Kindernetz

Atomkraftwerk

Gefährlicher Stromlieferant

 
 
Das Kernkraftwerk Biblis in Hessen (Bild: dpa)
Großer Stromlieferant: das Kernkraftwerk
Die Kraft der Atome ist schwer vorstellbar. Denn Menschen können sie nicht sehen, hören, riechen, schmecken oder fühlen.
Atome sind so kleine Teilchen, dass sie mit dem Auge nicht zu erkennen sind. Etwa 30 Prozent des Stroms, der aus deutschen Steckdosen kommt, wird durch Atomkraft gewonnen. Und zwar dadurch, dass diese winzigen Teilchen noch weiter zerteilt werden.
Denn je mehr Einzelteile ein Atom ausmachen, umso wackeliger ist es – und umso einfacher zerfällt es auch wieder.
Wartungsarbeiten im Kernkraftwerk Krümmel  (Bild: dpa)
Durch die Spaltung der Atome entsteht Energie
Bei dem Zerfall entsteht radioaktive Energie. Durch diese Energie wird in Kernkraftwerken Strom erzeugt. Damit möglichst viel Strom herauskommt, wird die Spaltung des Atoms in den Kraftwerken beschleunigt. Das größte natürliche Atom ist Uran. Es besteht aus besonders vielen Teilchen, die sich leicht voneinander lösen.
Die Stromerzeugung durch Uran ist sehr wirkungsvoll. Ein Kilogramm reines Uran würde bei seinem Zerfall nämlich rein theoretisch 2,5 Millionen Mal so viel Energie erzeugen, wie ein Kilo Steinkohle, die verbrannt wird. Das ist der Vorteil der Kernkraftkraftwerke.
Es ist also einfach, durch wenig Uran viel Strom herzustellen – doch Uran ist auch ganz schön gefährlich. Die Strahlen, die bei dem Zerfall des Atoms entstehen, sind nämlich für den Körper schädlich und können schlimme Erkrankungen hervorrufen.
Starker Polizeischutz für den Transport von Atommüll (Bild: dpa)
Vorsicht beim Transport, denn auch Atommüll strahlt
Außerdem ist es kompliziert, den Müll, der in den Kernkraftwerken entsteht, zu entsorgen. Auch der Müll strahlt und muss von den Kraftwerken in Endlager gebracht werden, wo er verschlossen aufgehoben wird. Selbst, wenn er dort Hunderte von Jahren lagert, strahlt er noch.
Der Atommüll wird in speziellen Behältern transportiert, den so genannten Castoren. Immer wieder protestieren Menschen gegen diese Castor-Transporte.
 
Autorin: Dorothea Szymanski 
Letzte Änderung am 05. Mai 2010
 
Im Text hervorgehobene Wörter:
radioaktive: Radioaktive Strahlung entsteht beim Zerfall von instabilen Atomkernen und ist nicht sichtbar. Für Menschen ist Radioaktivität gefährlich. Zum einen durch die Strahlung selbst, zum anderen durch den Kontakt mit verstrahltem Material, zum Beispiel Lebensmittel. Deshalb wurde in Deutschland nach dem Reaktor-Unglück in Tschernobyl vor dem Verzehr von Freilandgemüse oder Pilzen gewarnt.
Endlager: In einem Endlager soll der Atommüll für lange Zeit gelagert werden. Eine endgültige Lösung für das Atommüll-Problem gibt es bisher noch nicht. Niemand weiß, wo das radioaktive Material für Hunderte von Jahren sicher lagern kann. In Deutschland wird versucht, tief unter der Erde ein Endlager zu errichten. Im Moment wird aber erst noch überprüft, ob und wo so ein Endlager entstehen könnte. Ein vorläufiges Endlager gibt es in Morsleben.
Castor: Castor ist die englische Abkürzung für „Cask for Storage and Transport of Radioactive material“. Übersetzt heißt das „Behälter für Lagerung und Transport von radioaktivem Material“. In diesen Behältern wird der Atommüll aufbewahrt und transportiert. Damit das radioaktive Material auch wirklich sicher eingeschlossen ist, haben die Castoren über 40 Zentimeter dicke Wände und werden streng kontrolliert.
Links zum Thema
Atombomben im 2.Weltkrieg - Hiroshima und Nagasaki
http://www.kindernetz.de/infonetz/atombombe/-/id=173204/nid=173204/did=34230/1nu847b/index.html