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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Biber

OLI's Expedition: Ein Biber aus Nahrungssuche

Redaktion: Oliver Neitzel
Wow! OLI hat Glück: Er beobachtet einen Biber, wie der im Fluss auf Nahrungssuche unterwegs ist. Und dabei wird der Biber nicht mal richtig nass...?
Ein Biber (Bild: picture alliance / dpa)

Castor fiber

Biber sind richtige Landschafts-Architekten: Sie bauen Burgen und Dämme, stauen Bäche auf und fällen Bäume. Dadurch schaffen sie neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
Aussehen
Biber im Wasser mit einem Zweig in der Schnauze (Bild: SWR) (Bild: SWR)
Biber sind die zweitgrößten Nagetiere der Welt. Größer werden nur die südamerikanischen Wasserschweine. Ihr Körper ist ziemlich plump und gedrungen und wird bis zu 100 Zentimeter lang.
Typisches Kennzeichen der Biber ist ihr abgeplatteter, bis zu 16 Zentimeter breiter, unbehaarter Schwanz, der 28 bis 38 Zentimeter lang wird. Ein ausgewachsener Biber bringt bis zu 35 Kilogramm auf die Waage. Die Weibchen sind meist ein bisschen größer als die Männchen.
Besonders auffällig ist das dichte Fell der Biber: Auf der Bauchseite stehen pro Quadratzentimeter Haut 23.000 Haare, auf der Rückenseite sind es etwa 12.000 Haare pro Quadratzentimeter. Auf dem Kopf eines Menschen wachsen dagegen nur 300 Haare pro Quadratzentimeter. Dieses superdichte, braune Fell hält die Biber auch im Wasser stundenlang warm und trocken. Wegen ihres wertvollen Pelzes wurden die Biber früher unbarmherzig bis zur Ausrottung gejagt.
Biber unter Wasser (Bild: SWR)
Biber sind sehr gut an das Leben im Wasser angepasst: Während die Vorderfüße geschickt wie Hände greifen können, sind die Zehen der Hinterfüße mit Schwimmhäuten ausgestattet. Die zweite Zehe der Hinterfüße ist mit einer Doppelkralle versehen, der so genannten Putzkralle, die wie ein Kamm zur Fellpflege dient.

Nase und Ohren können beim Tauchen verschlossen werden, und die Augen werden unter Wasser durch ein durchsichtiges Augenlid - die so genannte Nickhaut - geschützt.
Auffällig sind auch die Nagezähne der Biber: Sie besitzen eine Schicht aus orangefarbenem Schmelz (das ist ein Stoff, der die Zähne hart macht), werden bis zu 3,5 Zentimeter lang und wachsen ein Leben lang nach.
Heimat
Der Europäische Biber ist von Frankreich über England, Deutschland, Skandinavien, Osteuropa und Russland bis in die Nordmongolei heimisch. In manchen Regionen, in denen Biber ausgerottet wurden, wurden sie inzwischen wieder erfolgreich angesiedelt, so zum Beispiel in einigen Gegenden in Bayern und an der Elbe.
Lebensraum
Ein Biber nagt an einem Zweig (Bild: SWR)
Biber brauchen Wasser: Sie leben an und in langsam fließenden und stehenden Gewässern, die mindestens 1,5 Meter tief sind.
Sie mögen vor allem Bäche und Seen, die von Auwäldern, in denen Weiden, Pappeln, Espen, Birken und Erlen wachsen, umgeben sind.

Wichtig ist, dass die Gewässer nicht austrocknen und im Winter nicht bis auf den Grund zufrieren.
Rassen und Arten
Neben unserem Europäischen Biber (Castor fiber) gibt es noch in Nordamerika den Kanadischen Biber (Castor canadensis). Heute weiß man jedoch, das beide ein und dieselbe Art sind und sich kaum voneinander unterscheiden. Der Kanadische Biber ist jedoch etwas größer als der Europäische und sein Fell ist mehr rotbraun gefärbt.
Lebenserwartung
In der Natur leben Biber bis zu 20 Jahre, in Gefangenschaft können sie sogar 35 Jahre alt werden.
Autorin: Barbara Kiesewetter