Wie die Zeit vergeht
Innere Uhr
Wer jeden Morgen um 6.30 Uhr aufstehst, um zur Schule zu gehen, dem kann es passieren, dass er auch am ersten Ferientag um halb sieben aufwacht - und das ganz ohne Wecker! Schuld daran ist die Innere Uhr.

In der Mitte deines Gehirns befinden sich zwei stecknadelkopfgroße Ansammlungen von Nervenzellen. Diese Nervenzellen überwachen die Stärke des Lichts, das auf die Augen trifft.
Sobald es hell wird, signalisieren die Nervenzellen deinem Körper, dass ein neuer Tag beginnt. Deine Innere Uhr funktioniert.
Probleme macht die Innere Uhr immer dann, wenn sie von heute auf morgen verstellt wird - zum Beispiel bei einer Reise über mehrere Zeitzonen.
Wer von Deutschland nach Australien fliegt, dem kann es schon mal passieren, dass er in den ersten Nächten nicht schlafen kannt und dafür mitten am Tag todmüde wird. Dieses Phänomen wird "Jetlag" genannt. Normalerweise gewöhnt sich der Körper schon nach wenigen Tagen an den neuen Rhythmus - es gibt aber Menschen, die bis zu zwei Wochen unter dem "Jetlag" leiden.
Ein Tag besteht aus ungefähr Zweidrittel Helligkeit und Eindrittel Dunkelheit - also etwa 16 Stunden Tageslicht und acht Stunden Finsternis. Diesem natürlichen Tages-Rhythmus hat sich dein Körper angepasst. In verschiedenen Versuchen haben Wissenschaftler aber herausgefunden, dass sich die Innere Uhr ganz einfach "umprogrammieren" lässt: Mit Hilfe von künstlichem Licht dehnten sie den Tag auf 31 Stunden aus oder verkürzten ihn auf 19 Stunden. In beiden Fällen wurde der natürliche Tagesablauf von Zweidrittel Helligkeit und Eindrittel Dunkelheit beibehalten. Das Ergebnis: Die Versuchspersonen stellten sich im Laufe der Zeit problemlos auf den neuen Tages-Rhythmus ein, ohne dass ihre Gesundheit darunter gelitten hätte!
Autor: Holger Neumann
Letzte Änderung am 16. März 2007