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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Auerhahn

Alltag
Auerhahn im Wald (Bild: SWR)
Auerhähne bleiben ihrer Heimat treu. Wenn sie ein Revier ausgewählt haben, kann man sie dort immer wieder beobachten.

Sie fliegen nur kurze Strecken und leben vor allem auf dem Boden, wo sie nach Nahrung suchen. Abends hüpfen sie zum Schlafen auf Bäume, weil sie dort vor Raubtieren geschützt sind.

Auerhähne sind für ihr ungewöhnliches Balzritual im März und April bekannt:
Auerhahn auf der Balz (Bild: SWR)
Im Morgengrauen beginnt der Hahn mit seinem Balzlied. Es besteht aus schnalzenden, wetzenden und klappernden Tönen.
Dabei nimmt der Vogel die typische Balzhaltung ein, indem er den Schwanz zu einem Halbkreis aufspreizt, die Flügel abspreizt und den Kopf weit nach oben reckt. Das Balzlied endet mit einem Triller, der wie "kalöpkalöpp-kalöppöppöpp" klingt.

Auerhähne sind ausdauernde Sänger: Sie wiederholen ihr Balzlied jeden Morgen zwei- bis dreihundert Mal; in der Hauptzeit der Balz sogar bis zu sechshundert Mal.
Auerhähne haben bestimmte Balzplätze, die sie jeden Morgen erneut aufsuchen. Dort springen sie in die Luft und schlagen mit den Flügeln, bevor sie - meist auf einem Hügel oder Baumstumpf sitzend - mit ihrem Gesang beginnen. Auch zwischen den Gesängen fliegen sie immer wieder flatternd in die Luft.
Auerhahn bei der Paarung (Bild: SWR)
Hat der Hahn schließlich mit seinen Künsten eine Henne beeindruckt, paart er sich mit ihr.

Auerhähne führen aber keine Einehe: Die Hähne paaren sich mit vielen Hennen, die in ihr Revier kommen. Um die Aufzucht der Jungen kümmern sie sich jedoch nicht.

Übrigens: Auerhähne können während der Balzzeit ziemlich komisch und sogar aggressiv werden.
Es gab früher immer wieder Berichte, dass Auerhähne dann sogar Spaziergänger im Wald als Rivalen betrachten und ihnen den Weg versperren.
Freunde und Feinde
Auerhähne wurden früher viel vom Menschen gejagt. Natürliche Feinde sind verschiedene Raubtiere wie etwa der Fuchs. Ihm können vor allem junge Auerhühner zum Opfer fallen.
Nachwuchs
Henne (Bild: SWR)
Der Nachwuchs ist bei den Auerhühnern Frauensache: Ausschließlich die Weibchen kümmern sich um die Brut.
Eine Auerhenne legt etwa sechs bis zehn Eier in eine Nestmulde zwischen Wurzeln oder Baumstümpfe auf dem Boden, die sie 26 bis 28 Tage bebrütet. Die Eier sind ungefähr so groß wie ein Hühnerei.

Junge Auerhühner sind Nestflüchter: Schon einen Tag nach dem Schlüpfen ziehen sie, beschützt von der Mutter durch das dichte Gestrüpp auf dem Waldboden. Sie bleiben etwa drei Wochen in der Obhut der Mutter, leben aber noch den Winter über als Familie zusammen.
Auerhennen und ihre Küken sind nur schwer zu entdecken, da sie mit ihrem braun-beigen Gefieder hervorragend getarnt sind. Werden die Jungen von Raubtieren bedroht, lenkt die Mutter sie ab, indem sie so tut, als sei sie verletzt: Mit lahmen Flügeln torkelt sie über den Boden und zieht so die Aufmerksamkeit der Feinde auf sich.
Sprache
Der Balzgesang des Auerhahns ist zu Beginn sehr leise, wird dann aber so laut, dass er 400 Meter weit zu hören ist.
Autorin: Barbara Kiesewetter