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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Axolotl

Alltag
Axolotl leben als Dauerlarven  (Bild: SWR)
Der Axolotl ist ein Tier, das niemals erwachsen wird: In seiner Entwicklung bleibt er auf dem Stadium einer Dauerlarve stehen.
Er macht nicht wie andere Lurche eine Metamorphose durch, also eine Verwandlung von der Larve zum erwachsenen Tier. Dieses Phänomen nennt man Neotenie.
Der Grund dafür liegt darin, dass ihre Schilddrüse nicht genug von den für die Umwandlung notwendigen Hormonen produziert. Theoretisch könnte sich der Axolotl aber weiterentwickeln:
Axololt sind im Wasser zu Hause   (Bild: SWR)
Gibt man dem Wasser die Hormone andere Molcharten zu oder erhöht man den Jodgehalt des Wassers, entwickelt sich der Axolotl zu einem Tier, das keine Kiemen mehr hat und auf dem Land lebt. Dies kommt in der Natur aber nur ganz selten vor. Zum Beispiel wenn die Wassertemperatur stark steigt und anzeigt, dass das Gewässer vielleicht bald austrocknet.

Dann können die erwachsenen Axolotl über Land wandern und sich ein neues Gewässer suchen. Diese erwachsenen Formen des Axolotls leben jedoch längst nicht so lang wie die Larvenform.
Axololt können Körperteile nachbilden.   (Bild: SWR)
Nach Europa wurden die ersten Tiere im Jahr 1863 gebracht. Schon bald wurden sie für die Wissenschaft interessant, weil sie eine ganz ungewöhnliche Fähigkeit besitzen: Verlieren sie einen Körperteil, weil er zum Beispiel von einem Feind abgebissen wird, können sie ihn in wenigen Monaten komplett und ohne Narben wieder neu bilden.

Bei Eidechsen, die dies auch können, bleiben dagegen immer Narben sichtbar und das neu gebildete Körperteil ist nicht mehr so groß wie das alte.
Forscher interessieren sich für den Axolotl  (Bild: SWR)
Axolotl können sogar ganze Organe wie etwa das Herz oder sogar Teile des Gehirns ersetzen, wenn diese verletzt werden.

Forscher versuchen nun herauszufinden, wie dies funktioniert, um eines Tages vielleicht Menschen helfen zu können, die Körperteile verloren haben oder neue Organe brauchen.

Axolotl sind in der freien Natur überwiegend in der Dämmerung aktiv, manchmal auch am Tag.
Freunde und Feinde
Alle räuberischen Tiere im Wasser, wie etwa Raubfische, können dem Axolotl gefährlich werden.
Nachwuchs
Axolotl-Paar  (Bild: SWR)
Axolotl bleiben zwar in ihrer Entwicklung im Larvenstadium stehen, werden aber mit ein bis zwei Jahren geschlechtsreif.

Paarungszeit ist meist im Frühjahr. Dann wedelt das Männchen dem Weibchen Duftstoffe zu. Ist dieses paarungsbereit, folgt es dem Männchen nach. Dieses setzt ein Samenpaket ins Wasser ab.
Das Weibchen nimmt den Samen auf und so werden die Eier in ihrem Körper befruchtet.
Anschließend sucht das Weibchen einen Platz, der für die Eiablage geeignet ist, und legt dort 300 bis 1100 Eier ab. Schon nach sieben Tagen sind die ersten Larven in den Eiern zu erkennen.
Junger Axolotl im Aquarium  (Bild: SWR)
Nach etwa zehn Tagen bewegen sie sich bereits in den Eiern. 14 bis 21 Tage nach der Eiablage schlüpfen die jungen Axolotl. Sie sind nur sieben Millimeter lang.
Zuerst entwickeln sich die Vorderbeine, etwa zwei Wochen später die Hinterbeine. Nach etwa 20 Monaten sind sie ausgewachsen.
Autorin: Barbara Kiesewetter