Kindernetz

Energie & Umwelt

Braunkohle: Energie aus Biomüll

 
Grafik: Entstehung von Kohle unter der Erde (Bild: SWR)
Tief unter der Erde: Die Kohle
Ein großer Anteil unseres Stroms entsteht aus Biomüll! Denn vor Millionen von Jahren wucherte in Deutschland Urwald. Dann kam eine Flut, Schlamm und Wasser begruben die Pflanzen und pressten sie zusammen.
Zuerst wurde aus den Pflanzen Torf. Über einen Zeitraum von vielen Millionen Jahren wurde dieser Torf mit Kohlenstoff angereichert und in einem chemischen Prozess entwickelte sich Braunkohle daraus.
Das wird Inkohlung genannt.
Tagebaugebiet vor einem Braunkohlekraftwerk (Bild: dpa)
Braunkohle-Bagger schaufeln die Kohle im Tagebau
Nirgends auf der Welt wird so viel Braunkohle hergestellt wie in Deutschland. Da die Kohle nur wenige Meter unter der Erde liegt kann sie im Tagebau gewonnen werden. Riesige Bagger schaufeln die Kohle auf Förderbänder.
Im Braunkohlekraftwerk wird die Kohle verbrannt und es entsteht Wärme, aus der wiederum Strom erzeugt werden kann. Viele Haushalte in Deutschland werden zentral mit diesem Strom versorgt. Braunkohle wird meist dort verbraucht, wo sie gewonnen wird und ist deshalb billiger als andere Rohstoffe.
Ein mit Wasser gefülltes Tagebaugebiet (Bild: dpa)
Aus der Tagebaugrube soll ein Erholungssee entstehen.
Ist die Kohle aus dem Tagebau abgebaggert, bleiben riesige Gruben übrig, die einer Mondlandschaft ähneln. Sie werden mit Erde oder Wasser gefüllt und nach einigen Jahren entsteht ein Park oder See.
Und bald kehren die Menschen zurück in ein Gebiet aus dem sie einmal vertrieben worden sind. Denn als der Braunkohlebagger kam, machte er auch vor Ortschaften nicht halt. Die Menschen mussten weichen und wurden umgesiedelt. Ganze Städte wurden so dem Erdboden gleich gemacht.
Schornsteine mit Rauchwolken (Bild: dpa)
Klimakiller Kohlekraftwerk
Klimaschützer können der Braunkohle nicht viel abgewinnen.
Bei keinem anderem Energieträger entsteht soviel Kohlendioxid, wie bei der Verbrennung von Braunkohle. Das Treibhausgas Kohlendioxid verändert das Klima der Erde nachhaltig.
Aus den Kohlekraftwerken stammt über ein Drittel der Treibhausgase, die in Deutschland freigesetzt werden.
 
Autorin: Dorothea Szymanski 
Letzte Änderung am 28. April 2010
 
Im Text hervorgehobene Wörter:
Inkohlung: Bei der Entstehung von Kohle findet ein chemischer Prozess statt, der Inkohlung genannt wird. Schlamm- und Wassermassen pressen die Pflanzen in der Erde zusammen, so dass sie keinen Sauerstoff bekommen. Deshalb können sie auch nicht verwesen. Statt dessen bildet sich Kohlenstoff in den Pflanzen. Mit der Zeit entsteht daraus Torf, der später zu Kohle wird.
Tagebau: Braunkohle wird im Tagebau, also an der Erdoberfläche, abgebaut. Zwar befindet sich die Braunkohle unter der Erde; allerdings nicht ganz so tief wie die Steinkohle. Deshalb müssen keine Stollen angelegt werden. Ist die Kohle aus dem Tagebau abgebaggert, bleiben riesige Gruben übrig, die einer Mondlandschaft ähneln.
Kohlendioxid: Kohlendioxid, kurz CO², ist ein natürliches Gas. Menschen und Tiere atmen zum Beispiel mit jedem Atemzug Kohlendioxid aus; CO² befindet sich auch in Getränken wie Sprudel oder Cola.
Kohlendioxid ist aber ein Treibhausgas, das für das Klima sehr wichtig ist. Ohne dieses Treibhausgas wäre es auf der Erde nämlich ständig minus 18 Grad kalt. Durch das Kohlendioxid in der Luft werden Sonnenstrahlen reflektiert. So heizt sich die Atmosphäre auf und auf der Erde herrschen im Durchschnitt plus 15 Grad Celsius.
Der Mensch produziert aber viel mehr Kohlendioxid, als für die Umwelt gut ist – zum Beispiel durch die Verbrennung der fossilen Energieträger. Dadurch nimmt der Treibhauseffekt zu und über viele Jahre verändert sich das Klima. Deshalb wird es auf der Erde immer wärmer.
Links zum Thema
Schaufelradbagger - Der größte Schaufelradbagger der Welt
http://www.kindernetz.de/infonetz/schaufelradbagger/-/id=173204/nid=173204/did=61326/1o9dtmu/ index.html