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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Braunbär

Alltag
Ein Kodiak-Bär sitzt aufrecht auf dem Boden (Bild: SWR)Braunbären sind sowohl am Tag als auch in der Nacht aktiv.
Sie sind jedoch so scheu, dass sie in Gebieten, in denen sie oft gestört werden, fast nur in der Nacht umherwandern. Überhaupt hat man kaum eine Chance, in Europa einen Bären zu Gesicht zu bekommen.

Sie hören und riechen einen Menschen, lange bevor der auch nur ahnt, dass ein Braunbär da sein könnte. Bären gehen Menschen immer aus dem Weg.
Braunbär bäumt sich auf (Bild: SWR)Gefährlich werden sie nur, wenn sie bedroht oder verletzt werden - oder wenn eine Bärenmutter ihre Jungen verteidigt.

Meist laufen Braunbären auf allen vieren herum, wenn sie jedoch etwas wittern oder einem Angreifer drohen, richten sie sich auf den Hinterbeinen auf - und dann sehen sie wirklich riesengroß und bärenstark aus.
Bär (Bild: SWR)Bären sind ein bisschen anders als die übrigen Raubtiere: Es lässt sich nur ganz schwer erkennen, ob sie verärgert oder friedlich sind.
Das liegt daran, dass sie keine Mimik haben; ihr Gesichts-Ausdruck ist fast immer genau gleich, keine Bewegung ist erkennbar.
Auch, wenn sie meist behäbig und ruhig wirken: Auf kurzen Strecken können sie blitzschnell laufen. Grizzlys werden dabei fast so schnell wie ein Pferd.

Ein Kodiak-Bär (Bild: SWR)Den Winter verbringen Bären in Fels- oder Erdhöhlen, die sie mit Moos und Zweigen auspolstern. Dort halten sie zwar keinen richtigen Winterschlaf, aber eine Winterruhe.
Sie schlafen die meiste Zeit und fressen nicht, sondern zehren von der dicken Speckschicht, die sie sich das Jahr über angefressen haben.
Wenn sie im Frühjahr wieder aus ihrer Höhle kommen, haben sie fast ein Drittel ihres Gewichts verloren. In diesem Winterquartier bringt die Bärin auch ihre Jungen zur Welt.
Freunde und Feinde
Außer dem Menschen haben Bären keine Feinde. Den jungen Bären können allerdings die erwachsenen Bären-Männchen gefährlich werden. Sobald Männchen auftauchen, flüchten die Jungen oft hoch hinauf auf Bäume, weil ihnen die schweren Männchen dorthin nicht folgen können.
Jagd
Bär mit Beute (Bild: SWR)Vor allem im Frühjahr, wenn sie noch nicht genug Kräuter, Beeren und kleine Tiere wie Frösche oder Insekten finden, machen Bären auch Jagd auf große Tiere.
Dann erlegen sie schon mal Hirsche, Elche oder Schafe. Allerdings kommt das nur selten vor.
Nachwuchs
Bärenmutter mit Kindern (Bild: SWR)Die Bärenhochzeit findet im Sommer statt. Nach der Paarung gehen Männchen und Weibchen wieder getrennte Wege.

Etwa sieben bis acht Monate später bringt das Weibchen zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar zwei bis drei Junge zur Welt.

Neugeborene Bären sind im Vergleich zu ihrer Mutter winzig klein: Sie wiegen höchstens 500 Gramm, sind nackt und blind. Nach vier oder fünf Wochen öffnen sie die Augen. Zunächst werden sie von der Mutter gewärmt und bis zu vier Monate gesäugt.
Erst im Frühling, wenn sie ordentlich gewachsen sind, ein dickes Fell haben und es draußen wärmer wird, verlassen sie zum ersten Mal die Höhle und folgen ihrer Mutter Schritt für Schritt.
kleiner Bär (Bild: SWR)Bärinnen sind sehr wachsame Mütter und scheuen auch vor einem Kampf mit großen Bärenmännchen nicht zurück, wenn es darum geht, ihre Jungen zu verteidigen.
Den folgenden Winter verbringen die jungen Bären mit ihrer Mutter in der Überwinterungs-Höhle.

Insgesamt bleibt die Bärenfamilie etwa zwei bis zweieinhalb Jahre zusammen, bis die Jungen selbstständig werden und sich ein eigenes Revier suchen.
Sprache
Bären brummen. Sie können aber auch, wenn sie wütend sind und miteinander kämpfen, laut schreien oder schnauben.
Autorin: Barbara Kiesewetter