TänzerInnen und
ChoreografInnen an. Sie griffen die Ziele in ihrem Tanz auf und suchten nach neuen Ausdrucksformen.
Auch eine Portion Schauspiel gehört dazu
Wie aber sieht Tanztheater aus? Ganz verrückt: Die TänzerInnen wälzen sich auf dem Boden, halten sich die Hände vor die Augen oder schütten sich Wasser über den Kopf. Außerdem sprechen sie auf der Bühne. Wie reines Tanzen sieht das dann gar nicht mehr aus: Es kommt eine Portion Theater und Schauspiel dazu.
Tanztheater hat viele Gesichter. Jede Choreografin und jeder Choreograf hat andere typische Bewegungsformen entwickelt. So kommt jede Geschichte anders auf die Bühne.
Ein Gletscher auf der Bühne
Eine Form des Tanztheaters ist zum Beispiel die Revue. Im Gegensatz zum Theaterstück fehlt ihr eine durchgehende Handlung. Stattdessen gibt es ein Thema, zu dem einzelne, locker aneinandergereihte Szenen gezeigt werden. Geht es zum Beispiel um das Thema Schönheit, wird mal ein explodierendes Feuerwerk bejubelt, mal macht ein Tänzer seiner Partnerin eine Liebeserklärung, mal wird eine hübsche Landschaft gezeigt.
Ein umjubelter Star des Tanztheaters ist die Tänzerin und Choreografin Pina Bausch mit ihrem Wuppertaler Tanztheater. Sie lässt ihre TänzerInnen schon mal auf einer dicken Schicht Torf tanzen oder sich von einem überdimensionalen Gletscher abseilen. Daran ist ihr Publikum gewöhnt. Mit ihrem Mut zu freien Bewegungen und ungewöhnlichen Stücken hat Pina Bausch das Tanztheater auf der ganzen Welt berühmt gemacht.
Autorin: Claudia Butter
Letzte Änderung am 27. September 2008
Eine Übersicht über alle erklärten Begriffe findest du im
ABC.