SWR Kindernetz
ProgrammvorschauNewsletter

Tierlexikon für Kinder - Archiv

Bartagame

Alltag
Bartagame (Bild: SWR)
Bartagamen sind zwar Bodenbewohner. Manchmal klettern sie aber auch auf kleine Sträucher.

Sie sind tagaktive Reptilien. Deshalb können sie sehr gut sehen und sogar Farben unterscheiden. Feinde, Beute und auch Artgenossen nehmen Bartagamen schon von weitem wahr. Bei ihren Artgenossen erkennen sie, ob es sich um ein Männchen oder ein Weibchen handelt, weil beide die meiste Zeit des Jahres unterschiedlich gefärbt sind.

Zwei Bartagamen (Bild: SWR)
Bartagamen sind ziemlich gesellig. Sie liegen gerne dicht gedrängt beisammen oder sogar übereinander.

Oft nehmen sie ein Sonnenbad. Sie sind, wie alle Reptilien, wechselwarme Tiere. Das heißt, ihre Körpertemperatur ist von der Temperatur der Umgebung abhängig. Sie liegt - je nach Aktivität - zwischen 28 und 40°C.
Zwei Bartagame sonnen sich (Bild: SWR)
Wenn sie sich aufwärmen und Sonne tanken, verändern sie ihre Körperfarbe und werden hellbraun bis schwarz. So können sie die Wärme besser speichern. Sind sie aufgewärmt, wird ihre Farbe wieder heller. Sie verändern ihre Farbe aber auch, wenn sie sich ärgern.

Bartagamen in der freien Natur verhalten sich gegenüber Menschen abweisend. Wenn ihnen jemand zu nahe kommt, sperren sie ihr Maul auf und spreizen den Bart ab.
Das tun sie auch, wenn sie sich mit ihresgleichen streiten oder von Feinden angegriffen werden. Mit aufgestelltem Bart sehen sie viel größer und gefährlicher aus.

Ein Bartagame beobachtet sein Revier (Bild: SWR)
Berührt man sie, beißen sie sogar zu oder teilen heftige Schläge mit ihrem Schwanz aus.
In der Trocken- oder Winterzeit und zum Ausruhen verkriechen sich Bartagamen in Erdhöhlen oder in den Bauten anderer Tiere.

Wenn sie wach sind, sitzen sie gerne auf erhöhten Stellen und beobachten ihr Revier.
Freunde und Feinde
Vor allem Greifvögel und Raubtiere können Bartagamen gefährlich werden.
Nachwuchs
Wenn ein Agamen-Männchen um ein Weibchen wirbt, spreizt es den Bart und nickt heftig mit dem Kopf. Das Weibchen presst sich an den Boden und antwortet mit Nicken und mit kreisenden Bewegungen der Vorderbeine.

Anschließend paaren sich beide mehrmals. Dabei hält das Männchen das Weibchen mit einem Biss in den Nacken fest.
23 bis 44 Tage später legt das Weibchen Eier in die Erde ab - oder, wenn die Tiere im Terrarium leben, unter ein Stück Korkrinde. Die Eier sind zwei bis drei Zentimeter lang und wiegen zwischen 1,6 und drei Gramm.

Jedes Weibchen legt zwischen zehn und 26 Eier. Nach der Ablage scharrt das Weibchen die Eigrube zu und häuft einen 15 bis 20 Zentimeter hohen Erdhügel auf.
Dann dauert es aber noch ziemlich lange, bis die Jungen schlüpfen. Erst nach 148 bis 154 Tagen krabbeln die fünf bis acht Zentimeter langen Bartagamen-Babys aus dem Ei. Sie müssen allein zurechtkommen, denn Bartagamen betreiben keine Brutpflege.
Autorin: Barbara Kiesewetter