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Redewendungen rund um die Luft

 
 

Luftikus
Dieser Begriff kommt aus der Studentensprache des 19. Jahrhunderts und beschreibt einen leichtsinnigen Menschen.
Luftschlösser bauen
Wer das tut, träumt und fantasiert viel. Entsand etwa im 16. Jahrhundert, wenn die Menschen sich auf den Dachboden (in der luftigen Höhe) zurückgezogen haben, um über etwas nachzudenken oder sich etwas ganz Neues auszudenken, was aber mitunter nicht zu verwirklichen war (Schloss bauen). Seither meint diese Redensart einen großen Wunsch oder Traum.
Sitzt, passt, wackelt und hat Luft!
Wenn etwas zusammengebaut wurde und zwar nicht so ganz genau passt, aber doch funktioniert, kommt diese Redensart zu Anwendung. Diese Redensart soll aus dem Handwerk kommen.
Löcher in die Luft starren
Wer Löcher in die Luft starrt, schaut geistesabwesend in die Ferne oder lässt seinen Blick in eine unbestimmte Richtung schweifen. Oft ist damit auch gemeint, dass jemand nicht richtig bei der Sache ist oder ein Tagträumer ist.
Dieses Starren wirkt vielleicht unhöflich und abwesend, aber Wissenschaftler haben herausgefunden, dass wir uns dabei sehr wohl oder sogar besser konzentrieren können.
Jemanden wie Luft behandeln
Luft ist nicht sichtbar und so meint diese Redensart jemanden zu übersehen, so als wäre er oder sie gar nicht da.
Die Luft ist raus
Wenn aus einer Sache die Luft raus ist, dann ist sie ins Stocken gekommen. Wenn wir einen Luftballon aufblasen und loslassen schwirrt er durch die Luft, solange bis die Luft raus ist und wenn wir müde geworden sind mit einer Tätigkeit und keine Lust mehr haben, ist da auch die Luft raus.
Aus der Luft gegriffen
Wenn etwas sehr unwahrscheinlich ist.
Alles nur heiße Luft
Wenn ganz viel Aufhebens um etwas gemacht wird, das eigentlich unbedeutend ist. Es steht für Angeberei und leere Versprechungen.
Es liegt was in der Luft
Wenn sich etwas schon ankündigt oder es eine Vorahnung gibt, dann heißt es "es liegt in der Luft".
"Halt mal die Luft an!"
Wenn jemand einfach nicht mehr aufhört zu reden oder Blödsinn zu machen, dann heißt es "Jetzt halt aber mal die Luft an!"
Sich in Luft auflösen
Wenn etwas einfach nicht mehr auffindbar ist, hat es sich in Luft aufgelöst!
Um eine Sache Wind machen
Wer Wind um eine Sache macht oder sogar "viel Wind", der sorgt für unnötige Aufregung oder möchte übertriebene Aufmerksamkeit - eine Sache wichtiger machen, als sie ist.
Von etwas Wind bekommen
Die Redensart stammt vermutlich aus der Jägersprache. Der Wind trägt den Geruch des Jägers in die empfindliche Nase des Wildes. So wird das Wild vor dem Jäger gewarnt. Wer von etwas Wind bekommen hat, weiß etwas früher als geplant.
Gegen Windmühlen kämpfen
Bedeutet einen aussichtslosen Kampf führen. Der Ausdruck geht auf Cervantes Erzählung Don Quijote zurück. Der Held liest so viel Ritterromane bis er schließlich verrückt wird. Er kämpft tatsächlich gegen Windmühlen, die er für Riesen hält. Natürlich verliert er den Kampf und gibt erschöpft auf.
Wie ein Fähnchen im Wind sein
Ein Fähnchen weht und flattert im Wind. Aus welcher Richtung der Wind auch kommt, das Fähnchen dreht sich immer mit. Als Fähnchen im Wind werden daher Menschen bezeichnet, deren Meinungen und Einstellungen sich schnell ändern.
 
Letzte Änderung am 04. Februar 2010