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Asiatisches Streifenhörnchen  (Bild: SWR)

Asiatisches Streifenhörnchen


Eutamias sibiricus

Asiatische Streifenhörnchen werden auch Burunduk genannt und gehören zu den am häufigsten als Heimtiere gehaltenen Hörnchen.
Aussehen
Asiatische Streifenhörnchen gehören zur Familie der Hörnchen und damit zu den Nagetieren. Sie sind mit den Eichhörnchen, Präriehunden und Zieseln verwandt. Sie messen von der Nasen- bis zur Schwanzspitze 21 bis 25 Zentimeter. Davon macht allerdings der dichte, buschige Schwanz acht bis elf Zentimeter aus.
Streifenhörnchen sehen ein bisschen wie Eichhörnchen aus  (Bild: SWR)
Der Körper selbst misst 13 bis 17 Zentimeter. Deshalb sehen die Tiere auch ein bisschen wie ein kleines Eichhörnchen aus.

Ein Streifenhörnchen wiegt zwischen 50 und 120 Gramm. Typisch sind die fünf schwarzbraunen Streifen auf dem Rücken, zwischen denen vier helle Streifen verlaufen.

Die Bauchseite ist weiß, beige oder rotbraun. Die Farbe hängt davon ab, aus welcher Region die Streifenhörnchen stammen.
Heimat
Asiatische Streifenhörnchen kommen von Nord-Finnland über Sibirien, die Mongolei, die Mandschurei und das mittlere China bis nach Nord-Japan vor.
Lebensraum
Streifenhörnchen leben nicht wie viele ihrer Verwandten in der Steppe, sondern vor allem in Kiefern- und Lärchenwäldern.
Rassen und Arten
Asiatische Streifenhörnchen sind mit Präriehunden und Zieseln verwandt. Nah verwandt sind auch die nordamerikanischen Chipmunks, mit denen die Hörnchen leicht verwechselt werden. Heute werden Asiatische Streifenhörnchen auch gezüchtet, so dass es neben den normal gefärbten auch weiße und zimtfarbene Tiere gibt.
Lebenserwartung
Asiatische Streifenhörnchen werden etwa sechs bis sieben Jahre alt.
Alltag
Asiatische Streifenhörnchen sind sehr lebhafte Tiere. Sie sind überwiegend am Tag aktiv. Vor allem in den frühen Morgenstunden turnen sie durch die Bäume. Streifenhörnchen sind Einzelgänger. Nur die Winterruhe verbringen sie oft paarweise. Sie leben zwar in Kolonien, jedes Tier hat jedoch sein eigenes Territorium, das es mit Duftmarken markiert und das es gegen andere Hörnchen verteidigt.
Backentaschen des Streifenhörnchen   (Bild: SWR)
Ein typisches Kennzeichen sind die riesig großen Backentaschen, in denen die Tiere Futter sammeln, das sie dann als Vorrat anlegen.

In jede Backentasche passen bis zu neun Gramm Nahrung. Ein Streifenhörnchen kann insgesamt bis zu sechs Kilogramm Vorräte sammeln.

Diese werden in den Erdhöhlen, die die Tiere unterirdisch anlegen, versteckt. Die Höhlen sind bis zu 2,5 Meter lang und reichen bis zu 1,5 Meter tief unter die Erde. Sie sind in Schlafkammern und Vorratskammern unterteilt. Extra Gänge dienen als Toilette.
Streifenhörnchen sitzen beim Fressen auf den Hinterbeinen  (Bild: SWR)
Streifenhörnchen sind sehr beweglich: Geschickt klettern sie an Baumstämmen hinauf und hinunter.

Ähnlich wie Eichhörnchen sitzen sie beim Fressen meist auf den Hinterbeinen und halten das Futter mit den Vorderpfoten fest.


Im Frühjahr und Herbst wechseln sie ihr Fell. Im Winter halten wild lebende Streifenhörnchen eine Winterruhe, die sie in ihren Erdhöhlen verbringen. Sie dauert zum Beispiel in Sibirien von Oktober bis April.
Freunde und Feinde
Fuchs, Iltis, Zobel, Hermelin und Baum-Marder können den Streifenhörnchen gefährlich werden.
Nachwuchs
Asiatische Streifenhörnchen paaren sich zwischen April und Juni. Sind die Weibchen paarungsbereit, pfeifen sie den Männchen hinterher. Diese Laute reichen von einem leisen Zwitschern bis zu schrillen Pfiffen.

