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Wie die Zeit vergeht

Eisenbahnzeit

 
Bahnhof in Westberlin (Bild: dpa)
Alte Aufnahme eines Bahnhofs in Berlin
Wenn es in München vier Uhr Nachmittags ist, dann ist es in Berlin natürlich auch vier Uhr Nachmittags. Eigentlich logisch - es gibt ja auch keinen Grund, warum es anders sein sollte.
Allerdings ist das nicht immer so gewesen: bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatte jede größere Stadt auf der Welt ihre eigene Uhrzeit!
Selbst in Städten, die nur wenige Kilometer voneinander entfernt waren, zeigten die Uhren unterschiedliche Zeiten an.
Für Reisende, die mit der Eisenbahn unterwegs waren, führte das natürlich zu großen Problemen: da es keine einheitliche Zeit gab, konnten auch keine landesweit gültigen Fahrpläne erstellt werden! Die Fahrgäste wussten also nie, ob sie ihre Anschlusszüge rechtzeitig erreichten.
Bahnhofsuhr (Bild: Sabine Stampfel)
Bahnhofsuhren zeigten die Eisenbahnzeit an.
Viel schlimmer aber war, dass es durch die unterschiedlichen Abfahrtszeiten häufig zu Eisenbahnunglücken kam; denn schließlich konnte niemand feststellen, welche Züge wann auf welchen Strecken unterwegs waren.
Um diese Probleme in den Griff zu bekommen, wurde in England in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die "offizielle Eisenbahnzeit" eingeführt, an die sich alle Bahnstationen im ganzen Land halten mussten. Die großen Städte behielten ihre eigenen Ortszeiten zunächst aber trotzdem bei.
Erst 1880 einigten sich die englischen Politiker auf die Einführung einer landesweiten Zeit, die mit der Eisenbahnzeit überein stimmte.
Zeit-Probleme wie die in England gab es natürlich überall auf der Erde. Deshalb wurden im Jahre 1884 die weltweit gültigen Zeitzonen eingeführt.
 
Autor: Holger Neumann 
Letzte Änderung am 27. März 2010
 
Links zum Thema
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