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Unfall in Tschernobyl

 
Der zerstörte Reaktor in Tschernobyl (Bild: dpa)
Großansicht: Der Reaktor nach der ExplosionDer Reaktor nach der Explosion
Es ist der 26. April 1986. Nachts um 1:23 Uhr kommt es im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl zum GAU – zum "Größten Anzunehmenden Unfall". Grund dafür ist ein Testlauf, bei dem einiges schief geht: Hitze staut sich, der Atomreaktor explodiert und schleudert radioaktives Material in die Luft.
Eine gefährliche Wolke
Etwa zwei Wochen lang raucht und qualmt der zerstörte Reaktor. Eine radioaktive Wolke entsteht und wird vom Wind über Europa verteilt.
Für Menschen, Tiere und Pflanzen sind diese radioaktiven Strahlen sehr gefährlich. Sie können schlimme Krankheiten verursachen und zum Tod führen.
Am Jahrestag der Katastrophe legt eine Frau Blumen an einem Mahnmal nieder (Bild: dpa)
Großansicht: Gedenken an die OpferGedenken an die Opfer
Viele Menschen, die in der Nähe von Tschernobyl leben, in der Ukraine oder in Weißrussland, merken erst gar nichts von der gefährlichen Strahlung. Doch dann werden sie krank und viele sterben. Besonders schlimm ist es für Kinder; viele werden schon krank geboren.
AnwohnerInnen müssen ihre Häuser verlassen. Bis heute dürfen sie offiziell nicht zurück, denn immer noch ist alles verseucht.
Die Gefahr kommt auch vom Boden: Er ist radioaktiv verseucht. Angebautes Gemüse wird ungenießbar, die Milch grasender Kühe darf nicht mehr getrunken werden. Pilze sammeln ist in ganz Europa verboten - auch die sind verstrahlt.
Ein Sarkophag wurde über dem Reaktor errichtet (Bild: dpa)
Großansicht: Der Sarkophag ist brüchig gewordenDer Sarkophag ist brüchig geworden
Ein Sarg für die Überreste
Damit die strahlenden nuklearen Überreste, die noch in dem zerstörten Reaktor lagern, nicht weiter austreten, wurde ein großer Betonpanzer rund um den Atommeiler gebaut – der so genannte Sarkophag.
In den letzten Jahren ist der Sarkophag brüchig geworden. Deshalb fertigen Experten gerade einen weiteren Betonklotz an, der darüber gebaut werden soll.
Damit dürfte nach Angaben der Forscher in den nächsten 100 Jahren keine direkte Strahlung mehr von dem ausgebrannten Reaktor ausgehen. Trotzdem bleibt das Kernkraftwerk noch Hunderte von Jahren gefährlich und die direkte Umgebung bleibt für lange Zeit verseucht.
Knapp sechs Wochen nach der Tschernobyl-Katastrophe gründete die damalige Regierung das Umweltministerium auf Bundesebene - als Reaktion auf den GAU.
"Tschernobyl" steht bis heute als Symbol für den Super-GAU und seine verheerenden Folgen. Jedes Jahr gedenken viele Menschen den Opfern dieser Katastrophe - mit Demonstrationen, Gottesdiensten oder einfach still mit Kerzen.
 
Autorin: Dorothea Szymanski
 
Letzte Änderung am 07. Januar 2016
 
Eine Übersicht über alle erklärten Begriffe findest du im ABC.
 
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