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Zwillings-Paradoxon

 
Eine Sekunde muss nicht immer gleich schnell vergehen. Diesem Phänomen ist Albert Einstein auf den Grund gegangen.
 
Wenn dich jemand fragen würde: "Wie lang ist eine Sekunde?" - was würdest du dann antworten? Vermutlich würdest du erstmal gar nichts sagen und dich über die blöde Frage wundern. Wie lang soll eine Sekunde schon sein? Eine Sekunde natürlich! Das ist aber nur die halbe Wahrheit.
Gewusst?

Was ist ein Paradoxon?
Ein Paradoxon ist eine Aussage, die auf den ersten Blick falsch zu sein scheint, sich aber bei genauem Hinsehen als richtig erweist.
Dazu gibt es eine kleine Geschichte, die "Das Zwillings-Paradoxon" genannt wird.
Die Geschichte handelt vom Astronauten Peter, der mit einem Raumschiff durch das Weltall saust.
Zeichnung: Großmutter und  junger Astronaut (Bild: SWR)
Großansicht: ZwillingsparadoxonZwillingsparadoxon
Das Raumschiff ist fast so schnell wie das Licht - es fliegt ungefähr 300.000 Kilometer in der Sekunde.
Peters Zwillings-Schwester Sarah wollte nicht mitfliegen und ist auf der Erde geblieben.
Als Peter nach zwei Jahren aus dem Weltall zurückkehrt und seine Schwester wieder trifft, traut er seinen Augen nicht: Er selbst ist nur zwei Jahre älter geworden, seine Schwester ist in der gleichen Zeit um 30 Jahre gealtert!
Physiker Albert Einstein (Bild: dpa)
Großansicht: Albert EinsteinAlbert Einstein
Der wahre Kern
Das ist natürlich eine erfundene Geschichte, aber sie hat einen wahren Kern: Der berühmte Physiker Albert Einstein hat nämlich herausgefunden, dass ein und dieselbe Zeitspanne nicht immer gleich lang sein muss!
Die von ihm entwickelte "Relativitätstheorie" sagt unter anderem, dass die Zeit bei hohen Geschwindigkeiten langsamer vergeht, als wir es auf der Erde normalerweise gewohnt sind.
Auch wenn die Menschen keine Raumschiffe bauen können, die mit Lichtgeschwindigkeit fliegen, lässt sich trotzdem überprüfen, ob Einsteins Theorie richtig oder falsch ist. Zum Beispiel mit Hilfe eines Flugzeugs - und der genauesten Uhr der Welt: der Atomuhr.
Der Beweis
Wissenschaftler haben folgenden Versuch gemacht: Eine Atomuhr wurde in ein Flugzeug gebracht. Eine andere Atomuhr blieb am Boden zurück. Dann flog das Flugzeug von Frankfurt am Main nach Boston (USA) - und gleich wieder zurück. Nach der Landung wurden die beiden Atomuhren miteinander verglichen: Die Uhr im Flugzeug ging 28 Milliardstel Sekunden nach. Die Frage, wie lange eine Sekunde dauert, ist also gar nicht so blöd, wie es scheint!
 
Autor: Holger Neumann
 
Letzte Änderung am 03. Februar 2016
 
 
Wissenschaftler an einem Zeitmess-Gerät (Bild: dpa)

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Grafik: die gefühlte Lebensmitte (Bild: SWR)

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Große Uhr mit Augen vor vielen kleinen Uhren (Bild: colourbox.com / Bearbeitung: SWR)

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