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Wüsten der Erde

Kalahari

 
Flusspferd im Okavango-Delta (Bild: dpa)
Eine Oase in der Wüste
Flusspferde, Krokodile, Zebras, Antilopen, ein Fluss - Moment! Das kann doch keine Wüste sein? Richtig.
Die Kalahari ist keine Wüste im eigentlichen Sinn. Dafür fällt zuviel Regen und in weiten Gebieten wachsen Akazienwälder, Büsche und Steppengras. Wo die Pflanzen fehlen, versickert der Regen allerdings sehr schnell im roten Sand. Deshalb wird die Kalahari oft als Wüste bezeichnet.
Zebras im Okavango-Delta (Bild: dpa)
Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten
Das Schönste an der Kalahari ist das Delta des Okavango-Flusses.
Normalerweise bezeichnet man als Delta die verzweigte Mündung eines Flusses ins Meer, wie beim Nil- oder Amazonasdelta zum Beispiel. Der Okavango aber fließt landeinwärts durch Botswana.
Dort verzweigt er sich in viele Flussarme und bildet ein riesiges Gebiet, in dem viele Tiere und Pflanzen leben. Dann aber sitzt der Okavango in der Falle: Aus dem Becken, in dem das Delta liegt, kommt er nicht mehr heraus. Das Wasser versiegt im Sand der Kalahari.
Mann vor einer Reisighütte (Bild: dpa)
Leben in Reisighütten
In den sechziger Jahren stellte die Regierung den Menschen der Kalahari Land zur Verfügung, wo sie nach ihren Überlieferungen im Einklang mit der Natur leben konnten. Doch dann wurden auf diesem Land Diamanten gefunden.
Die Regierung beschloss: Die Menschen müssen ihr Land verlassen, um die Anlage von Diamantenminen zu ermöglichen, die dem Staat sehr viel Geld einbringen.
Roy Sesana (Bild: dpa)
Roy Sesana
Viele Angehörige der San, früher Buschleute genannt, weigerten sich zu gehen. Sie wehrten sich gegen die geplante Zerstörung ihrer Heimat. 1991 schlossen sie sich zu der Organisation "First People Of The Kalahari", "Erste Menschen der Kalahari" zusammen.
Im September 2005 nahm Roy Sesana, der die "First People Of The Kalahari" mitgegründet hat, den Alternativen Nobelpreis für seine Organisation entgegen.
 
Autorin: Aurelia Amann 
 
Im Text hervorgehobene Wörter:
Delta: Manche Flüsse verzweigen sich vor ihrer Mündung in mehrere Seitenarme. Normalerweise münden diese Seitenarme dann ins Meer. Beim Okavango-Delta ist das anders: das Wasser versickert im Sand der Kalahari. Den Namen hat das Delta vom griechischen Buchstaben Delta, der aussieht wie ein Dreieck.