Alltag

Chamäleons sind für ihre Fähigkeit bekannt, die Farbe zu wechseln. Dabei geht es nicht nur darum, sich dem Untergrund anzupassen und für Feinde unsichtbar zu sein. Vielmehr zeigen Chamäleons so, ob sie ärgerlich oder angriffslustig sind oder ob ein Männchen, das mit einem Rivalen streitet, sich stärker oder schwächer als sein Konkurrent fühlt.

Die Farbe ist also bei den Chamäleons ein Ersatz für die Sprache. Außerdem wechseln manche Chamäleons ihre Farbe je nach Tageszeit: nachts sind sie viel heller als am Tag.
Nicht alle Chamäleon-Arten können alle Farben annehmen. Manchen fehlen die Grüntöne, andere können nicht rot werden.

Wenn sie ihre Farbe wechseln, verändern die kleinen Reptilien oft auch ihre Gestalt.
Um Gegner einzuschüchtern, blasen sich manche so auf, dass sie fast kugelrund sind, andere haben große Kopf-Lappen, die sie aufstellen können.

Chamäleons sind richtige Einzelgänger und weder Männchen noch Weibchen vertragen sich untereinander. Jedes Tier besitzt ein festes Revier, das gegen andere Chamäleons heftig verteidigt wird. Dort haben sie auch einen festen Schlafplatz, von dem aus sie morgens zu sonnigen Stellen klettern, um sich aufzuwärmen.

Hektik kennen die Chamäleons nicht: meist sitzen sie so gut versteckt zwischen den Zweigen, dass man direkt vor ihnen stehen kann, ohne sie zu sehen. Sie bewegen sich nur ganz langsam und schaukeln beim Gehen vor und zurück. Dadurch sind sie für Feinde schlechter zu erkennen, weil sie ein wenig wie ein im Wind hin- und herschaukelndes Blatt wirken.
Freunde und Feinde
Chamäleons versuchen zwar, nicht aufzufallen und sich gut zu tarnen, aber trotzdem fallen sie manchmal Vögeln zum Opfer.
Jagd

Chamäleons sitzen meist ruhig auf einem Ast und lauern dort auf Beute. Kommt ein Insekt nah genug heran, wird es blitzschnell mit der langen Zunge eingefangen.
Sie ist am Ende keulenförmig verdickt und besitzt zwei blattähnliche Lappen, mit denen das Beutetier gepackt wird.
Dieser so genannte Zungenschuss ist so schnell, dass man ihn fast nicht sehen kann.
Nachwuchs
Auch zur Paarungszeit zeigt es sich, dass Chamäleons streitlustige Einzelgänger sind. Dann kämpfen mehrere Männchen erbittert um ein Weibchen; aber auch Männchen und Weibchen streiten sich miteinander - manchmal sogar während der Paarung!

Chamäleon-Weibchen legen etwa 30 bis 40 Eier. Sie haben eine weiche, pergamentartige Schale und werden im warmen Boden vergraben.
Nach einigen Monaten - das ist je nach Art und Lebensraum verschieden - schlüpfen die Jungen.
Sie sind sofort selbstständig und machen Jagd auf kleine Insekten. Manche Chamäleon-Arten bringen lebende Junge zur Welt: hier entwickeln sich die Eier im Bauch des Chamäleon-Weibchens.
Damit nicht zu viele Chamäleons in einem Gebiet leben, machen sich die Jungen schnell auf Wanderschaft und suchen sich ein eigenes Revier. Noch sind die Jungtiere nicht so deutlich gefärbt wie ihre Eltern, doch schon mit einem Jahr sind sie erwachsen und können selber Junge bekommen.