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Energie & Umwelt

Atommüll: Strahlender Abfall

 
Lastwagen kippt Abfall auf eine Müllhalde (Bild: dpa)
Atommüll kann nicht auf einer Müllkippe entsorgt werden.
Papier, Plastik, Bio – Müll entsteht fast überall; auch in Atomkraftwerken. Brennelemente, technisches Material, Schutzkleidung, sogar Putzlappen und das Gebäude selbst müssen irgendwann entsorgt werden.
Aber Atommüll kann nicht einfach so auf eine Müllkippe geworfen oder in einer Recyclinganlage weiterverarbeitet werden.
Denn seine radioaktiven Strahlen sind für Mensch und Umwelt sehr gefährlich und halten sich über Hunderte von Jahren.
Castor-Behälter beim Verladen (Bild: dpa)
Atommüll wird in Castoren gelagert und transportiert
Damit auch unsere Nachfahren in tausend Jahren nicht durch die Strahlen gefährdet werden, muss der Müll sicher gelagert werden. Aber niemand weiß genau, wie und wo die strahlenden Überreste über einen so langen Zeitraum bleiben können.
Im Moment wird der Müll zunächst in speziellen Behältern, den Castoren, aufbewahrt. Diese Behälter sollen besonders sicher sein, so dass keine Strahlen nach außen dringen können. Aber auch diese Castoren müssen irgendwo aufbewahrt werden.
Starker Polizeischutz für den Transport von Atommüll (Bild: dpa)
Vorsicht beim Transport, denn auch Atommüll strahlt
Ein Teil des Atommülls bleibt direkt in den Atomkraftwerken. Dafür wurden spezielle Lagerhallen gebaut, in denen die Castoren untergebracht werden.
Es gibt aber auch Zwischenlager, wie zum Beispiel Gorleben in Niedersachsen. Die Castoren werden dorthin transportiert. Bei solchen Atommüll-Transporten fahren Züge und LKW den strahlenden Müll durch ganz Deutschland. Dabei kommt es immer wieder zu Protesten. Denn viele Menschen haben Angst, dass bei einem Unfall radioaktive Strahlung austreten könnte.
Luftbild der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield in England (Bild: dpa)
Wiederaufbereitungsanlage Sellafield
Manche Brennstäbe werden auch zu Wiederaufbereitungsanlagen nach Frankreich oder England transportiert. Dort sollen sie weiterverarbeitet werden. Aber durch die Wiederaufbereitung entsteht noch mehr Abfall.
Deutschland hat sich dafür entschieden, den Atommüll in den Zwischenlagern zu lagern - bis ein Endlager gefunden wird, das sicher genug ist.
Es gibt also noch keine endgültige Lösung für das Atommüll-Problem.
 
Autorin: Dorothea Szymanski 
Letzte Änderung am 25. April 2012
 
Im Text hervorgehobene Wörter:
radioaktiven: Radioaktive Strahlung entsteht beim Zerfall von instabilen Atomkernen und ist nicht sichtbar. Für Menschen ist Radioaktivität gefährlich. Zum einen durch die Strahlung selbst, zum anderen durch den Kontakt mit verstrahltem Material, zum Beispiel Lebensmittel. Deshalb wurde in Deutschland nach dem Reaktor-Unglück in Tschernobyl vor dem Verzehr von Freilandgemüse oder Pilzen gewarnt.
Castoren: Castor ist die englische Abkürzung für „Cask for Storage and Transport of Radioactive material“. Übersetzt heißt das „Behälter für Lagerung und Transport von radioaktivem Material“. In diesen Behältern wird der Atommüll aufbewahrt und transportiert. Damit das radioaktive Material auch wirklich sicher eingeschlossen ist, haben die Castoren über 40 Zentimeter dicke Wände und werden streng kontrolliert.
Zwischenlager: In Deutschland gibt es bisher zwei Zwischenlager, in Ahaus und in Gorleben. In den beiden Zwischenlagern wird der radioaktive Abfall aus den Kernkraftwerken über der Erde aufbewahrt; seit dem Jahr 2005 soll der Atommüll allerdings nicht mehr in diese Zwischenlager transportiert werden.
Wiederaufbereitungsanlagen: Abgebrannte Brennstäbe können in Wiederaufbereitungsanlagen erneut zu Brennstäben verarbeitet werden. Außerdem können aus dem material Atomwaffen hergestellt werden. Die beiden großen Wiederaufbereitungsanlagen sind im französischen Le Hague und im englischen Sellafield. Bei der Wiederverwertung der Brennstäbe entsteht neuer Atommüll.
Endlager: In einem Endlager soll der Atommüll für lange Zeit gelagert werden. Eine endgültige Lösung für das Atommüll-Problem gibt es bisher noch nicht. Niemand weiß, wo das radioaktive Material für Hunderte von Jahren sicher lagern kann. In Deutschland wird versucht, tief unter der Erde ein Endlager zu errichten. Im Moment wird aber erst noch überprüft, ob und wo so ein Endlager entstehen könnte. Ein vorläufiges Endlager gibt es in Morsleben.