Kartoffel - eine tolle Knolle
Apfel, Trüffel – oder was?
In Deutschland hat die Kartoffel viele Namen.
In der Wissenschaft hat sie einen komplizierten lateinischen Namen: Da heißt die Kartoffel "Solanum tuberosum", was soviel bedeutet wie "knolliger Nachtschatten". Denn die Kartoffelpflanze gehört zu den Nachtschattengewächsen. In der Umgangssprache hat die Knolle ganz unterschiedliche Namen – je nach Land oder Region.
Die Inkas, die die Kartoffel als erste in den südamerikanischen Anden angebaut haben, sagten zur Kartoffel "papa". Das bedeutet "Knolle".
Diesen Namen benutzen heute auch noch die Spanier, die die Kartoffel vor ein paar hundert Jahren aus Südamerika mitbrachten. In spanischen Restaurants ist auf der Speisekarte aber auch ein abgewandeltes Wort zu lesen: "patatas". So ähnlich heißt die Kartoffel auch im Englischen, nämlich "potato".
In Italien werden Kartoffeln heute ebenfalls "patatas" genannt. Früher wurde zu ihnen "tartufoli" gesagt. Wörtlich übersetzt bedeutet das "kleine Trüffel“. Denn die Knolle aus der Erde wurde oft mit Trüffeln verglichen – knollenartigen, schwarzen Pilzen, die wie die Kartoffel im Boden wachsen und zur Ernte ausgegraben werden. Die Deutschen wandelten "tartufolo“ ab und machten daraus "Kartoffel“.
Franzosen vergleichen Kartoffeln mit Äpfeln.
Eine weitere Namensvariante bieten die Franzosen: Für sie ist die Kartoffel ein "Apfel aus der Erde“, auf französisch "Pomme de Terre“. Genauso nennen sie die Schweizer mit ihrem deutschen Begriff: "Erdapfel“.
Für andere Leute sieht die Kartoffel eher wie eine Birne aus. Das lässt sich in vielen deutschen Dialekten erkennen. Pfälzer und Saarländer zum Beispiel sprechen von der "Grumbire“ oder der "Grumbeere“.
Grumbeere heißt auf hochdeutsch "Grundbirne".
Überhaupt hat jede Region in Deutschland einen speziellen Namen für die Kartoffel. Im Plattdeutschen heißt sie "Tüffelken“, in Nordhessen "Duffel“, die Bayern sagen "Erdapfen" und die Franken "Grumbire". Und in der Uckermark sprechen die Menschen gar von Nudeln, wenn sie Kartoffeln meinen.
So viele Namen für eine einfache Knolle – das muss schon ein besonderes Gewächs sein!
Autorin: Rebecca Müller
Letzte Änderung am 04. März 2008