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Weltreligionen - Hinduismus

Kastensystem

 
Nach dem indischen Gesetz ist das Kastensystem heute abgeschafft. Trotzdem beherrscht es noch immer das gesellschaftliche Leben in Indien, denn viele Hindus halten diese Ordnung für richtig.
Nach der Vorstellung der Hindus ist jeder Mensch in eine Kaste hineingeboren. Die Zugehörigkeit zu seiner Kaste bestimmt, welchen Beruf er ausüben darf und wie angesehen er ist. Unterhalb der Kasten stehen die Parias, die "Unberührbaren". Der bekannteste Kämpfer gegen das Kastensystem war Mahatma Gandhi.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)
Schwarzweiß-Foto Mahatma Gandhis (Bild: dpa)
Mohandas Karamchand Gandhi
Die Politik Indiens wurde bis 1947 von Großbritannien bestimmt. Gandhi wünschte sich wie viele Inder die Unabhängigkeit Indiens: Es sollte ein demokratisches, von Indern selbst regiertes Land werden.
Gandhi führte die große gewaltfreie Bewegung gegen die britische Politik in Indien an. InderInnen aus allen Kasten beteiligten sich am jahrzehntelangen Widerstand gegen die britische Herrschaft in Indien. Sie führten Anordnungen der Briten nicht aus und arbeiteten nicht in der britischen Verwaltung mit.
Gandhi fand, dass zu dieser gemeinsamen Bewegung das Kastensystem nicht passte. Auch die unteren Kasten und die Parias hatten seiner Meinung nach ein Recht auf ein Leben ohne Hunger und Armut, auf Ausbildung und einen selbstgewählten Beruf. Auch mit den vielen Muslimen in Indien suchte Gandhi ein friedliches Miteinander.
Damit machte er sich viele Feinde unter den Hindus. Ein Jahr, nachdem Indien unabhängig geworden war, wurde Gandhi von einem fanatischen Hindu erschossen.
Andersgläubige
Hindus mit ihren vielen verschiedenen Glaubensrichtungen machen über 80 Prozent der indischen Bevölkerung aus. Sie versuchen nicht, andere zu ihrem Glauben zu bekehren, weil man Hindu nur durch Geburt werden kann.
Hinduistische Lehrer außerhalb Indiens
Im Westen kennen wir hinduistische Gurus wie Baghwan, später Osho genannt, der in den siebziger Jahren in Poona einen Ashram gründete. Er war Anziehungspunkt für viele Menschen aus der ganzen Welt, die von seinen Lehren fasziniert waren. Mararishi Maharesh Yogi wurde berühmt, weil er den Beatles, einer Popgruppe der 60er Jahre, das Meditieren beibrachte. Danach waren einige Hits der Beatles stark von indischer Musik beeinflußt.
Hare Krishna Anhänger (Bild: dpa)
Hare Krishna Anhänger.
Hare-Krishna nennt sich eine hinduistische Bewegung in Europa, Nordamerika und Indien. Die Anhänger verehren den Gott Krishna und leben vom Betteln. Sie fallen vor allem durch ihre Kopfrasur, ihre gelben Gewänder und ihren ununterbrochenen Gesang "Hare Krishna" auf.
Yoga ist bei uns eine weitverbreitete Entspannungsübung für Körper und Geist.
 
Autorin: Sabine Stadtmüller 
Letzte Änderung am 23. Januar 2007
 
Im Text hervorgehobene Wörter:
Kaste: In der indischen Gesellschaft sind die Menschen entsprechend ihrer Herkunft in Gruppen unterteilt, die Kasten genannt werden. In welche Kaste jemand hineingeboren wird, bestimmt das Karma. Es gibt vier Hauptkasten mit jeweils einigen hundert Unterkasten. Die Brahmanen, die Priester, bilden die höchste Kaste. Die Menschen, die keiner Kaste angehören, heißen , "Unberührbare".
Im modernen Indien sind vor dem Gesetz alle Menschen gleich. Die Bedeutung der Kasten ist jedoch spürbar.
Gandhi: Mohandas Karamchand Gandhi, organisierte den gewaltlosen Widerstand gegen die britische Politik in Indien. Er war ein angesehener Hindu und wurde "Mahatma" genannt, das heißt: "große Seele". Gandhi war gegen das indische Kastensystem und kämpfte für die Rechte der Parias, der "Unberührbaren". 1948 wurde er von einem fanatischen Hindu erschossen.
Gurus: Guru nennen Hindus einen religiösen Lehrer, der ihnen durch seine Weisheit auf dem Weg zu Erlösung weiterhilft. Manche Gurus lehren in einem Ashram. Andere wandern durch das Land, um den vielen Hindus, die nicht lesen oder schreiben können, die heiligen Schriften zu erklären. Sie werden dafür von den Menschen sehr verehrt.
Ashram: Ein Ashram ist eine Klosteranlage, in der hinduistische Mönche leben.
Krishna: Krishna heißt einer der beliebtesten Götter der Hindus. Oft wird er als junger, übermütiger Gott dargestellt. In der Bhagavadgita erscheint er als liebevoller Gott, der sich den Menschen zuwendet, als Ratgeber von hoher Weisheit. Seine Anhänger finden die Erlösung ihrer Seele ganz in der Liebe zu Krishna.
Yoga: Yoga bedeutet "Vereinigung mit Gott". Bestimmte Körperhaltungen, strenges Fasten und Meditation können zur Erlösung führen. Im Westen wird Yoga oft, etwas vereinfacht, als Entspannungsübung angewandt.
Links zum Thema
Mahatma - die "große Seele" - Gewaltloser Widerstand
http://www.kindernetz.de/infonetz/mahatmagandhi/-/id=173204/nid=173204/did=35338/qnjfhj/ index.html