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Energie & Umwelt

Atomstrom: Sauber oder gefährlich?

 
Wegweiser "Kernkraftwerk" vor Kraftwerk (Bild: dpa)
Viel Strom aus Atomkraft
Ein Teil des in Deutschland verbrauchten Stroms wird in Kernkraftwerken hergestellt. Kernkraftwerke arbeiten mit dem Rohstoff Uran. In Deutschland ist kein Uran in der Erde. Es muss in Ländern wie Australien oder Kanada gekauft werden. Trotzdem ist Atomstrom billig.
Denn aus wenig Uran kann viel Strom gewonnen werden. Außerdem entsteht in den Kernkraftwerken nicht so viel umweltschädliches Kohlendioxid wie bei anderen Energieträgern. Das sind die Vorteile der Kernkraft.
Castorbehälter, in dem Brennelemente gelagert werden sollen (Bild: dpa)
Vorbereitung zur Endlagerung
Für viele Menschen wiegen die Nachteile aber schwerer:
In Kernkraftwerken entstehen radioaktive Strahlen, die Krankheiten wie Krebs verursachen können.
Gelangen diese Strahlen in die Natur, werden Menschen und Tiere krank. In einer verstrahlten Gegend darf auch kein Gemüse mehr angebaut werden. Es wäre ungesund, es zu essen.
Mann zwischen Wand aus gelben Castoren (Bild: dpa)
Wohin mit dem Atommüll?
Außerdem gibt es große Mengen Atommüll, der auch in Tausenden von Jahren noch strahlt.
Niemand weiß, wo das radioaktive Material über einen so langen Zeitraum sicher gelagert werden kann, damit das Leben auf der Erde in Zukunft nicht gefährdet ist.
Wissenschaftler suchen nach Endlagern tief unter der Erde, so dass die Strahlen auf gar keinen Fall bis an die Oberfläche oder ins Trinkwasser gelangen können.
Bagger erkundet Bergwerk  (Bild: dpa)
Suche nach Lagerstätten unter der Erde
Bisher haben sie allerdings so einen sicheren Ort noch nicht gefunden.
Seit vielen Jahren wird über Kernkraft gestritten. Die Befürworter der Atomkraftwerke sagen, dass ohne Atomkraft nicht genug Strom hergestellt werden kann und dass Atomstrom sauber und billig ist.
Die Gegner finden Atomkraftwerke und Atommüll einfach zu gefährlich.
Die Regierung aus SPD und Grünen hat 2002 beschlossen, alle Atomkraftwerke nach und nach abzuschalten. Im Oktober 2010 hat die nächste Regierung aus CDU/CSU/FDP dies rückgängig gemacht und beschlossen, dass die Kernkraftwerke länger laufen sollen.
Das zerstörte Kraftwerk in Fukushima (Bild: dpa Picture-Alliance)
Kraftwerk in Fukushima
Dann gab es im März 2011 ein Erdbeben und einen Tsunami in Japan. Dabei wurde das Atomkraftwerk in Fukushima schwer beschädigt. Tausende Menschen mussten ihre radioaktiv verstrahlten Häuser verlassen und konnten nicht zurückkehren.
Nach der Katastrophe in Fukushima hat Bundeskanzlerin Merkel, wie viele andere Menschen auch, ihre Meinung über die Atomkraft geändert. Sie hat eine Prüfung der deutschen Atommeiler veranlasst. Ältere Kraftwerke wurden schnell abgeschaltet.
Im August 2011 hat der Bundestag ein Gesetz beschlossen, das den Ausstieg aus der Atomenergie regelt. Das letzte deutsche Atomkraftwerk soll 2022 abgeschaltet werden. Strom soll dann mehr aus Sonnenenergie, Wind und Wasserkraft gewonnen werden.
 
Autorin: Dorothea Szymanski / Aurelia Amann
 
Letzte Änderung am 02. März 2012
 
Im Text hervorgehobene Wörter:
Kohlendioxid: Kohlendioxid, kurz CO², ist ein natürliches Gas. Menschen und Tiere atmen zum Beispiel mit jedem Atemzug Kohlendioxid aus; CO² befindet sich auch in Getränken wie Sprudel oder Cola.
Kohlendioxid ist aber ein Treibhausgas, das für das Klima sehr wichtig ist. Ohne dieses Treibhausgas wäre es auf der Erde nämlich ständig minus 18 Grad kalt. Durch das Kohlendioxid in der Luft werden Sonnenstrahlen reflektiert. So heizt sich die Atmosphäre auf und auf der Erde herrschen im Durchschnitt plus 15 Grad Celsius.
Der Mensch produziert aber viel mehr Kohlendioxid, als für die Umwelt gut ist – zum Beispiel durch die Verbrennung der fossilen Energieträger. Dadurch nimmt der Treibhauseffekt zu und über viele Jahre verändert sich das Klima. Deshalb wird es auf der Erde immer wärmer.
radioaktive: Radioaktive Strahlung entsteht beim Zerfall von instabilen Atomkernen und ist nicht sichtbar. Für Menschen ist Radioaktivität gefährlich. Zum einen durch die Strahlung selbst, zum anderen durch den Kontakt mit verstrahltem Material, zum Beispiel Lebensmittel. Deshalb wurde in Deutschland nach dem Reaktor-Unglück in Tschernobyl vor dem Verzehr von Freilandgemüse oder Pilzen gewarnt.
Endlagern: In einem Endlager soll der Atommüll für lange Zeit gelagert werden. Eine endgültige Lösung für das Atommüll-Problem gibt es bisher noch nicht. Niemand weiß, wo das radioaktive Material für Hunderte von Jahren sicher lagern kann. In Deutschland wird versucht, tief unter der Erde ein Endlager zu errichten. Im Moment wird aber erst noch überprüft, ob und wo so ein Endlager entstehen könnte. Ein vorläufiges Endlager gibt es in Morsleben.