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Leben an den Polen

Inuit

 
eine Gruppe Inuit (Bild: dpa)
Eine Gruppe Inuit aus Ostgrönland.
Obwohl es in der Arktis unglaublich kalt ist, gibt es Menschen, die dort leben.
Früher wurden die Ur-Einwohner der arktischen Gebiete Eskimos genannt. Wörtlich übersetzt bedeutet Eskimo "Rohfleisch-Esser" - und weil das nicht so freundlich klingt, nennt man sie heute Inuit. Inuit bedeutet "Mensch".
Seit etwa 5.000 Jahren besiedeln die Inuit die Arktis. Um dort in Eis und Schnee überleben zu können, haben sie sich den schwierigen Bedingungen angepasst.
Grafik: Iglu (Bild: SWR)
Iglu - ein Haus aus Eisblöcken
Die Inuit entwickelten ganz besondere Häuser aus Eis: die Iglus. In diesen "Eishäusern" wohnten sie vor allem, wenn sie monatelang auf der Robbenjagd unterwegs waren.
Um ein Iglu zu bauen, werden Eisblöcke wie Backsteine übereinander geschichtet. Die Ritzen werden anschließend mit Schnee abgedichtet. Anstelle einer Tür wird ein kleiner Eistunnel gebaut, der mit einem Eisblock verschlossen werden kann. In so einem Iglu lässt es sich auch bei der größten Kälte gut aushalten.
Inuit auf einem Hundeschlitten (Bild: dpa)
Großansicht: Inuit mit HundeschlittenInuit mit Hundeschlitten
Um auf die Jagd zu gehen und sich dabei auf dem Packeis gut fortbewegen zu können, haben die Inuit niedrige, lange Schlitten erfunden, die von Huskys gezogen werden.
Huskys sind Hunde, die von den Polarwölfen abstammen. Sie lieben den Schnee und vertragen die eisige Kälte prima. Jahrtausende lang waren die Hundeschlitten das einzige Fortbewegungsmittel der Inuit.
Doch inzwischen sind die Hundeschlitten zum größten Teil durch Motorboote und Schneemobile ersetzt. Und die traditionellen Iglus werden nur noch selten gebaut. Immer weniger der rund 22.000 Inuit in der Arktis leben nach den alten Traditionen ihrer Vorfahren.
Holzhaus ist umgekippt (Bild: dpa Picture-Alliance)
Großansicht: Lebensraum wird zerstört.Lebensraum wird zerstört.
Denn der Lebensraum der Inuit hat sich durch die Umweltbedingungen sehr verändert: Wegen des wärmeren Klimas schmilzt das Packeis und der Wasserspiegel steigt. Viele der Holzhäuser, in denen die Inuit die meiste Zeit leben, drohen umzukippen, weil der Boden unter ihnen wegtaut.
Außerdem fischen große Fangflotten die Meere leer. Deshalb gehen die Inuit immer seltener auf die Jagd. Doch dadurch haben sie weniger zu essen und weniger Geld, weil sie nichts zum Verkaufen oder Tauschen haben. Stattdessen müssen sie im Supermarkt teure Waren kaufen, die sie kaum bezahlen können. Viele Inuit sind deswegen auf finanzielle Unterstützung vom Staat angewiesen, beispielsweise von Kanada.
 
Autorinnen: Petra Enderlin/Cornelia Stenull 
Letzte Änderung am 22. Februar 2008