SWR Kindernetz
ProgrammvorschauNewsletter

Tierlexikon für Kinder - Archiv

Tiger

Alltag
Zwei junge Tiger liegen faul im Käfig (Bild: SWR)Tiger sind faul. Wie alle Katzen lieben sie es, vor sich hin zu dösen und zu faulenzen. Nur wenn es sein muss, gehen Tiger auf Beutefang oder an den Fluss, um Wasser zu trinken.

Allerdings nehmen Tiger auch sehr gerne ein kühles Bad im Wasser.
Zudem sind Tiger Einzelgänger. Die Männchen und Weibchen leben getrennt.
Tiger (Bild: SWR)Ein männlicher Tiger benötigt ein Jagdrevier von rund zehn Quadratkilometern. Auf diesem Gebiet leben zudem noch bis zu sechs Weibchen.
Sie grenzen ihre Gebiete durch Duftmarken ab und gehen sich aus dem Weg. Auch Männchen und Weibchen gehen sich aus dem Weg. Sie treffen sich nur zur Paarungszeit.
Wenn der Tiger ein Beutetier erlegt hat, frisst er, bis er satt ist. Dann versteckt er sich erst einmal und ruht sich aus, um zu verdauen.
Tiger beim Fressen (Bild: SWR)Doch der Tiger kommt immer wieder an die Stelle zurück, an der das Beutetier liegt. Er frisst immer wieder davon, bis die Beute ganz verspeist ist.

Gelegentlich gibt sich ein Tigermännchen auch freundlich: Wenn sich Tigerweibchen in der Nähe herumtreiben, stößt er manchmal bestimmte Laute aus. Daran erkennen die Weibchen, dass das Männchen bereit ist, die Beute mit ihnen und ihren Kindern zu teilen.
Jagd
Selbst auf der Jagd versucht der Tiger, sich möglichst wenig anzustrengen. Er hetzt Beutetieren nicht hinterher, bis sie müde sind - dafür ist er auch nicht schnell genug.

Stattdessen zieht er eine Überraschungstaktik vor: Der Tiger pirscht und lauert. Er schleicht sich entweder an die Beute an oder er versteckt sich am Flussufer. Denn dorthin müssen die Tiere kommen, um zu trinken.
Wenn das Beutetier nahe genug ist, springt der Tiger es an. So ein Sprung kann zehn Meter weit sein. Meist landet der Tiger auf dem Rücken seiner Beute. Dann krallt er sich fest und erlegt das Tier mit einem Biss ins Genick.
Auge eines Tigers (Bild: SWR)Danach schleppt er die Beute in ein Versteck und beginnt mit der Mahlzeit.

Wie alle Katzen verlässt sich der Tiger hauptsächlich auf seine Augen und Ohren. Die Raubkatzen reagieren blitzschnell auf Bewegungen und Geräusche.
Der Geruchssinn spielt kaum eine Rolle.
Nachwuchs
Zur Paarungszeit umwirbt das Männchen das Weibchen. Das tut er mit Schnurren und Brüllen, mit Scheinangriffen, zärtlichen Bissen und Streicheln.

Hundert Tage nach der Paarung bringt die Mutter ihre Jungen an einem geschützten Ort zur Welt. Fünf bis sechs Wochen lang ernährt sie den Nachwuchs mit ihrer Milch. Danach füttert sie die Jungen mit ihrer Jagdbeute, die sie anfangs auswürgt.

Spätestens, wenn die Jungtiere ein halbes Jahr alt sind, beginnen sie ihrer Mutter bei der Jagd zu folgen. Schon sechs Monate später müssen sie selbst die Beute erlegen. Die Mutter jagt die Beutetiere zwar noch und reißt sie zu Boden. Doch den Todesbiss überlässt sie nun ihren Jungen.
OLI steht vor dem Käfig eines jungen Tigers (Bild: SWR)Mit einem Alter von eineinhalb Jahren sind die männlichen Jungtiere selbständig. Die Weibchen bleiben etwa drei Monate länger bei der Mutter.

Tigermännchen sind ab einem Alter von drei bis vier Jahren zeugungsfähig. Die Weibchen können schon mit zwei bis drei Jahren Nachwuchs bekommen.
Sprache
Ein Tiger brüllt in seinem Käfig (Bild: SWR)Tiger beherrschen einige Laute, die von zartem Schnurren und Maunzen bis zu Ohren betäubendem Gebrüll reichen. Das laute Gebrüll dient zur Abschreckung oder dazu, Rivalen einzuschüchtern. Mit dem Schnurren und Maunzen versuchen Tigermännchen, die Weibchen während der Paarungszeit freundlich zu stimmen.

Tigerweibchen verwenden ähnliche Laute, wenn sie ihren Nachwuchs erziehen. Schnurrt die Tigermama, dann ist alles in Ordnung. Faucht oder brüllt sie, dann haben ihre Kinder sie geärgert.
Autorin: Barbara Kiesewetter