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Der achtfache Pfad

 
Der Buddhismus ist vor ungefähr 2500 Jahren in Indien aus dem Hinduismus entstanden. Dort hat er aber heute nur noch wenige Anhänger. Buddhisten leben vor allem in Tibet, Thailand, Sri Lanka, Korea, China, Japan. Auch in Nordamerika und Europa gehören immer mehr Menschen diesem Glauben an.
Ursprung
Daibutsu von Kamakura (Bild: dpa)
Großansicht: Der Große Buddha von Kamakura.Der Große Buddha von Kamakura.
Der Begründer des Buddhismus war der indische Prinz Siddharta Gautama, der im 6. Jahrhundert vor Christus lebte. Siddharta wuchs in herrlichen Palästen auf und kannte das Leben außerhalb des Palastes nicht.
Obwohl es ihm sehr gut ging, hatte Siddharta das Gefühl, dass in seinem Leben etwas fehlte. Als er 29 Jahre alt war, verließ er den Palast und ging auf Reisen.
Die Legende erzählt, dass er bei seinen Reisen sah, wie sehr die Menschen unter Krankheiten, Alter und Tod leiden. Das erschütterte ihn so sehr, dass er sich entschloss, herauszufinden, wie dieses Leiden der Menschen entsteht und wie sie es beenden können. Er wurde Mönch. Nach vielen Jahren, die er mit Fasten und Nachdenken verbracht hatte, fand er die Antworten auf seine Fragen, die vier edlen Wahrheiten. Er zog durchs Land und gab sein Wissen an andere Menschen weiter. Viele folgten ihm und nannten ihn Buddha, den "Erleuchteten". Mit seiner Lehre, Dharma, wollte Buddha den Menschen einen Weg aus ihren Leiden zeigen.
Heilige Schriften
Im Buddhismus gibt es viele heilige Bücher. Das älteste dieser Bücher heißt Tripitaka, der "Dreikorb". Es beschreibt das Leben Buddhas, überliefert seine Lehre und enthält die Regeln für das Klosterleben.
Lehren
Im Buddhismus gibt es keinen Gott. Jeder Mensch kann sich selbst erlösen, wenn er der Weisheit Buddhas folgt. Im Mittelpunkt der Predigten Buddhas stehen die vier edlen Wahrheiten:

Gewusst?

Die vier edlen Wahrheiten
1. Glück ist vergänglich, und das Leben ist Leiden.
2. Das Leiden entsteht, weil die Menschen mehr haben wollen, als sie besitzen.
3. Das Leiden hört auf, wenn die Menschen diese Gier überwinden.
4. Es gibt einen Weg zum Glück. Das ist der achtfache Pfad.
Das «Rad der Lehre» ist das Symbol für den achtfachen Pfad
Das Rad der Lehre (Bild: SWR)
Das «Rad der Lehre» ist das Symbol für den achtfachen Pfad.
Der achtfache Pfad soll den Menschen helfen, sich von der Gier nach Dingen zu befreien. Gelingt ihm dies nicht, wird der Mensch nach seinem Tod in einem neuen Körper wiedergeboren. Buddhisten glauben, wenn ein Lebewesen noch unerfüllte Wünsche hat, kann die Seele nicht zur Ruhe kommen.
Nur wer keine Wünsche mehr hat, kann das Glück finden und wird erleuchtet. Erst dann sind die Gedanken frei für das Mitgefühl für andere Menschen, Tiere und Pflanzen. Das ist für die Buddhisten die Voraussetzung, um das Nirwana zu erreichen.
Das Nirwana ist das höchste Ziel der Buddhisten. Denn es ist die Erlösung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten. Wer das Nirwana erreicht, muss nicht mehr wiedergeboren werden und nicht mehr leiden.
 
Autorin: Sabine Stadtmüller / Sabine Stampfel
 
Letzte Änderung am 17. Juni 2008
 
Eine Übersicht über alle erklärten Begriffe findest du im ABC.
 
 
Dalai Lama (Bild: dpa)

Toleranz und Respekt

Der Buddhismus ist eine tolerante Religion, die alle Lebensformen respektiert.
Buddhistische Mönche (Bild: dpa)

Buddhist/in sein

BuddhistIn können alle werden. Wichtig ist, zu wissen, was das bedeutet.
Karte der Weltreligionen (Bild: Diercke)

Weltkarte der Religionen

So verteilen sich die fünf Weltreligionen über die Welt.