OLIs Wilde Welt
Ein Azara-Aguti frißt ein Blatt (Bild: picture alliance / dpa)

Aguti


Dasyprocta

Agutis sehen wie ein großes, hochbeiniges Meerschweinchen aus. Die südamerikanischen Nagetiere können sehr schnell rennen und sind reine Pflanzenfresser.
Aussehen
Aguti (Bild: SWR)
Agutis gehören zur Ordnung der Nagetiere und dort zur Unterordnung der Meerschweinchenartigen, wo sie eine eigene Familie bilden.

Ihr Körper gleicht dem eines Meerschweinchens, sie haben jedoch dünne, lange Beine, mit denen sie sehr schnell rennen können.
Aguti (Bild: SWR)
Die Hinterbeine sind deutlich länger als die Vorderbeine und haben vier Zehen, die Vorderbeine nur drei. Die Zehen enden in hufartigen Krallen.

Ihr Fell ist auf dem Rücken braun bis rötlich gefärbt, am Bauch dagegen weiß bis gelblich. Der große Kopf hat kleine, runde Ohren und große Augen.
Agutis werden ziemlich groß: Sie messen von der Nase bis zum Po 42 bis 62 Zentimeter und wiegen zwischen eineinhalb und vier Kilogramm. Ihr Schwanz ist nur ein kleiner Stummel von einem bis vier Zentimetern.
Heimat
Agutis gibt es nur in Südamerika. Sie kommen vom südlichen Mexiko bis zum nördlichen Argentinien, bis Südbrasilien und Paraguay vor.
Lebensraum
Agutis sind sehr anpassungsfähig und besiedeln deshalb sehr viele unterschiedliche Lebensräume. Sie sind in feuchten Tieflandwäldern, dichtem Buschland, Savannen, auf grasbedeckten Flussbänken und an Berghängen ebenso zu finden wie auf Feldern und in Plantagen.
Rassen und Arten
Aguti (Bild: SWR)
Zur Familie der Agutis zählen zwei Gattungen. Zur Gattung der Stummelschwanz-Agutis gehört zum Beispiel das Gold-Aguti. Es ist am häufigsten bei uns in Zoos zu sehen.

Eine weitere Art ist das Azara-Aguti. Zur Gattung der Geschwänzten Agutis gehört zum Beispiel das Agouchi.

Wissenschaftler sind sich noch nicht sicher, ob es insgesamt elf oder 13 verschiedene Aguti-Arten gibt.
Lebenserwartung
Agutis können maximal 20 Jahre alt werden.
Alltag
Aguti (Bild: SWR)
Agutis sind tagaktive Tiere. In dicht besiedelten Gebieten, gehen sie aber erst in der Dämmerung auf Futtersuche, um nicht von Menschen gestört zu werden. Sie sind nämlich scheue Tiere.

Agutis sind Bodenbewohner. Sie können sehr schnell laufen. Wenn sie sich bedroht fühlen, galoppieren sie sogar davon.
Aguti hinter Ästen (Bild: SWR)
Weil sie von ihren Verstecken zu ihren Weideplätzen immer wieder die gleichen Wege benutzen, gibt es sogar richtige Aguti-Trampelpfade.

Als Versteck dienen dichte Büsche, hohle Baumstämme und Baue in der Erde, die sie selber graben.


Zwei Agutis auf einem Baumstamm (Bild: SWR)
Agutis leben entweder allein oder als Paar zusammen.

Sie haben ein festes Territorium, das sie gegenüber fremden Artgenossen heftig verteidigen. Wollen sie einem anderen Aguti drohen, stellen sie die Rückenhaare auf und geben Laute von sich, die an Hundegebell erinnern.
Freunde und Feinde
Jaguar, Ozelot und viele andere Raubtiere zählen zu den Feinden der Agutis. In manchen Regionen werden sie auch von Menschen gejagt.
Nachwuchs
Agutis können sich das ganze Jahr hindurch paaren.

Sie haben ein ganz besonderes Paarungsritual: Das Männchen bespritzt das Weibchen mit Urin, worauf das Weibchen zu tanzen beginnt. Dies wiederholt sich mehrere Male, schließlich kommt es zur Paarung.
Nach 100 bis 120 Tagen werden ein bis zwei, selten drei Junge geboren. Sie haben schon Fell und sind Nestflüchter, d.h. sie können schon eine Stunde nach der Geburt laufen.

Nach etwa fünf Monaten werden sie entwöhnt und sind selbstständig. Im Alter von sechs Monaten werden sie geschlechtsreif.
Wird das Weibchen wieder trächtig, trennt es sich von den Jungen. Männliche Nachkommen werden oft schon vorher von ihren Vätern vertrieben und müssen sich ein eigenes Revier suchen.
Ernährung
Ein Aguti sucht nach Futter (Bild: SWR)
Agutis sind Pflanzenfresser. Sie ernähren sich von Blättern, Stängeln, Wurzeln, vor allem aber von Früchten und Nüssen. Sie wandern ständig in ihrem Revier umher und suchen nach Bäumen, die grade reife Früchte tragen.

Weil sie ein sehr gutes Gehör haben, hören sie Früchte zu Boden fallen und folgen dem Geräusch.

Ein Aguti mit seiner Schnauze in einem Haufen Früchte (Bild: SWR)
Agutis können sogar die extrem harten Paranüsse fressen. Bis zu 20 dieser Nüsse stecken in einer sehr harten Hülle, der so genannten Cocos. Agutis können die Schalen aufnagen.

Oft tragen sie die Paranüsse davon und vergraben sie, um sich Vorräte für schlechte Zeiten anzulegen.
Beim Fressen setzen sie sich auf die Hinterbeine und halten ihr Futter mit den Vorderpfoten fest.
Haltung
Agutis werden manchmal auch in Gefangenschaft gehalten. Obwohl sie in der Natur sehr scheu sind, können sie dann ganz zahm werden und sich an ihre Pfleger gewöhnen.