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Buchdruck: "Backform für Buchstaben"

 

Gutenberg - Der Erfinder des Buchdrucks

Quelle: SWR/Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest
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1455 wurde in Gutenbergs Mainzer Werkstatt die erste Bibel gedruckt und diese Erfindung revolutionierte den Umgang mit Information.
 
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Inzwischen gibt es digitale Kinderbücher - so genannte "eBooks". Was meinst du, setzen sie sich durch?
Ein Buch kann ein Schatz sein. Vor rund 550 Jahren waren alle Bücher so wertvolle Schätze, dass nur sehr reiche Leute sich ein Regal voll leisten konnten.
Jedes Buch wurde von Hand abgeschrieben und oft noch mit Bildern versehen. Besonders Mönche in Klöstern waren Spezialisten dafür. Wer eine Handschrift bestellte, musste Monate oder Jahre warten, bis sie endlich fertig war.
Wer Bücher besaß, konnte damit seine Macht und seinen Reichtum zeigen. Doch nicht nur der Preis machte Bücher unerreichbar. Sehr viele Bücher wurden in lateinischer Sprache abgeschrieben. Außerdem konnten die meisten Leute nicht lesen.
Gutenberg-Presse aus Holz. Nachbau der Presse, wie sie im 15. und 16. Jh. zum Buchdruck verwendet wurde. (Bild: Gutenberg-Museum Mainz)
Großansicht: DruckerpresseDruckerpresse
Bücher im Schnellverfahren
Johannes Gutenberg aus Mainz machte um das Jahr 1450 eine Erfindung, die dazu beitrug, diese Hindernisse abzubauen.
Er machte sich zwei Erfindungen zunutze, die in seiner Zeit schon bekannt waren:
Erstens das Papier als Ersatz für teures Pergament aus Tierhaut.
Zweitens die Druckerpresse, in der eine geschnitzte Form mit Farbe bestrichen und dann gegen Papierbogen gepresst wurde. Es funktioniert etwa so wie Kartoffeldruck. Mit Bildern geht das recht einfach.
Bleilettern, zu dem Satz "Ich liebe dich" gelegt (Bild: dpa Picture-Alliance)
Großansicht: BleiletternBleilettern
Gestempelte Texte
Das Problem war aber die Schrift. Lange Texte in Holz zu schnitzen, um sie dann drucken zu können – viel zu umständlich. Vielversprechender war die Idee, Texte aus einzelnen Buchstabenstempeln zusammenzusetzen. Heute wissen wir, dass auch Drucker in Asien damit experimentierten.
Von jedem Buchstaben des Alphabets musste es viele genau gleiche Exemplare geben, damit ein längerer Text gesetzt werden konnte.
Johannes Gutenberg suchte lange nach einer Lösung und fand sie schließlich. Er erfand das Handgießinstrument, eine Art "Backform" für Buchstaben. In dieses Instrument goss er heißes, flüssiges Metall. Wenn beim Abkühlen das Metall in der Form erstarrt, entstehen viele genau gleiche Buchstaben, die Lettern.
Ausschnitt aus der Gutenberg Bibel (Bild: dpa Picture-Alliance)
Großansicht: Die Gutenberg-BibelDie Gutenberg-Bibel
Druckwerk Nummer eins
Als erstes druckte Gutenberg 180 Exemplare einer Bibel in lateinischer Sprache. Mehrere Handwerker arbeiteten etwa zwei Jahre daran. Die Erfindung des Mainzers sprach sich schnell herum. Innerhalb weniger Jahre entstanden in Europa überall Druckereien.
Bald wurden neben religiösen und wissenschaftlichen Texten auf Latein auch Flugblätter und Geschichten in den Landessprachen gedruckt.
Viel mehr Leute lernten lesen. Später wird die Erfindung der beweglichen Lettern zusammen mit der Entdeckung Amerikas 1492 das Ende des Mittelalters und den Beginn der Neuzeit markieren.
Bis zum preiswerten Taschenbuch und öffentlichen Bibliotheken war es immer noch ein weiter Weg. Doch die Idee, dass Wissen allen gehören soll, ist seit Gutenbergs Zeit nicht mehr unterzukriegen.
 
Autorin: Aurelia Amann
 
Letzte Änderung am 01. Februar 2016
 
 
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