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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Kamel

Alltag
Kamelhöcker (Bild: SWR)Anders als viele glauben, speichern Kamele in ihren Höckern kein Wasser, sondern bis zu 200 Kilogramm Fett und Bindegewebe.
Das Fett kann in einem komplizierten Stoffwechselprozess mit Hilfe von Sauerstoff in Wasser umgewandelt werden - indirekt dienen sie also doch als Wasserspeicher.
Bei kühlem Wetter und wenn sie saftige, wasserhaltige Nahrung zu sich nehmen, können Kamele wochenlang ohne zusätzliches Wasser auskommen.
Dromedare auf einer Wiese (Bild: SWR)Außerdem schützt der Höcker den Körper vor der Sonne, indem er die Wärme absorbiert.

Auch der Stoffwechsel der Kamele ist ganz an das Wassersparen angepasst: Die Nieren entziehen dem Urin sehr viel Wasser, sodass es dem Körper nicht verloren geht. Auch der Kot enthält kaum Wasser.
Die Körpertemperatur der Kamele sinkt nachts sehr stark ab. Tagsüber wird der Körper nur ganz langsam aufgewärmt.
Erst bei einer Körpertemperatur von 41° Celsius fangen sie an zu schwitzen. So verlieren sie kaum Flüssigkeit.
Kamel (Bild: SWR)Während einer Trockenzeit können Kamele 27 Prozent des Körpergewichts verlieren, ohne zu verdursten.
Finden sie wieder Wasser, trinken sie 100 bis 150 Liter auf einmal. Möglich ist dies, weil sie keine runden, sondern ovale Blutkörperchen besitzen:
Deshalb können sie in kurzer Zeit sehr viel trinken, ohne dass es zu einer Überwässerung des Körpers kommt.
Kamelkot (Bild: SWR)Kamele werden auch als Fell-, Fleisch-, Fett- und Milchlieferanten gezüchtet. Sie geben pro Tag acht bis zehn Liter Milch. Speziell gezüchtete Milch-Dromedare sogar bis zu 20 Liter.
Aus dem langen Fell der Trampeltiere werden Kleidung und Decken hergestellt.
Und schließlich wird der Kot der Kamele als Dünger und Brennmaterial verwendet.
Freunde und Feinde
Die meisten Dromedare und Trampeltiere leben als Haustiere. Sie haben normalerweise keine Feinde. Auch wild lebende Trampeltiere haben kaum Feinde, sie werden aber vom Menschen gejagt, obwohl dies streng verboten ist.
Nachwuchs
Trampeltier (Bild: SWR)Die Paarungszeit liegt bei Dromedaren zwischen Januar und März, bei Trampeltieren zwischen Februar und April. Die Hengste können in dieser Zeit sehr aggressiv werden. Sie kämpfen gegeneinander und greifen manchmal sogar Menschen an. Typisch ist in dieser Zeit der klebrige Schaum, der an ihrem Maul hängt und bei heftigen Kopfbewegungen durch die Luft fliegt.
Kamele paaren sich im Liegen. Die Tragzeit dauert lange: Bei den Dromedaren zieht sich die Stute zwölf Monate nach der Paarung für kurze Zeit von der Herde zurück und bringt ein Junges zur Welt. Bei den Trampeltieren kann die Tragzeit bis zu 14 Monate dauern.
Ein junges Dromedar wird gesäugt (Bild: SWR)Das Fohlen wiegt etwa 30 bis 50 Kilogramm. Schon kurze Zeit nach der Geburt kann es auf seinen dünnen Beinen stehen und der Mutter folgen. Beide kehren dann zur Herde zurück.

Das Junge wird ein bis eineinhalb Jahre lang gesäugt, fängt aber schon bald an, an trockenen Grashalmen zu knabbern. Nach zwei Monaten frisst es regelmäßig Pflanzen. Mit drei bis vier Jahren werden die Tiere geschlechtsreif. Die Weibchen bringen etwa alle zwei Jahre ein Junges zur Welt.
Sprache
Junge Kamele können kläglich Rufen und Jammern, wenn sie ihre Mutter suchen. Kamele besitzen in der Kehle einen so genannten Brüllsack. Mit ihm können vor allem die männlichen Tiere während der Paarungszeit laute Schreie von sich geben.
Autorin: Barbara Kiesewetter