Kartoffel - eine tolle Knolle
Uraltes Gewächs aus Südamerika
Kartoffeln wachsen tief in der Erde
Sie ist ein bescheidenes Früchtchen, die Kartoffel. Ob warm oder kalt, trocken oder feucht - die Kartoffel wächst beinahe überall.
Doch gerade wegen dieser genügsamen Art hat sie es zum absoluten Superstar gebracht: Die Kartoffel wird weltweit angebaut und ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel, nach Mais, Weizen und Reis.
Eigentlich kommt die Kartoffel aus dem Gebiet der Anden, einer Gebirgskette entlang Südamerikas. Sie ist eine alte Nutzpflanze, wahrscheinlich schon 13.000 Jahre alt. Niemand weiß genau, wie sie nach Europa kam - außer, dass ein Seefahrer sie mitgebracht haben muss. Aber welcher?
Sir Francis Drake, ein englischer Weltumsegler? Drake soll seiner Königin 1580 nicht nur kostbare sondern eben auch köstliche Reisesouvenirs mitgebracht haben - Kartoffeln. Vielleicht waren es aber auch die Spanier? Niemand weiß es, eines Tages war die Kartoffel einfach da.
Hübsche Zierpflanze
Zunächst übrigens nur als Zierpflanze. Denn irgendwie wollte die Kartoffel den Menschen anfangs gar nicht so recht schmecken - im Gegenteil:
Sie fühlten sich sogar äußerst elend, kaum, dass sie in eine Kartoffelbeere gebissen hatten.
Kein Wunder - die unreifen Beeren der Kartoffel enthalten giftige Stoffe, nur die reife Kartoffelknolle ist essbar.
Wertvolle Felder: Kartoffelacker
Überhaupt lebten damals viele nach dem Sprichwort "Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht".
Friedrich II., König von Preußen, zum Beispiel musste sich allerhand einfallen lassen, um die Deutschen an die Kartoffel zu bringen. 1756 erließ er den Kartoffelbefehl.
Danach sollten seine Untertanen Kartoffeln anbauen, wo immer ein freies Plätzchen zur Verfügung stand. Vor Rathäusern und Schulen - überall ließ der König Kartoffeln verteilen.
Aber erst, als er Kartoffelfelder von Soldaten bewachen ließ, bissen seine Landsleute an: Wenn sogar Soldaten vom König diese braune Knolle bewachen - dann muss sie ja wertvoll sein!
Autorin: Constance Schirra
Letzte Änderung am 10. Januar 2008