Nur etwa vier bis sechs Wochen nach der Paarung bringt das Weibchen drei bis zehn nackte, blinde Junge zur Welt. Um die Jungen kümmert sich nur die Mutter. Die kleinen Streifenhörnchen werden schon nach acht bis zehn Wochen selbstständig - dann löst sich die kleine Familie wieder auf und jeder geht seiner Wege. Mit etwa 11 Monaten sind die jungen Streifenhörnchen geschlechtsreif. Ein Weibchen bringt pro Jahr meist zwei Würfe zur Welt.
Sprache
Bei Gefahr geben Asiatische Streifenhörnchen ein trillerndes Tschirpen von sich.
Ernährung
In der Natur fressen Streifenhörnchen Nüsse, Beeren, Samen, Obst und Insekten. Manchmal fangen sie auch Frösche oder stehlen Eier oder junge Vögel aus Vogelnestern. Als Vorrat für den Winter sammeln sie vor allem Nüsse, Eicheln, Samen und trockene Pilze. Auch in Gefangenschaft lieben Streifenhörnchen abwechslungsreiche Kost.
Streifenhörnchen beim Fressen  (Bild: SWR)
Am besten füttert man sie mit Misch-Futter, Nüssen, frischem Obst und Mehlwürmern. Außerdem brauchen sie einen Salzleckstein.

Nüsse gibt man mit Schale, weil die Streifenhörnchen etwas zum Nagen brauchen, damit sich ihre immer nachwachsenden Nagezähne abnutzen.
Haltung
Seit Streifenhörnchen durch Walt-Disney-Filme als A-Hörnchen und B-Hörnchen bekannt geworden sind, sind sie auch als Haustiere beliebt. Sie sind allerdings erst für Kinder ab zwölf Jahren geeignet.
Käfig eines Streifenhörnchens  (Bild: SWR)
Streifenhörnchen brauchen einen großen Käfig, der mindestens einen Meter lang, 50 Zentimeter breit und zwei Meter hoch ist.

Er wird mit Kletterästen eingerichtet, weil sich die Tiere viel bewegen wollen: Sie klettern, hüpfen, laufen und springen.


Außerdem benötigen sie mindestens zwei Schlafhäuschen, in die sie sich abwechselnd zurückziehen können. Dort bauen sie sich ein Nest aus weicher Holzwolle, Heu oder Stoffresten.
Streifenhörnchen an der Nippeltränke  (Bild: SWR)
Der Käfigboden wird 30 Zentimeter dick mit Kleintierstreu und Erde eingestreut, damit die Tiere graben können.

Einen Futternapf brauchen die Hörnchen nicht unbedingt, weil sie alles Futter erst einmal in ihren Backentaschen hamstern und dann in einem Versteck als Vorrat anlegen.
Als Tränke eignet sich eine so genannte Nippeltränke, aus der kein Wasser in den Käfig tropfen kann.

Weil Streifenhörnchen Einzelgänger sind, kann man sie gut alleine halten. Wenn der Käfig groß genug ist, kann man aber auch zwei Tiere in einem Käfig unterbringen. Gut ist es, wenn man den Käfig bei Bedarf in zwei Hälften unterteilen kann, falls es zu Streitigkeiten kommt - denn dabei verletzen sich die Tiere manchmal ernsthaft.
Streifenhörnchen brauchen Bewegung  (Bild: SWR)
Weil Streifenhörnchen sehr viel Bewegung brauchen, sollte man sie regelmäßig in einem Zimmer frei laufen lassen.

Auch in Gefangenschaft halten die Tiere zum Teil Winterruhe. Dann lassen sie sich tagelang nicht blicken und schlafen in ihren Schlafhäuschen.

Nur ab und zu kommen sie zum Fressen heraus. Man sollte die Tiere in dieser Zeit möglichst nicht stören. Weil Streifenhörnchen aus ein Region mit kühlem Klima kommen, kann man sie bei uns auch in einer Voliere im Freien halten.
Pflegeplan
Futternapf und Tränke müssen täglich gereinigt werden. Das Streu des Käfigs muss man zweimal pro Woche auswechseln. Das Schlafhäuschen muss nur selten gereinigt werden, weil die Tiere es selbst sauber halten.