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Was bleibt im Gedächtnis?

 
 
Manches bleibt sehr lange im Gedächtnis, anderes vergessen wir wieder. Warum ist das so?
 
Unter "Gedächtnis" wird die Fähigkeit verstanden, Dinge abzuspeichern, zu ordnen und wieder abrufen zu können. Das können Wörter, Bilder, Melodien oder auch Erlebnisse sein. An viele Dinge erinnern wir uns gerne. Sie sollen im Gedächtnis bleiben.
Auch einmal erlerntes Wissen soll am besten das ganze Leben lang verfügbar sein. Leider ist das aber nicht so. Das hängt vor allem damit zusammen, dass unser Gedächtnis aus drei Systemen besteht und Dinge unterschiedlich lange "aufbewahrt" werden.
Ein Schüler öffnet ein Anschauungsmodell eines Kopfes. (Bild: dpa picture-alliance )
Großansicht: "Speicherplätze""Speicherplätze"
Das "Ultrakurzzeitgedächtnis" (sensorisches Gedächtnis) speichert Informationen nur für den Bruchteil einer Sekunde ab. Gäbe es dieses System nicht, würden wir uns an jede Sekunde unseres Lebens erinnern. Das wäre ganz schön mächtig, oder?!
Das "Kurzzeitgedächtnis" - auch Arbeitsgedächtnis genannt - speichert Dinge nur kurz ab. Damit sie länger verfügbar sind, müssen sie ins Langzeitgedächtnis überführt werden.
Informationen, die ins "Langzeitgedächtnis" gelangen, können dort über Jahre abgespeichert werden. Sind Dinge besonders wichtig - gehören also zu unserer Biografie, unserem Beruf oder Hobby - werden sie ein Leben lang aufgehoben.
Nur begrenzt "Speicher"?
Das Kurzzeitgedächtnis verfügt nur über ein gewisses Maß an Speicherplatz. Das kannst du dir vorstellen wie die Speicherkarte einer Kamera oder die Festplatte eines PC's. Ist der Platz belegt, muss etwas gelöscht werden, damit wieder Neues gespeichert werden kann.
Löschen, Verblassen, Überschreiben, Verlegen?
Eine Festplatte liegt auf einer Tastatur. (Bild: dpa picture-alliance )
Großansicht: Das Gehirn - wie eine Festplatte?Das Gehirn - wie eine Festplatte?
Beim Langzeitgedächtnis ist das Ganze viel komplizierter. Viele Forscherinnen und Forscher beschäftigen sich mit der Frage, WARUM wir vergessen und WANN wir WAS vergessen. Und es gibt viele verschiedene Theorien dazu.
Eine Theorie sagt, dass das Vergessen eine Schutzfunktion des Körpers ist - er schützt uns vor zu vielen Informationen.
Eine andere Theorie sagt, dass Dinge vergessen werden, die zu lange zurückliegen - sie also im Laufe der Zeit "verblassen".
Wieder eine andere behauptet, dass Dinge, die ähnlich sind, einfach "überschrieben" werden und wir uns so nur an die neueste Version erinnern können.
Und dann gibt es noch Forschende, die der Meinung sind, dass in unserem Gehirn alles abgespeichert bleibt, wir manche Dinge nur nicht mehr abrufen können - so als würde uns der Schlüssel zu einem Türschloss fehlen.
Geburtstagsfeier (Bild: dpa picture-alliance )
Großansicht: Besondere Anlässe bleiben im Gedächtnis.Besondere Anlässe bleiben im Gedächtnis.
Wichtiges bleibt!

Prinzipiell bleiben Dinge in unserem Gedächtnis, die
  • in unserem Leben sehr wichtig sind
  • mit großen Emotionen - also Gefühlen - verbunden sind
  • regelmäßig abgerufen werden.
Begriffe, Formeln oder Vokabeln, die nur schnell für den nächsten Test gebüffelt worden sind und danach nie wieder abgerufen wurden, sind oft einfach verschwunden. Ob nun "gelöscht", "überschrieben" oder noch vorhanden, aber nicht mehr abrufbar.
 
Autorin: Jenny Weber
 
Letzte Änderung am 13. Juli 2016
 
Abbildung eines Gehirnmodels (Bild: SWR)

Aufbau und Funktion

Im Gehirn rasen ununterbrochen elektrische Impulse durch unsere Zellen.
Muschda hält Alexanders linken Arm fest, während er seinen rechten Arm über verschiedene Gegenstände auf einem Tisch hält. (Bild: SWR/ Alexander Kluge)

Gedanken erraten

Ein Metalist zeigt im Experiment, wie man Gedanken von anderen fühlen kann.
Ein Schüler öffnet ein Anschauungsmodell eines Kopfes. (Bild: dpa picture-alliance )

Reise ins Gehirn

Das Gehirn zählt zu den beeindruckendsten Organen des Menschen.