Aussehen

Zwergotter gehören zur Ordnung der Raubtiere und dort zur Familie der Marder. Innerhalb dieser bilden sie die Unterfamilie der Otter und zählen dort wiederum zur Gattung der Fingerotter.
Diesen Namen tragen sie, weil ihre Vorderpfoten einer menschlichen Hand gleichen, ihre Krallen sehr kurz sind und die Fingerkuppen nicht überragen.
Sie sehen deshalb ein wenig wie die Fingernägel von uns Menschen aus. Manchmal werden die Tiere deshalb auch Kurzkrallenotter genannt.

Ähnlich wie unsere einheimischen Fischotter haben Zwergotter einen schlanken, lang gestreckten Körper, der Kopf ist etwas abgeflacht und breit, die Beine sind kurz und kräftig.
Die Ohren sind klein und rund, sie können - wie die Nasenlöcher - beim Schwimmen und Tauchen verschlossen werden.

Zwergotter sind wie alle Otter gut an ein Leben im Wasser angepasst: Das Fell - eines der dichtesten im Tierreich - ist wasserundurchlässig. Es besteht aus der Unterwolle und einer Deckschicht, die glatt und glänzend ist. Die Körperoberseite ist dunkelbraun oder aschgrau, die Bauchseite ist heller gefärbt, die Kehle ist fast weiß.

Zwischen den Zehen besitzen sie Schwimmhäute, diese sind allerdings an den Vorderpfoten kaum und an den Hinterpfoten weniger ausgebildet als bei anderen Otter-Arten, weshalb die einzelnen Finger besser beweglich sind. Mit diesem Merkmal unterscheiden sie sich sehr deutlich von den übrigen Ottern, die ausgeprägte Schwimmhäute zwischen den Zehen besitzen.
Zwergotter messen vom Kopf bis zum Po zwischen 41 und 64 Zentimeter, der Schwanz misst zusätzlich 25-35 Zentimeter. Sie wiegen 2,7 bis 5,5 Kilogramm.
Die Männchen sind im Durchschnitt 25 Prozent größer als die Weibchen.
Heimat
Zwergotter sind in Asien zu Hause. Dort findet man sie in Indien, Südostasien, Südchina, Indonesien, auf Sri Lanka, der Malaischen Halbinsel, Borneo und einigen anderen südostasiatischen Inseln bis hin zu den Philippinen.
Rassen und Arten
Zur Unterfamilie der Otter gehören neben den Zwergottern die Fischotter, die Seeotter, die Kleinkrallenotter und die südamerikanischen Riesenotter, die bis zu 20 Kilogramm schwer werden. Sehr nahe Verwandte des Asiatischen Zwergotters sind die afrikanischen Fingerotter.
Alltag

Zwergotter sind die kleinsten aller Otter. Anders als unsere einheimischen Fischotter sind Zwergotter gesellige Tiere: Sie leben in Familienverbänden mit bis zu zwölf Tieren. Sogar auf die Jagd gehen sie gemeinsam. Zwergotter spielen viel miteinander und geben auch zahlreiche verschiedene Laute von sich, mit denen sie untereinander richtiggehend "unterhalten".

Zwergotter unterscheiden sich noch in einer anderen Verhaltensweise von den übrigen Ottern: Sie packen ihre Beute nicht mit dem Maul, sondern greifen sie mit den Pfoten, die dank der beweglichen einzelnen Finger sehr geschickt sind. Mit ihren tastempfindlichen Fingern graben und suchen sie auch im Schlamm und unter Steinen nach Beute.
Außer im Wasser suchen Zwergotter auch im Ufergestrüpp nach Nahrung: Dann können ihnen auch junge Vögel wie zum Beispiel Enten zum Opfer fallen.

Weil Asiatische Zwergotter ziemlich schlau und gelehrig sind, werden sie in manchen Gegenden Malaysias gezähmt und für den Fischfang abgerichtet, obwohl sie normalerweise nur selten Fische jagen. Sie tauchen, fangen Fische und liefern diese gegen eine Belohnung ab.
Freunde und Feinde
Zwergotter können anderen, größeren Raubtieren zum Opfer fallen. Außerdem wurden sie zum Teil gejagt, weil man sie für Nahrungskonkurrenten hielt. Auf ihr Fell hatte es man jedoch - im Gegensatz zu anderen Otterarten - weniger abgesehen.
Nachwuchs
Zwergotter-Weibschen können zweimal im Jahr Junge bekommen. Vor der Geburt baut ein Zwergotterpaar eine kleine Höhle im Uferschlamm. Hier bringen die Weibchen nach 60 bis 64 Tagen Tragzeit ein bis sechs Junge zur Welt. Die ersten Wochen verbringen die Zwergotter-Babys in dieser Höhle und werden von der Mutter gesäugt.
Wenn sie etwa 80 Tage alt sind, können sie feste Nahrung fressen. Sie lernen nach und nach von ihren Eltern, wie man jagt und was sie fressen können.