SWR Kindernetz
ProgrammvorschauNewsletter

Tierlexikon für Kinder - Archiv

Nashorn / Spitzmaul-Nashorn

Alltag
Nashornschnauze (Bild: SWR)Spitzmaul-Nashörner können sehr gut riechen und sehr gut hören. Dafür sind ihre Augen aber relativ schwach: Schon auf 20 Meter Entfernung können die Tiere kaum noch etwas sehen.

Und sie sind schnelle Läufer: Ein Spitzmaul-Nashorn kann bis zu 50 Kilometer in der Stunde rennen.
Spitzmaul-Nashörner sind, wie alle Nashörner, Einzelgänger. Richtig munter werden sie erst in der Dämmerung und nachts.
Ein Nashorn suhlt sich in der nassen Erde (Bild: SWR)Tagsüber ruhen und schlafen sie an schattigen Plätzen oder suhlen sich im Schlamm ihrer Wasserstellen.
Solche Schlammbäder lieben die Spitzmaul-Nashörner über alles: Dabei wird die Haut gepflegt und die Tiere werden Insekten und andere Parasiten los.
Außerdem kühlt ein Schlammbad den großen Körper der Nashörner ab. Dies ist wichtig, weil die Tiere keine Schweißdrüsen besitzen und deshalb in dem heißen Klima leicht überhitzen.
Manchmal lassen sie sich Maden und Parasiten auch von Vögeln aus der Haut picken.
Die spitze Schnauze eines Spitzmaul-Nashorns (Bild: SWR)Ihren Namen haben Spitzmaul-Nashörner von der fingerförmigen, spitzen Oberlippe. Damit greifen sie und rupfen Blätter von Büschen und Bäumen ab - die Lippe ist also eine Anpassung an ihre Futterpflanzen. Dagegen fehlt den Breitmaul-Nashörner eine solche Lippe: Sie haben eine flache Lippe, mit der sie das Gras abweiden können.
Spitzmaul-Nashörner besitzen 100 bis 200 Hektar große Reviere, die sie mit Kot und Urin markieren. In ihren Revieren benutzen sie immer dieselben Wege: Diese werden ebenfalls markiert.

Die Tiere sind ihren Revieren sehr treu. Das geht so weit, das Reviere, deren Besitzer getötet wurden, von anderen Nashörner nicht besetzt werden.

Treffen zwei Bullen aufeinander, hält der Rangniedere den Kopf mit dem Horn zur Seite. Zu richtigen Kämpfen kommt es selten. Meist rennen die Bullen nur aufeinander zu und stoppen dann kurz vor dem Gegner ab.

Immer wieder wird berichtet, dass Nashörner auch Menschen angreifen - vor allem Weibchen, die ein Junges haben. In den meisten Fällen stürmen die Tiere zwar mit großer Geschwindigkeit heran, stoppen dann aber kurz vor dem Opfer.
Freunde und Feinde
Außer dem Menschen haben erwachsene Spitzmaul-Nashörner keine Feinde - sie sind einfach zu stark, um von einem Löwen angegriffen zu werden. Nur den Kälbern können ab und zu Raubtiere gefährlich werden, wenn die Nashorn-Mutter einmal nicht auf sie aufpasst.
Ein Spitzmaul-Nashorn (Bild: SWR)Vom Menschen wurden die Spitzmaul-Nashörner wie alle Nashorn-Arten erbarmungslos gejagt, weil ihre Hörner als Trophäen und in manchen Ländern als Heilmittel galten, für die jeder Preis bezahlt wurde.

In Südafrika wurden die Tiere bereits 1853 ausgerottet.

1995 gab es vermutlich nur noch 2500 wild lebende Spitzmaul-Nashörner in Afrika. Heute sind sie unter Schutz gestellt, werden aber immer noch von Wilderern erlegt. Trotzdem gab es bereits 2001 schon wieder 3100 Spitzmaul-Nashörner
Nachwuchs
Nur während der Paarungszeit finden die Einzelgänger kurze Zeit zueinander. Dann kommt es auch vor, dass sich zwei Nashorn-Bullen um ein Weibchen streiten und heftig miteinander kämpfen. Nachdem der Bulle einige Tage um das Weibchen geworben hat, kommt es zur Paarung.

Das Nashorn-Kalb wird 18 Monate später geboren. Es kommt jeweils nur ein Junges zur Welt. Dieses ist aber schon bei der Geburt ein Schwergewicht und wiegt etwa 40 Kilogramm. Es hat zwar noch keine Hörner, trägt aber vorn auf der Nase einen kleinen Höcker, aus dem später das vordere Horn wächst. Das hintere Horn ist zunächst nur als heller Fleck zu sehen.

Bereits kurze Zeit nach der Geburt kann das Kalb stehen und laufen und bereits nach einer Stunde bei der Mutter trinken. Etwa nach fünf Wochen beginnen die Hörner zu wachsen.

Nashorn-Kälber brauchen lange Zeit, um erwachsen zu werden: Sie werden etwa zwei Jahre lang gesäugt und von der Mutter beschützt. Erst dann werden sie selbstständig.

Die Weibchen sind mit etwa 3 Jahren geschlechtsreif, die Männchen später. Ihr erstes Junges bekommen die Weibchen meist im Alter von sechs bis acht Jahren.
Autorin: Barbara Kiesewetter