Weltreligionen - Hinduismus
Hindu sein
Eine Hindu im Tempel
Hindu ist, wer in eine Hindu-Familie hineingeboren wird. "Hindu" ist im Deutschen übrigens sowohl die Bezeichnung für einen weiblichen wie für einen männlichen Anhänger der Religion.
Frauen im HinduismusIm Hinduismus gibt es eine große Zahl mächtiger Göttinnen. Da sollte man denken, dass Frauen in der Gesellschaft hoch geschätzt werden. Das ist aber oft nicht so: Viele Gläubige - auch Frauen - finden, dass Frauen weniger wert sind als Männer. Den Frauen bleibt nur die Hoffnung, im nächsten Leben als Mann wiedergeboren zu werden.
Mädchen werden oft schon unter fünfzehn Jahren verheiratet und können sich ihren Mann nicht selbst aussuchen. Erst wenn eine Frau Söhne geboren hat, verbessert sich ihr Ansehen.
Im modernen Indien sind Männer und Frauen vor dem Gesetz natürlich gleichberechtigt. Auch viele Hindus lehnen die Benachteiligung von Frauen ab. Doch in vielen Gegenden ist es immer noch schwer, als Mädchen geboren zu sein
Gebet
Tempel in Goa
In einem traditionellen hinduistischen Haus steht ein kleiner Altar mit einer Götterfigur. Morgens spricht die Familie hier gemeinsam die "Pujas", die Gebete. Dann liest der Vater aus den heiligen Schriften vor oder alle verbringen einige Zeit schweigend vor dem Altar.
Madir, "Ort der Anbetung", wird ein hinduistischer Tempel genannt.
In Städten und Dörfern, auf Bergen, in Wäldern, überall haben Hindus kleine Hütten oder riesige Tempelanlagen für ihre Gottheiten gebaut.
Heilige Stätten
Rituelles Bad im Ganges.
Täglich kommen viele tausend Pilger nach
Benares, der heiligen Stadt am Flussufer des Ganges. Ein buntes Gewimmel von Kranken, die auf Heilung hoffen, von Frommen und heiligen Männern, den
Sadhus, bevölkert die Treppenstufen zum Fluss. Alle wollen in das heilige Wasser des Ganges tauchen, um so ihre Seele von Schuld zu reinigen.
Gläubige Hindus verbringen einige Zeit ihres Lebens in einem
Ashram. Das ist ein ruhiger Ort, um sich in geistige Übungen und
Meditation zu versenken. Ein
Guru, ein religiöser Lehrer, unterweist sie dort in den heiligen Lehren. Weit verbreitet sind die Übungen des
Yoga, das bedeutet "Vereinigung mit Gott".
Feste
Divali Zeremonie
Weil die Hindus so viele Götter verehren, gibt es auch Tausende große und kleine Feste. Manche feiern ihren Gott mit großen Festprozessionen, in denen das Götterbild auf bunten Wagen gefahren wird.
Eines der größten Feste heißt
Divali, "Lichterkette", und ist das indische Neujahrsfest.
Zu Ehren Vishnus und der Göttin des Glücks,
Lakshmi, sind alle Häuser und Straßen, selbst Seen und Bäume mit kleinen Öllampen geschmückt. In den Städten wird auch Feuerwerk gezündet.
Autorin: Sabine Stadtmüller
Letzte Änderung am 05. Februar 2009
Eine Übersicht über alle erklärten Begriffe findest du im
ABC.